11.03.2015 07:00 Schloss Isny

Ausstellung: Ordnungssinn und Dolce Vita. Fotografien der 1950er Jahre mit den Werke von Otl Aicher

Otl Aicher ausstellung

Ein hohes Maß an Ästhetik kennzeichnet die Aufnahmen, mit denen er den Bereich experimenteller und dokumentarischer Fotografie erkundet; © Florian Aicher

Otl Aicher isny
Von: GFDK - Städtische Galerie im Schloss

Die Städtische Galerie im Schloss Isny eröffnet am 15. März die erste Ausstellung der Saison. Zu sehen sind Fotografien des bedeutenden Designers Otl Aicher unter dem Titel „Ordnungssinn und Dolce Vita. Fotografien der 1950er Jahre“. Die Schau läuft bis 7. Juni.

Ausstellung im Schloss Isny

Otl Aicher und die 1950er

Die 1950er Jahre sind eine Zeit des Aufbruchs nach dem Krieg und der Unterdrückung des Nationalsozialismus. Gemeinsam mit Freunden besucht Otl Aicher Italien und Frankreich, genießt die neue Freiheit und den beginnenden Wohlstand. Seine Kamera hat Aicher auf diesen Reisen immer dabei.

Die Fotografien, die in dieser Zeit entstehen, dokumentieren Aichers Blick auf die Welt der Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Sie verdeutlichen, wie er seine visuelle Wahrnehmung schärfte, indem er das Thema „Strukturen“ ausgiebig erforschte. Ein hohes Maß an Ästhetik kennzeichnet die Aufnahmen, mit denen er den Bereich experimenteller und dokumentarischer Fotografie erkundet.

Sein Interesse galt einerseits ordnenden Prinzipien in Natur und Technik, wie sie etwa in einer Reihung von Strommasten oder in Schneelandschaften zu finden sind.

Freunde der Kunst

Andererseits vermitteln seine Reisereportagen den Optimismus und das Dolce Vita der Nachkriegszeit. Diese Aufnahmen zeigen auf beeindruckende Weise die Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation und deren Entschlossenheit, den Beschränkungen der Vergangenheit den Rücken zu kehren und die Welt nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Der Gestalter Otl Aicher

Otl Aicher, 1922 in Ulm-Söflingen geboren, gehört zu den bedeutendsten Gestaltern der Bundesrepublik Deutschland. Bekanntheit erlangte Aicher vor allem durch die visuelle Gestaltung der Olympischen Spiele 1972 in München. Er entwickelte komplexe Erscheinungsbilder großer Unternehmen wie die Deutsche Lufthansa, Braun, ERCO oder das ZDF. Von 1972 bis zu seinem Tod 1991 lebte und arbeitete er in Rotis im Allgäu.

Fotografien als Basis für das Gestaltungsbild der Stadt Isny

Unverkennbar an den Schwarz-Weiß-Aufnahmen ist deren Verbindung zu den 128 Bildzeichen, die Otl Aicher Mitte der 1970er Jahre als Erscheinungsbild für die Stadt Isny entworfen hat. Grundelemente der Piktogramme sind Linien, Punkte und Formen. Aicher arbeitete mit schwarzen, meist geometrischen Strichzeichnungen und ohne Tiefenraum. Im direkten Vergleich zeigt sich, wie Otl Aicher die natürlichen Formationen der Fotografien in einprägsame grafische Zeichen umgesetzt hat.

k.breyer@isny-tourismus.de