06.11.2012 08:15 Vom 8. Februar bis zum 12. Mai 2013

Ausstellung in Zürich: Kunsthaus Zürich zeigt «Chagall. Meister der Moderne»

Ausstellung in Zürich: Kunsthaus Zürich zeigt Chagall. Meister der Moderne

Marc Chagall © 2012 ProLitteris, Zürich

Von: Kunsthaus Zürich - 12 Bilder

Vom 8. Februar bis zum 12. Mai 2013 zeigt das Kunsthaus Zürich eine Ausstellung mit rund 90 Gemälden und Arbeiten auf Papier von Marc Chagall (1887–1985). Chagall gehört zu den berühmtesten und beliebtesten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seine Bilder vom russischen Dorfleben, seine schwebenden Figuren, fliegenden Kühe und Hähne sind weltbekannt. Jetzt korrigiert das Kunsthaus Zürich manches Klischee, das Chagalls späten Ruhm begründete und würdigt seinen Beitrag zur Avantgarde.

DER FRÜHE CHAGALL: PARIS, BERLIN, WITEBSK

Die Ausstellung konzentriert sich auf die für die Karriere des Künstlers entscheidenden Jahre 1911–1922. Bedeutende Stationen sind sein Aufenthalt in Paris vor dem Ersten Weltkrieg, seine Reise nach Berlin und eine Ausstellung dort im Jahr 1914 in der Galerie der Sturm sowie die Zeit, die er in seinem von der Revolution destabilisierten Heimatland Russland verbrachte. Es sind die Jahre, in denen sich Chagall als Meister der Moderne etabliert. Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen entwickelt er eine Kunst, die sowohl seine jüdisch-russische Kultur zum Ausdruck bringt als auch den Dialog mit den Bildsprachen der Moderne – vom Fauvismus zum Kubismus und Orphismus, vom Expressionismus bis zum Suprematismus. Indem er diese neuen malerischen Ausdrucksformen mit seinen eigenen fantasievollen Motiven kombiniert, entstehen einige der innovativsten und expressivsten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Seine Erfahrungen in Paris und andernorts festigen seine sehr persönliche, individuelle Bildsprache und regen ihn zu Bildern an, die für den Rest seiner Karriere das Herzstück seiner Kunst bilden.

ZIRKUS, BAUERN, LIEBENDE. MUSIK, BÜHNENDESIGN UND FOLKLORE

Das Themenspektrum in Chagalls frühen Werken ist breit gefächert und zeitlos: Selbstporträts, der Zirkus, Liebende, Musik und Bauern kehren neben düstereren Themen wie Leiden und Tod in seinem langen Schaffen immer wieder. Die Ausstellung eröffnet mit bedeutenden Bildern aus seinen Lehrjahren, wie etwa «Der Dichter mit den Vögeln» von 1911, das vom Minneapolis Institute of Arts ausgeliehen wird, oder «Die Geburt» (1911) aus einer privaten Sammlung. Der Besucher kann sich an thematischen Gruppen orientieren: Werke aus den ersten Pariser Jahren, Akte, eine Hommage an Russland, Einflüsse des Kubismus, des Suprematismus und Orphismus, Entwürfe für das Theater. Eine Gruppe mit späteren Werken zeigt, dass Chagall das Repertoire aus seinen frühen Schaffensjahren bis zum Ende seiner langen Karriere weiterentwickelte.

MUSIK, DRAMA, LITERATUR UND TANZ

Chagall geht immer aufgeschlossen, fantasievoll an die Kunst heran. Er zelebriert subjektive und autobiografische Erfahrungen auf eine überaus narrative und theatralische Weise. Kein Wunder, dass er regelmässig als Bühnenbildner tätig war. Darstellungen der archetypischen jüdischen Charaktere wie Volksmusiker, Narren oder Zeremonienmeister, Thora-Schriftgelehrte und Hochzeitstänzer symbolisieren Musik, Drama, Literatur und Tanz. Die Verbindung einer grossen Erzählkunst mit Chagalls charakteristischer unorthodoxer Kompositionsstruktur, die kühne Verwendung von Farbe und das poetische Empfindungsvermögen des Künstlers macht insbesondere die monumentalen «Der Spaziergang» (1917-18) aus dem Staatlichen Russischen Museum Sankt Petersburg oder «Ich und das Dorf» (1911) aus dem Museum of Modern Art, New York, zu Ikonen der Malerei der klassischen Moderne.


Die Ausstellung wird von der Familie Chagall sowie dem Comité Chagall in Paris unterstützt und reist anschliessend weiter an die Tate Liverpool. Die Kuratoren Simonetta Fraquelli und Tobia Bezzola können mit zahlreichen Leihgaben aus berühmten europäischen und amerikanischen Sammlungen rechnen: aus dem Centre Pompidou – MNAM (Paris), dem Solomon R. Guggenheim Museum und dem MoMA (New York), dem Staatlichen Russischen Museum (Sankt Petersburg) und der Tate (London).

KUNSTVERMITTLUNG UND PUBLIKATION

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (200 Seiten) mit Beiträgen von Simonetta Fraquelli, Angela Lampe, Monica Bohm-Duchen und Stephanie Straine. Neben den Essays enthält die Publikation Abbildungen der ausgestellten Werke, Vergleichsabbildungen sowie biografische Angaben zu Marc Chagall. Sie erscheint als deutsche und als englische Ausgabe im Verlag Hatje Cantz und ist ab Februar am Kunsthaus-Shop sowie im Buchhandel erhältlich. Ein umfassendes museumspädagogisches Programm sowie öffentliche Führungen werden ebenfalls angeboten. Private Führungen können auf Anfrage organisiert werden: +41 (0)44 253 84 84 (Mo–Fr 9–12 Uhr).


Ein Kulturengagement der Credit Suisse – Partner des Kunsthaus Zürich.
AUCH MONTAGS GEÖFFNET
Kunsthaus Zürich, Heimplatz 1, CH–8001 Zürich
Tel.: +41 (0)44 253 84 84, www.kunsthaus.ch 


Ausstellung geöffnet: Sa/So/Mo/Di 10–18 Uhr, Mi/Do/Fr 10–20 Uhr, Feiertage siehe www.kunsthaus.ch

 

Eintritt inkl. Audioguide (d/e/f): CHF 22.-/CHF 16.- (reduziert)/ 18.- für Gruppen ab 20 Personen (Änderungen vorbehalten). Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gratis.
Öffentliche Führungen in deutscher Sprache: montags 12 Uhr, mittwochs 18 Uhr, donnerstags 15 Uhr, freitags 17 Uhr, sonntags 11 Uhr.
Fremdsprachige Führungen: Samstag, 16. Februar (Französisch), 9. März (Englisch), jeweils 11 Uhr.
VORVERKAUF
SBB RailAway-Kombi: Ermässigung auf Anreise und Eintritt: am Bahnhof oder beim Rail Service 0900 300 300 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.sbb.ch.
Zürich Tourismus: Tourist Service im Hauptbahnhof, Tel. +41 44 215 40 00, www.zuerich.com


Magasins Fnac: Verkaufsstellen CH: Rives, Balexert, Lausanne, Fribourg, Pathé Kino Basel, www.fnac.ch ; F: Carrefour, Géant, Magasins U, 0 892 68 36 22 (0.34 €/min), www.fnac.com ; BE: www.fnac.be


KONTAKT PRESSE
Kontakt: Kunsthaus Zürich, Presse & Kommunikation, Kristin Steiner, kristin.steiner@kunsthaus.ch, Tel.: +41 (0)44 253 84 13

 

 

 

BILDLEGENDEN

 

Marc Chagall

Für Russland, für Esel und für andere (À la Russie, aux ânes et aux autres, 1911

Öl auf Leinwand, 157 x 122 cm

Centre Pompidou - Musée national d‘art moderne/Centre de création industrielle, Paris

Don de l‘artiste en 1953

© 2012 ProLitteris, Zürich

 

Marc Chagall

Der Spiegel (Le miroir), 1915

Öl auf Karton, 100 x 81 cm

The State Russian Museum, St. Petersburg

© 2012 ProLitteris, Zürich

 

Marc Chagall

Der liegende Dichter (Le poète allongé), 1915

Öl auf Holz, 77,2 x 77,5 cm

Tate, Presented by Lady Clerk, 1947

© 2012 ProLitteris, Zürich

 

Marc Chagall

Abreise in den Krieg (Le départ pour la guerre), 1914

Feder und Pinsel in Tusche, 21,7 x 17,8 cm

E.W.K., Bern

© 2012 ProLitteris, Zürich

 

Marc Chagall

Das graue Haus (La maison grise), 1917

Öl auf Leinwand, 68 x 74 cm

Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid

© 2012 ProLitteris, Zürich

 

Marc Chagall

Der Spaziergang (La promenade), 1917/18

Öl auf Leinwand, 175,2 x 168,4 cm

The State Russian Museum, St. Petersburg

© 2012 ProLitteris, Zürich

 

Marc Chagall

Über Witebsk (Au-dessus de Witebsk), 1922

Öl auf Leinwand, 73 x 91 cm

Kunsthaus Zürich, Schenkung der Union Rückversicherungsgesellschaft

© 2012 ProLitteris, Zürich

 

Marc Chagall

Das Profil im Fenster (Profil à la fenêtre), 1918

Graphit, Gouache und Tinte auf Karton, 22 x 16,8 cm
Centre Pompidou - Musée national d‘art moderne/Centre de création industrielle, Paris, Dation en 1988

© 2012 ProLitteris, Zürich

 

Marc Chagall

Collage, 1921

Collage, Graphit und Tinte auf Papier, 34,2 x 27,9 cm

Centre Pompidou - Musée national d‘art moderne/Centre de création industrielle, Paris, Dation en 1988

© 2012 ProLitteris, Zürich

 

Marc Chagall

Paris durch das Fenster gesehen (Paris par la fenêtre), 1913

Öl auf Leinwand, 135,8 x 141,4 cm

Solomon R. Guggenheim Museum, New York

Solomon R. Guggenheim Founding Collection, By gift (37.438)

© 2012 ProLitteris, Zürich

 

Marc Chagall

Ich und das Dorf (Moi et le village), 1911

Öl auf Leinwand, 192,1 x 151,4 cm

The Museum of Modern Art, New York

Mrs. Simon Guggenheim Fund, 1945

© 2012 ProLitteris, Zürich

 

Marc Chagall

Der Viehhändler (Le marchand de bestiaux), 1912

Öl auf Leinwand, 97,1 x 202,5

Kunstmuseum Basel, mit einem Beitrag von Dr. h.c. Richard Doetsch-Benziger, erworben 1948

© 2012 ProLitteris, Zürich

Weiterführende Links:
http://www.kunsthaus.ch