21.04.2012 07:58 Eröffnung: Samstag, den 14.4. von 16-20 Uhr

Ausstellung in Würzburg - Modern Baroque - mit Malerei von Sala Lieber und digitalen Bildcollagen von Hertha Miessner

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Die Ausstellung Modern Baroque ist ein spannender Kontrast zu unserer nüchternen Zeit des Bauhauses und der Moderne. Man fühlt sich an Meisterwerke von Caravaggio und Velasquez erinnert und spürt doch zugleich, dass es um eigenständige Werke geht, die die Farb- und Formensprache der alten Meister zwar zitieren aber völlig neue Wege beschreiten.

Die Gegenüberstellung der Werke dieser beiden Künstlerinnen, die so aus dem Rahmen des Üblichen fallen, erzeugt einen spannenden Kontrast.

Sala Lieber geb. 1980 in Budapest;

von 1999-2001 Studium an der Kunstakademie Dresden;

ab 2001 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei den Professoren Immendorf, Merz und Brandl.

2006 Abschluss als Meisterschülerin bei Prof. Brandl; seitdem freischaffende Künstlerin mit zahlreichen bedeutenden künstlerischen Auszeichnungen.

Seit einem Besuch im Prado, Madrid, variiert sie in ihren meist monumentalen Bildern, spanische Mode, Interieurs, Hofmotive und Persönlichkeiten. Nachdem sie in ihren vorangegangenen Arbeiten in barocker Fülle mit kostbaren Stoffen und Figurenfülle, geschwelgt hatte, benötigte sie Platz, Luft und Klarheit für sich und ihre Werke und stellt die Personen und das Geschehen in einen schwarzen Bildraum.

Das Schwarz hebt die Figuren in das Zentrum des Bildes und sorgt gleichzeitig für Ruhe und Konzentration auf das wesentliche Geschehen. So zeigt das Bild „Äffchen“ eine Hofszene, wie sie auf Bildern des Prado zu finden sind.

In dem Werk „Ornamentdschungel“. ranken sich Frauen und ein Mann schwebend um spätbarocke Ornamente aus Gold, die als Symbol für Wünsche und Ziele gelten, an denen man hängt, nach denen man strebt. Bei der Arbeit „Oben Bleiben“ wurden die Ornamente durch raumgreifende Lüster, in der Symbolik ersetzt.

Hertha Miessner. Geb. 1946 in Marquartstein,  1990 – 1996 Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste in München bei Prof. Sturm

1996 Diplom Abschluss als Meisterschülerin. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und zeigt ihre Werke im In- und europäischen, sowie transatlantischem Ausland.

Sie selbst schafft keinen aktiven Bezug zum Barock. Es ist vielmehr der Betrachter ihrer Werke, der Vergleiche z.B. mit Caravaggio und Rembrandt  ins Spiel bringt. Sie ist ganz und gar eine Künstlerin der Moderne, sowohl von der Aussage ihrer Kunst, als auch durch ihr Medium, das in der Zeit des Barock noch gar nicht zu erahnen war.       

Bei den gezeigten Werken ist der Ausgangspunkt die Malerei auf Leinwand, bei der Hertha Miessner Farbfelder bemalt, einzelne Bahnen mit Streifen abgeklebt und anschließend immer wieder übermalt. Die Streifen verselbständigten sich beim Abziehen, klebten aneinander, verhakten sich und entwickelten sich zu Farbknäueln.

Diese landen auf einem Scanner und werden in einem ausgiebigen Arbeitsprozess digital bearbeitet. Eine spezielle Auslichtung und Fotobearbeitung führt zu dem Ergebnis im Format der gezeigten Werke. Es entstehen Variationen, Serien, die durch Formationen eigenständige Bilder ergeben.

Das Thema ist Oberfläche und Raum, von Objekt und Bild, von einzelnen Farbträgern und ihrem verschlungenen Ganzen. Ein scheinbar barockes Bildszenario aus zeitgenössischem Bilddenken entwickelt, keine vegetative Ornamentik, sondern durch die digitale Übersetzung in die Fläche, in den Zwischenbereich von Realität und Virtualität überführt.

So leuchten ihre üppigen, bewegungsreichen Foldings in den kontrastreichen Farben, wie dem barockem Rot goldgelben Bahnen vor pulsierendem Braunviolett, auf lebendigem Schwarz, das die Knäuel sanft umschlingt und ein abstraktes Stillleben entstehen lassen.

Dabei wird durch das schwarze Umfeld, das das Spiel mit Licht und Schatten akzentuiert, der Betrachter in das Bildinnere gezogen. Die farbige Opulenz entspricht der stark traditionellen Malerei des Barock, wo durch Licht aus dem Dunkel, farbige Kontraste aus schwarzem Hintergrund entspringen.

Es ist die hohe Schule der Malerei, die beide Künstlerinnen verinnerlicht haben.  Eine, gerade in der Barockstadt Würzburg, sehenswerte Ausstellung die spannende Perspektiven in unsere heutige Welt erschließt.

Eröffnung: Samstag, den 14.4. von 16-20 Uhr weitere Events unter:

 

www.galerie-ilkaklose.de

Ausstellungsende mit Finissage am 22.6. von 16-18 Uhr.

Ausstellung in der Galerie Ilka Klose

Leitengraben 3; 97084 Würzburg

Tel. 0931-7841630 Mobil: 0171-458 3744

ilka.klose@nexgo.de