17.06.2015 08:00 Kabinettausstellung

Ausstellung in Wiesbaden: Vulkanisches Glas - kein Material überwindet so sehr die Materie wie Glas

ausstellung wiesbaden

Natürlich entstandene Gläser faszinieren schon aufgrund ihrer Bildungsbedingungen; Foto: Museum Wiesbaden/ Bernd Fickert

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Von: GFDK - Museum Wiesbaden

„Kein Material überwindet so sehr die Materie wie Glas. Von allen Stoffen, die wir haben, wirkt es am elementarsten. Es spiegelt den Himmel und die Sonne, es ist wie lichtes Wasser und es hat einen Reichtum der Möglichkeiten in Farbe, Form und Charakter, der wirklich nicht zu erschöpfen ist und der keinen Menschen gleichgültig lassen kann.” (Paul C. W. Scheerbart 1863—1915).

Ausstellung in Wiesbaden

Natürlich entstandene Gläser faszinieren schon aufgrund ihrer Bildungsbedingungen: Vulkanausbrüche, Meteoriten- und Blitzeinschläge vermögen siliziumreiche Gesteine zu Glas aufzuschmelzen.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden vulkanische Gläser auch an der Blauen Kuppe bei Eschwege gefunden. Sie entstanden an Kontaktzonen zwischen vulkanischen Förderprodukten und anstehenden Buntsandsteinen. Zu Ehren des Geologen Christian L. von Buch (1774—1853) bezeichnete man sie als „Buchite”. Bei diesen Erscheinungen handelt es sich um zumeist von gräulich-schwärzlichem Glas durchzogene Gesteine.

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Überaus farbenprächtig zeigen sich dagegen die nicht an Kontaktzonen verglasten Sandstein-„Xenolithe”, welche innerhalb der Basalte und Schlacken der Eifel vorkommen. Sie zeigen äußere, zum Teil zu Edelsteinen schleifbare Glasschmelzkrusten. Aufgrund ihres mitunter künstlichen Aussehens vermerkte bereits der Geologe Carl Thomae (1835): „Wer die Stücke nicht selbst an Ort und Stelle zwischen den braunen Schlacken hervorzog, möchte schwören, sie seien aus einem Porzellanofen.”

annika.haas[at]museum-wiesbaden.de