12.09.2013 09:00 Oberes Belvedere

Ausstellung in Wien: MICHAEL NEDER - Ohne Kompromisse - seine Werke zeigen Fakten

MICHAEL NEDER - Ohne Kompromisse neue ausstellung in belvedere wien

Michael Neder war ein nüchterner Schilderer seiner Zeit; Michael Neder, Kutscherstreit, 1828, © Belvedere, Wien

Von: GFDK - Belvedere

Michael Neder war ein nüchterner Schilderer seiner Zeit. Er wollte nicht gefällig sein, sondern seine Umwelt so abbilden, wie er sie vorfand. Seine Werke zeigen Fakten, wollen Gegebenheiten nicht beschönigen oder literarisch ausschmücken und stellen so heute wertvolle Dokumente der Vergangenheit dar. Die Themen seiner Bilder sind Menschen im Wirtshaus, das fröhliche Beisammensein beim Kirtag oder in Heurigenschenken, sowie Alltägliches, etwa die Mühsal der Mägde oder die Arbeit der Weinhauer.

Ausstellung in Wien

Meisterwerke im Fokus: MICHAEL NEDER - Ohne Kompromisse ist die erste Ausstellung in einem Museum, die einzig diesem Maler gewidmet ist. Anhand von etwa 60 Ölbildern und Zeichnungen wird die hohe künstlerische Qualität von Neders Werk betont. Im Vergleich von Früh- und Spätwerk und in der Gegenüberstellung von Porträts und Genredarstellungen wird verdeutlicht, wie er seinen persönlichen Stil entwickelte, die für ihn typische, trockene Darstellungsform bewusst als Stilmittel einsetzte, Formen straffte, Bewegung reduzierte und auf diese Weise die optimale Ausdrucksform für seine ländlichen Sujets fand. Neder war ein hervorragender Beobachter, der mit Farben vorzüglich umzugehen wusste und seine Figuren eindringlich charakterisierte.

Bildende Kunst

Obwohl sich seine künstlerische Fähigkeit vor allem im Porträt äußerte, widmete er sich vorwiegend der Genremalerei. Neben den Ereignissen in seiner unmittelbaren Heimat in Döbling und Sievering malte er auch das Geschehen in den Weinorten südlich von Wien, in Oberösterreich und im Berchtesgadener Land sowie in Budweis, dem heutigen České Budějovice. Einer Dynastie von Schustermeistern entstammend, unterbrach Neder seine handwerkliche Ausbildung, um an der kaiserlichen Akademie der bildenden Künste das Historienfach zu studieren.

Freunde der Kunst

Ab den ausgehenden 1820er-Jahren entwickelte er seinen persönlichen Stil, der die Volksdarstellungen der zeitgenössischen Lithografie eigenständig fortführte. Im Laufe seines langen Schaffens zeigt sich die beständige Tendenz, Formen zu komprimieren, Bewegungsabläufe auf das Notwendigste zu reduzieren und sich dadurch immer mehr vom Geschmack seiner Zeit zu distanzieren. So entwickelte er einen unverkennbar persönlichen Stil, der weit über seine Zeit hinausweist und im Realismus der Zwischenkriegszeit eine moderne Entsprechung finden sollte.

V.Werkner@belvedere.at