08.09.2011 08:02 Animismus ist ein mehrteiliges Ausstellungsprojekt

Ausstellung in Wien: Animismus. Moderne hinter den Spiegeln bis zum 29.1.2012

Von: Generali Foundation

Animismus ist ein mehrteiliges Ausstellungsprojekt, dessen zweites Kapitel in der Generali Foundation aufgeschlagen wird. Ausgangspunkt ist das ethnologische Konzept des Animismus, das im 19. Jahrhundert im Kontext des Kolonialismus auf der Suche nach einer „ursprünglichen" Religion entstand. Als animistisch wurden jene Kulturen bezeichnet, die Natur und Objekte als beseelt wahrnehmen und ihnen ein Eigenleben zuschreiben. Auch innerhalb der Psychoanalyse nimmt der aus der Ethnologie entlehnte Begriff eine Schlüsselstellung ein. Dort bezeichnet er einen psychischen Entwicklungszustand, in dem Innen- und Außenwelt noch nicht geschieden sind. Die Wahrnehmung der Außenwelt als beseelt wurde in der Folge als „Projektion" der menschlichen Innenwelt auf die Außenwelt erklärt.

Animismus. Moderne hinter den Spiegeln versammelt künstlerische Arbeiten, Dokumente und Artefakte zu einem essayistischen Bildraum, der die Notwendigkeit einer Dekolonisierung und Revision dieses überkommenen Verständnisses von Animismus nahe legt. Die Ausstellung untersucht die von der Moderne gezogene Grenze zwischen Leben und Nicht-Leben, die historisch grundlegend geworden ist für eine Reihe weiterer kanonischer Unterscheidungen, etwa die Gegenüberstellungen von Natur und Kultur, subjektiver und objektiver Welt, sowie für das Verhältnis von Imagination zu Realität. Dabei wird historisches Material, etwa frühe Versuche, das technologisch reproduzierte Bild zu animieren, zeitgenössischen Arbeiten gegenübergestellt, die diese Grenze verhandeln.

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