15.06.2015 09:00 Architektur

Ausstellung in Ulm: Bild - Turm - Bau - Richard Meier und das Ulmer Münster

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Meiers Architektur inszeniert Ausblicke auf ihre Umwelt regelrecht; Bild 1/2: © Ingrid Leuze

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Bild 3: © Institut für Physiologie I, Universität Tübingen

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Bild 4/5: © Vize.com

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Von: GFDK - Stadthaus Ulm

Richard Meier und das Ulmer Münster 1986 haben die Stadt Ulm und das von ihr beauftragte Preisgericht mit Richard Meier (*1934) einen der führenden Museumsarchitekten der Wende des 20. zum 21. Jahrhunderts für die Errichtung des Ulmer Stadthauses gekürt.

Ausstellung in Ulm

Das 1993 bezogene Gebäude ist eine Manifestation jener aus der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts entwickelten Entwurfsprinzipien, die Richard Meier seit Ende der 1960er Jahre konsequent beibehalten und vervollkommnet hat. Zugleich ist es Dokument eines sehr spezifischen Eingehens auf den Ort, an dem es errichtet wurde: Der Ulmer Münsterplatz war seit der Freilegung des Münsters und der Vollendung des Münsterturms 1890 immer wieder in die Diskussion gekommen, ohne dass sich vor Meiers Entwurf eine vergleichbare Lösung abgezeichnet hätte.

Unsere Ausstellung fragt im Jahr des 125-jährigen Jubiläums der Vollendung des Münsterturms nach den Prinzipien und der Wirkung der Architektur Richard Meiers, worauf sie basiert, mit welchen Mitteln sie arbeitet, welche Referenzen und Bezüge - etwa in Ulm das Münster und sein Turm - in ihr aufgenommen sind. Last but not least: Wie wird architektonisch auf den Ort eingegangen?

Bild und Bau

Meiers Architektur inszeniert Ausblicke auf ihre Umwelt regelrecht - im Ulmer Stadthaus beispielsweise immer wieder das Münster und seinen Turm. Die Architektur als blickführende und blickformende „Sehmaschine“ steht in einer humanistischen Tradition. Sie reicht von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert. Auf sie beziehen sich ausgewählte Modelle, Bilder und Schemata zum künstlerischen Sehen und seiner Reflexion in der Architektur von Neuzeit und Moderne.Die Hauptrolle spielt in dieser Abteilung aber das Stadthaus selbst, seine Planung und Errichtung, sowie ein großes Holzmodell seines Gegenübers, des Ulmer Münsters.

Konzeptuelle Grundlagen: Meier vor Meier

Im Kabinett des Stadthauses wendet sich die Ausstellung dem Frühwerk Richard Meiers zu. Das berühmte Smith House am Long Island Sound und vor allem das so genannte Essex Fells House, das Meier einige Jahre zuvor (1963 – 65) bei Newark, New Jersey, für seine Eltern errichtete, stehen hier im Zentrum. Seit den 1960er Jahren ist Essex Fells House nicht mehr umfassend publiziert worden, und in Europa war sein Entwurf noch nie ausgestellt. Dabei ist es, gewissermaßen als „Meier vor Meier“, ein Schlüsselwerk für die konzeptuellen Grundlagen der Architektur Richard Meiers.

Richard Meiers Türme

Das architektonische Oeuvre Richard Meiers umfasst über 250 Projekte, darunter mehr als 20 Turmhausprojekte, von denen etwa ein Dutzend ausgeführt wurden oder derzeit ausgeführt werden. Meiers Beschäftigung mit dem Hochhaus als Bauaufgabe setzte erst nach dem Stadthaus ein, das er zwischen 1986 und 1993 entwarf. Ganz oben im Stadthaus, auf der dritten Ebene, wird eine repräsentative Auswahl von Meiers Turmhausprojekten anhand von Originalmodellen sowie originalen Zeichnungen, Schaubildern und Fotografien dem auf dieser Ebene besonders präsenten Münsterturm gegenübergestellt.

9. Juli bis 22. November 2015

s.presuhn@ulm.de