15.06.2011 07:28 Neue Präsentation in der Sammlung der Staatsgalerie

Ausstellung in Stuttgart: Doppio Igloo (1979) / Doppel-Iglu von Mario Merz mit Werken von Julian Schnabel aus der Sammlung Rudolf Scharpff

Von: Anette Frankenberger

Der Italiener Mario Merz (1925-2003) ist einer der wichtigsten Künstler der Arte Povera-Bewegung, die sich in den 1960er Jahren formierte, und deren Vertreter mit einfachen, natürlichen Materialien arbeitete. Merz, der in Turin aufwuchs und lebte, schuf schlichte Objekte aus den verschiedensten natürlichen Materialien wie Stroh, Reisig und Steinen. Am bekanntesten sind seine Iglu-Arbeiten, von denen eine nun auch wieder in der Staatsgalerie zu sehen ist.

Bereits 1981 wurde der aus Glas, Metall, Ton, Neonröhren und Stroh bestehende "Doppio Igloo" (1979) erworben und vor der Eröffnung der Neuen Staatsgalerie 1984 von Mario Merz selbst in den Räumen der Sammlung installiert.
Über einem Iglu aus Tonziegeln wölbt sich ein weiterer transparenter Iglu aus Glasscheiben, die fragil an einer Metallstruktur befestigt wurden. Neonröhren durchstoßen das Glas und dringen in den kleineren Iglu. Mario Merz beschwört mit dem Iglu als Urbehausung des Menschen den Einklang mit der Natur.

Die raumgreifende Arbeit "Doppio Igloo" wird nun nach langer Zeit wieder erstmals in einem der wenigen verbliebenen Ausstellungsräume aus dem 19. Jahrhundert (Raum OG 5, Alte Staatsgalerie) präsentiert. Im Kontext von Werken des amerikanischen Malers Julian Schnabel aus der Stuttgarter Sammlung Rudolf Scharpff wird eindrucksvoll eine Verbindung zur Malerei geschaffen.

Julian Schnabel (* 1951) wurde in den 1980er Jahren als Vertreter des Neo-Expressionismus berühmt. In seiner meist großformatigen, materialbeladenen Malerei löst der Künstler die Zweidimensionalität der Bildoberfläche auf, indem er die Materialien in seine Bilder einarbeitet.
 
Auch bei den beiden präsentierten Leihgaben "Beautine" (1990) und "Ohne Titel" (1989/1990) verarbeitet er gefundene Materialien wie Harz, Scherben, Lederreste und eine Abdeckplane für militärische Zwecke.

Die Werke sind ab 1. Juni 2011 im Raum OG 5 der Alten Staatsgalerie zu sehen.

Pressekontakt:
Anette Frankenberger, Tel.: +49 (0)711 47040-176/-273, E-Mail: a.frankenberger@staatsgalerie.de