01.12.2014 07:00 eigenständige Kunstform

Ausstellung in Rostock: Rostocker Kunstpreis 2014 - Schwarz-Weiß-Fotografie in der Kunsthalle

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Die Nominierten zum Kunstpreis 2014 haben sich in unterschiedlicher Weise der Schwarz-Weiß-Fotografie verschrieben; Bild 1: (c) Kunstahlle Rostock

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Bild 2: (c) Hans Pölkow

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Bild 3: (c) Heiko Krause

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Bild 4: (c) Reinhard Münch

Von: GFDK - Kunsthalle Rostock

Mit der Ausschreibung zum Kunstpreis „Fotografie“ haben wir uns bewusst für Schwarz-Weiß-Aufnahmen entschieden.

Ausstellung in Rostock

Diese Eingrenzung scheint etwas willkürlich. Die Farbfotografie ist heute selbstverständlich Teil der künstlerischen Fotografie. Auch in verschiedenen übergreifenden Techniken, Installationen und Collagen spielt das fotografische Element eine Rolle, nicht zuletzt als Remix im Zusammenspiel mit den sozialen Medien. Die Übergänge sind fließend. Dennoch hat die Fotografie als eigenständige Kunstform ihre Bestimmung nicht verloren.

Ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass sich ins besondere die schwarz-weißen Bildfindungen ins Gedächtnis ein gebrannt haben und zu Ikonen der Fotografie wurden. Henri Cartier-Bresson galt hierzulande vielen als Lehrmeister. Vor allem in der analogen Fotografie steht die unfarbige Aufnahme für Konzentration, für die Erfassung des Augenblicks und für die künstlerische Übersetzung der realen Welt in fein abgestuftes Grau. Eine Beschränkung auf Schwarz-Weiß-Aufnahmen schien für die Auslobung des Rostocker Kunstpreises eine sinnvolle Reduktion.

Die Nominierten zum Kunstpreis 2014 haben sich in unterschiedlicher Weise der Schwarz-Weiß-Fotografie verschrieben. Heiko Krause ist an Situationen und Gegenständen interessiert, die eine ästhetische Wirkung entfalten und aufgrund ihrer Konstellation und Lichtsituation über sich hinaus weisen. Neben der klassischen Schwarz-Weiß-Fotografie hat Reinhard Münch die alte Technik des Salzdrucks für sich entdeckt; die romantischen Aufnahmen des Ludwigsluster Schlossparks vermitteln eine ausgesprochene Sehnsucht nach Stille.

Freunde der Kunst

Hans Pölkow war Zeit seines Lebens mit großen Künstlern und Musikern verbunden, die er in ihrem typischen Umfeld szenisch fotografierte. Thomas Sandberg ist mit dem Bildjournalismus groß geworden; seine Ahrenshooper Erinnerungen sind gleichwohl zeitlose, kunstvolle Bildfindungen. Wie die meisten in unserer Ausstellung vertretenen Fotografen arbeitet Wilfried Schröder seriell, die Bandbreite seiner dichten Aufnahmen reicht von einer konstruktiven Auffassung bis zur Reportage und Dokumentation. Die Ausstellung spiegelt, so meinen wir, einen interessanten Ausschnitt gegenwärtigen fotografischen Schaffens und zeigt, dass die Schwarz-Weiß-Fotografie nach wie vor eine interessante und wichtige Form der künstlerischen Auseinandersetzung ist.

 

kunsthalle(at)rostock.de