22.04.2015 08:00 zeichnerisch, malerisch und plastisch

Ausstellung in Regensburg: Position R4 – Rudolf Koller - Landschaft, Akt, Portrait, Tiere

ausstellung regensburg

Sein Beitrag zum großen Ganzen der Kunstgeschichte ist einzigartig; Rudolf Koller, Stier, Bronze, 1978/79

Von: GFDK - Stadt Regensburg

Landschaft, Akt, Portrait, Tiere – es sind klassisch-akademische Sujets, die der Künstler Rudolf Koller zeichnerisch, malerisch und plastisch bearbeitet.

Ausstellung in Regensburg

Doch er beweist eindrucksvoll, dass gegenständliche Kunst im 20. und 21. Jahrhundert nach Statements wie dem Schwarzen Quadrat von Malewitsch oder Pollocks Drip Paintings noch längst nicht überholt oder gar für nichtig erklärt ist. Man mag sich heutzutage, da das gestalterische Experiment schon bis ans Äußerste getrieben wurde, fragen, ob zeitgenössische Künstler überhaupt noch etwas Originelles zum bildnerischen Diskurs beitragen können, außer vielleicht nur durch neu entwickelte Techniken. Rudolf Koller gibt eine Antwort: Sein Beitrag zum großen Ganzen der Kunstgeschichte ist einzigartig, weil der individuelle Blick des Gestalters eine allgemein relevante Sicht auf wesentliche Koordinaten des Daseins offenbart.

Und diese Formulierung ist im Pathos nicht übertrieben, denn Rudolf Koller hatte von ganz frühen Jahren an den Mut, tief zu dringen und grundlegend zu werden: Eines seiner Hauptinteressensgebiete lag immer auf dem Kreislauf von Geburt, Werden, Vergehen und Tod bei Mensch und Tier. Rudolf Koller schafft es, abstrakte Begriffe wie etwa Vergänglichkeit zu visualisieren, ohne komplexe, mystisch aufgeladene Kompositionen zusammenzustellen. Es gelingt ihm vielmehr dadurch, dass er sein Gegenüber, sein Motiv eindringlich studiert und dessen Innerstes durch gekonnte Abstrahierung nach außen kehrt.

Freunde der Kunst

Sein scharfes Auge mag manchmal unbarmherzig wirken, doch es ist Teil eines intrinsischen Forscherdrangs, der nur die eigene Wahrnehmung und Vorstellung als Maßstab für die Suche nach Erkenntnis gelten lässt. Sogar aus seinen Landschaftsbildern, ob zuhause in der Oberpfalz oder auf Reisen entstanden, spricht diese Sensibilität für große Zusammenhänge.

Die Ausstellung inszeniert besonders hervorstechende Arbeiten aus diesen Schaffensgebieten, die sich, teilweise kontrastiert, gegenseitig noch einmal steigern und insgesamt zu einem stimmigen, atmosphärischen Ganzen fügen. Falls Sie jetzt neugierig geworden sind, sollten Sie sich die Werkschau Rudolf Kollers, die einen repräsentativen thematischen wie chronologischen Querschnitt durch sein umfassendes Oeuvre darstellt, auf keinen Fall entgehen lassen.

Zu Position R

Die Ausstellungsreihe Position R findet dieses Jahr schon zum vierten Mal statt. Sie wurde vom Leiter der Städtischen Galerie im Leeren Beutel, Herrn Dr. Reiner Meyer, ins Leben gerufen, um Künstlerinnen und Künstlern mit Lebensmittelpunkt in Regensburg und Umgebung einen festen Platz im jährlichen Ausstellungsprogramm vorzubehalten. So bleibt die Regensburger Öffentlichkeit im Bilde über das kreative Schaffen in der eigenen Region und den Kunstschaffenden wird eine erstklassige Präsentationsplattform geboten.

Die einzelnen Projekte im Rahmen von Position R, wie auch das diesjährige zu Rudolf Koller, werden in Kooperation mit Studierenden des Masterstudiengangs Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung am Institut für Kunsterziehung der Universität Regensburg konzipiert und umgesetzt.

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