03.10.2014 09:00 in der Grünen Damastkammer

Ausstellung in Potsdam: Wegmarke der Geschichte – der 31. Juli 1914

ausstellung potsdam

Der Erste Weltkrieg war das erste folgenschwere Ereignis des 20. Jahrhunderts, er forderte 17 Millionen Menschenleben und änderte das europäische Staatengefüge von Grund auf; Bild 1: Wolfgang Pfauder: SPSG Park Babelsberg Blick auf das Maschinenhaus von Osten nach Entfernung der Grenzanlagen und Wiederherstellung des Uferweges, 2004

Wegmarke der Geschichte ausstellung

Bild 2: Wolfgang Pfauder: SPSG Park Babelsberg Blick auf das Maschinenhaus von Osten nach Entfernung der Grenzanlagen und Wiederherstellung des Uferweges, 2004

Wegmarke der Geschichte potsdam

Bild 3: Wolfgang Pfauder: SPSG Park Babelsberg Blick auf das Maschinenhaus von Osten nach Entfernung der Grenzanlagen und Wiederherstellung des Uferweges, 2004

Von: GFDK - Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Vor 100 Jahren, am 31. Juli 1914, unterzeichnete Kaiser Wilhelm II. im Neuen Palais eine Verordnung, die das Deutsche Reich in den Kriegszustand versetzte. Es war ein wesentlicher Schritt auf dem Weg in den Ersten Weltkrieg.

Ausstellung in Potsdam

Anlässlich dieses Jahrestages zeigt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg eine kleine Kabinettausstellung in der Grünen Damastkammer, dem ehemaligen Arbeitszimmer Wilhelms, im Neuen Palais. Ausgestellt wird das originale Dokument, das am 31. Juli 1914 von Kaiser Wilhelm II. und dem Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg in Potsdam unterzeichnet wurde, sowie die Schreibfeder, mit welcher der Kaiser am folgenden Tag, dem 1. August 1914, im Berliner Schloss die Mobilmachung unterschrieb. Die historischen Hintergründe jener verhängnisvollen Tage werden auf einer Text- und Bildtafel erläutert.

Die Julikrise – auf dem Weg in den Ersten Weltkrieg

Bereits nach dem am 28. Juni 1914 erfolgten Attentat auf das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar in Sarajevo war es in Potsdam zu einem folgenreichen Treffen gekommen: Am 5. Juli 1914 empfing Kaiser Wilhelm II. im Neuen Palais seinen Bündnispartner in Person des österreichisch-ungarischen Botschafters László von Szögyény-Marich. Im Laufe der Unterredung sagte der deutsche Kaiser ihm die volle Unterstützung für den Kriegsfall zu. Mit diesem in Potsdam gegebenen „Blankoscheck“ konnte die Wiener Regierung ihren nächsten Schritt gegen Serbien planen.

Um Ruhe vorzutäuschen, trat Wilhelm II. am 6. Juli 1914 seine traditionelle Nordlandreise nach Skandinavien an. Als sich die politische Lage jedoch immer mehr zuspitzte, brach der Kaiser die Reise ab und traf am 27. Juli 1914 wieder in Potsdam ein. Am selben Tag ordnete Russland die Teilmobilmachung seiner Armee an. Deutsche Gegenmaßnahmen blieben noch aus. Der deutsche Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg war gegen eine übereilte Reaktion, um das Zarenreich für einen Kriegsausbruch verantwortlich machen zu können.

Am 28. Juli erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. Am 30. Juli 1914 erließ Zar Nikolaus II. die Generalmobilmachung. Darauf hin verhängte Kaiser Wilhelm II. am 31. Juli 1914 im Neuen Palais den Zustand drohender Kriegsgefahr für das Deutsche Reich.

Russland forderte er auf, die Mobilmachung rückgängig zu machen. Gemeinsam mit dem Reichskanzler begab sich der Kaiser in die Hauptstadt. Da eine Rücknahme der Mobilmachung ausblieb, unterschrieb der Kaiser am 1. August 1914 im Berliner Schloss die deutsche Mobilmachung und erklärte Russland den Krieg. Daraufhin griffen in den nächsten Tagen alle europäischen Bündnisvereinbarungen.

Freunde der Kunst

Das Neue Palais wurde am 31. Juli 1914 Schauplatz einer „Wegmarke der Geschichte“. Der Erste Weltkrieg war das erste folgenschwere Ereignis des 20. Jahrhunderts, er forderte 17 Millionen Menschenleben und änderte das europäische Staatengefüge von Grund auf.