09.08.2013 09:00 eine rauschhafte Retro-Inszenierung

Ausstellung in München: DAVID BLITZ - RECYCLE VEGAS in der Galerie Klüser

galerie klüser david blitz

Die Ausstellung „Recycle Vegas“ von David Blitz ist eine rauschhafte Retro-Inszenierung, eine grelle Neupositionierung von tradierten Motiven und eine liebevolle Hommage an den 80er-Jahre-Trash-Kult; (c) Copyright: David Blitz, Courtesy Galerie Klüser

Von: GFDK - Galerie Klüser

Die Ausstellung „Recycle Vegas“ von David Blitz ist eine rauschhafte Retro-Inszenierung, eine grelle Neupositionierung von tradierten Motiven und eine liebevolle Hommage an den 80er-Jahre-Trash-Kult. Sie ist eine Reise zurück in die Zukunft der Pop-Art und die längst vergessenen Untiefen der analogen Technik.

Ausstellung in Aachen

Der 38jährige Münchner David Blitz, der im Londoner Stadtteil Brixton aufwuchs und später in Kalifornien und München Kunst studierte, wurde inspiriert von der Pop-Art Andy Warhols und Brian Enos. Er legt seinen Arbeiten deren charakteristische Techniken zugrunde, die er aber bewusst verfremdet. David Blitz nutzt den Siebdruck nicht im klassischen Sinne - als Übertragungsart vorgefertigter Formen - sondern als malerisches Mittel, indem er versucht, in jedem einzelnen Druckvorgang eine neue, aus dem Arbeitsprozess geborene spontane Bildkomponente zu erschaffen.

Bildende Kunst

Er improvisiert und löst sich damit aus der Starrheit der Druckverfahren, um sich durchaus augenzwinkernd der Tätigkeit des Malers anzunähern, strenge Konzepte aufzubrechen und sich so einen Freiraum zu erschaffen, der sich allein aus der impulsiven Spontaneität konstituiert.Die Kunst von David Blitz ist verspielt, sie persifliert und ironisiert, sie lässt den Betrachter schmunzeln über buntskurrile Bildneuheiten aus greller Farbe. Die Begeisterung des Künstlers für Dada, Fluxus und Surrealismus zeigt sich vor allem in der vom Aussterben bedrohten Flipperautomatenästhetik seiner Lichtkästen.

Freunde der Kunst

Die Motive sind klassischen Spielautomaten, Graphic Novels oder Filmen à la Tarantino entnommen. Als Vorbild sieht der Künstler aber auch Duchamps „Großes Glas“, in dem sich Emotionalität und Ästhetik mit dem ambivalenten Maschinendiskurs paaren.Die Verwendung analoger, selbstgebauter Technik soll bewusst die Übermacht des Digitalen in der aktuellen elektronischen Kunst verdeutlichen. Sie stellt die frühere Ablehnung allen Konsums gegen die aktuelle Schnelllebigkeit des Digitalen, in der alles neu sein muss, stets muss man sich technischen Veränderungen in rasendem Tempo anpassen. Dem widersetzt sich David Blitz auch, indem er Teile aus alten Kunstwerken in neuen Arbeiten wieder verwendet, recycelt, und somit zur performativen Durchdringung aktueller Systeme ansetzt.

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