01.11.2011 08:02 das Spiel mit der Wahrnehmung

Ausstellung in Mannheim: PREMIERE_2: NASAN TUR 12.11.2011–19.02.2012

Von: Kunsthalle Mannheim

Der gebürtige Offenbacher Nasan Tur (*1974) liebt das Spiel mit der Wahrnehmung. Seine performativen Interventionen und Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen gehen meist unmittelbar vom alltäglichen Leben aus. Ob er sich für seinen Personalausweis einen „Türkenschnauzer“ wachsen lässt, oder Graffitibotschaften von Berliner Häuserfassaden auf die Museumswand sprayt (Time for Revollusion) – Nasan Tur untersucht und hinterfragt die Realität auf subtile und humorvolle Weise. Für die Ausstellung „Premiere_2: Nasan Tur“ konzipiert der Künstler jetzt eine Videoinstallation, die vom 12. November 2011 bis zum 19. Februar 2012 in der Kunsthalle Mannheim erstmals zu sehen sein wird.

„Premiere“ – das ist ein neues Ausstellungsformat der Kunsthalle Mannheim: Eine flexible Plattform für lebendige Strömungen und Entwicklungen der Gegenwartskunst. Einmal jährlich stehen Werke ausgewählter internationaler Künstler, die gerade noch produziert wurden erstmals der Öffentlichkeit zur Diskussion. In einem dynamischen Prozess werden immer wieder neue Räume des Museums zum Experimentierfeld künstlerischer Ausdrucksformen. Nach einem erfolgreichen Auftakt mit dem Spanier Enrique Marty 2010, konzipiert derzeit Nasan Tur eine Videoinstallation für die Ausstellungsreihe.

Nasan Tur mischt sich mit seiner Kunst auch unters Volk: Wie ein moderner Soziologe beobachtet er in künstlerischen Versuchsanordnungen an öffentlichen Orten Passanten und ihre Verhaltensmuster. Oftmals werden diese selbst zu Akteuren, die bei-spielsweise einen Rucksack (backpacks 2006) ausleihen und dessen Utensilien nach Belieben benutzen können. Mit solchen Eingriffen in den öffentlichen Raum und ihrer Dokumentation (Foto/Video) kreiert Nasan Tur Situationen, die individuelle Handlungsspielräume eröffnen. Durch minimale Veränderungen und Eingriffe in alltägliche Situationen macht er so mit einem ironischen Augenzwinkern auf Brüche aufmerksam, macht Unterschwelliges sichtbar und irritiert damit spielerisch unsere Vorstellungswelt.

Die Arbeiten von Nasan Tur wurden seit 1999 in zahlreichen in-ternationalen Ausstellungen gezeigt, von der Schirn Kunsthalle Frankfurt a.M. über die Istanbul Biennale bis zur Sammlung Essl (Wien). Sein Werk wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, zuletzt erhielt er das Stipendium der Stiftung Kunstfonds.

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