02.12.2014 08:00 Galerie ampersand

Ausstellung in Köln: STRICTLY BUSINESS - zeigt Arbeiten von Hyojin Jeong und Sebastian Weggler

ausstellung koeln

Beide Künstler setzen sich auf unterschiedliche Art und Weise mit den Eigenarten und Widrigkeiten des Künstlermetiers auseinander; Bild 1: © by Hyojin Jeong

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Bild 2: © Sebastian Weggler

Von: GFDK - Galerie ampersand

Die Galerie ampersand zeigt in der Ausstellung >>Strictly Business<< Arbeiten von Hyojin Jeong und Sebastian Weggler.

Ausstellung in Köln

Beide Künstler setzen sich auf unterschiedliche Art und Weise mit den Eigenarten und Widrigkeiten des Künstlermetiers auseinander. Während Sebastian Weggler seine Spielwiese in der Motivik und im Geniekult des 19. Jahrhunderts findet und in die Rolle von Prometheus und anderer mythischer Gestalten schlüpft, sondiert Hyojin Jeong verkleidet als Alice im Wunderland die Gefilde des Absurden und Phantastischen.

In seinen an antike Darstellungsformen angelehneten Reliefs setzt sich Sebastian Weggler mit der Glorifizierung der eigenen Künstlerpersönlichkeit auseinander. In heroischem Pathos dokumentiert er Etappen der „eigenen“ Vita, in der er sich als Erfinder des Rades sowie als Entdecker des Feuers zu erkennen gibt oder sich - in bescheidener Demut, umringt von Engeln - Lorberkränze auf das Haupt legen lässt.

Mit einem an Königsgräber angelehnten Sarkophag, setzt sich der Künstler im Stile der Pharaonen ein unauffälliges Denkmal für den Falle seines zukünftigen Ablebens.

Die Reliefs, die hinsichtlich ihrer Materialästhetik an Marmor oder Elfenbein erinnern, werden zunächst in handelsübliche Seifenblöcke geschnitzt und dann in Kunstharz gegossen, welches der Oberfäche des Ursprungsmaterials nachempfunden ist.

Der Künstler erzeugt durch dieses Verfahren eine Nachahmung im doppelten Sinne: es entstehen Imitationen einer Imitation. Weggler kehrt hierbei Duchamps Prinzip einer Valorisierung des Profanen um. Während Duchamp Objekten der Massenproduktion ihre Gebrauchsfunktion entzieht und sie in den Bereich der Kunst emporhebt, präsentiert Weggler seine kunstgeschichtlichen Zitate im Gewand einer reproduzierbaren Materialität, die dem Erhabenen den Ausdruck des Alltäglichen verleihen.

Freunde der Kunst

Hyojin Jeong rückt in den ausgestellten Arbeiten der modernen Märchenfigur Alice buchstäblich auf den Leibe. In Kleidern, die mit Zitaten des Originaltextes bestickt sind, nähert sie sich an eine literarische Figur an, die den Konventionen ihrer Zeit durch einen zufälligen Sturz in eine Parallewelt zu entkommen vermag.

Die Künstlerin überprüft in ihren Arbeiten die vielschichtige und offene Bildsprache der Erzählung auf ihre Verwertbarkeit im Kontext des Kunstbetriebes. Die Suche nach einem Kaninchen mit einer Uhr sowie der Befehl der Königin die weißen Rosen rot anzumalen transformiert die Künstlerin zu einer Metaphorik über die Künstlerexistenz.

Text: Falko Bürschinger

info@galerie-ampersand.de