05.02.2015 08:00 Galerie Ampersand

Ausstellung in Köln: ON/OFF - zwischen Realität und Virtualität mit Werken von Kilian Kretschmer

Kilian Kretschmer ausstellung

Beim ersten Betrachten lösen die Videoinstallationen- und Performances Verwunderung aus; Copyright: Kilian Kretschmer

Von: GFDK - Galerie Ampersand

Kilian Kretschmer bewegt sich in seinen Videoinstallationen und Performances an der Schnittstelle zwischen Realität und Virtualität.

Ausstellung in Köln

Beim ersten Betrachten lösen die Videoinstallationen- und Performances Verwunderung aus. Der Rezipient sieht sich mit technischen Szenarien konfrontiert, deren einzelne Bestandteile er zwar kennt, deren Zusammenspiel er aber nicht versteht. In der Arbeit On/Off scheinen drei Fernsehapparate ein Eigenleben zu entwickeln und sich gegenseitig ein- und auszuschalten. In Hors d´ Euvre wird ein dreidimensional, hologrammartiger Raum nur durch Projektionen auf Glasplatten erzeugt. Der Überraschungseffekt wird durch die Tatsache gesteigert, dass keine High-Tech-Geräte eingesetzt werden, sondern lediglich, zum Teil sogar veraltete, Alltagselektronik zum Einsatz kommt.

Kretschmers Illusionierung ist jedoch nicht darauf ausgerichtet durch technische Spielereien zu beeindrucken oder zu amüsieren, sondern den Betrachter mit seinen eigenen Wahrnehmungsprozessen zu konfrontieren. Es wird hierbei die Frage nach dem Wirklichkeitsbezug der Gegenstände und ihrem Verhältnis zu den Gesetzmäßgkeiten der Wahrnehmung gestellt. Mit diesem Ansatz verfolgt er eine Thematik, die in der Philosophie, ausgehend von Platons Höhlengleichnis über Kants Transzendentalphilosophie bis hin zum Konstuktivismus eines der zentralen, wenn auch ungelösten Probleme darstellt.

Freunde der Kunst

Diese Fragestellung, an der sich Generationen von Philosophen und auch Künstler abgearbeitet haben, erscheint jedoch in der aktuellen Situation, in der neue mediale Entwicklungen auf den Weg gebracht werden, welche die Bildfläche verlassen und den dreidimensionalen Raum erobern, in einem neuen Licht. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass durch die Optimierung von Bilderzeugungsprozessen, Realität und virtuelle Konstrukte in naher Zukunft unter Umständen nicht mehr unterscheidbar sind, wartet diese Problematik erneut auf Bearbeitung.

F. Bürschinger

falko.buerschinger@gmx.de

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