11.02.2012 07:14 Für ihn ist ein Gemälde kein Objekt

Ausstellung in Kleve: zum zehnten Todestag des Malers „Raimund Girke“ vom 12.02.bis 20.05.2012

Von: Museum Kurhaus Kleve - 3 Bilder

2012 jährt sich der Todestag des Malers Raimund Girke zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass bereitet das Museum Kurhaus Kleve eine umfangreiche, insgesamt rund 40 Arbeiten umfassende Präsentation vor, die Girkes bedeutenden Beitrag zur deutschen Malerei nach 1945 würdigt. Sie schlägt einen Bogen vom selten gezeigten Frühwerk ab 1953 über die 1970er Jahre, in denen Raimund Girke als Teilnehmer der documenta 6 zu Ruhm kommt, bis zum Spätwerk, das zugleich einen neuen Aufbruch bedeutet. Im Museum Kurhaus Kleve setzt die Ausstellung eine Linie des Programms fort, die der konkreten und analytischen Malerei in Europa gewidmet ist. In diesem Rahmen wurden bisher Einzelausstellungen u.a. von Alan Charlton, Niele Toroni, Jan Andriesse und Ulrich Erben gezeigt.

Raimund Girke wurde 1930 in Heinzendorf / Niederschlesien geboren und ist 2002 in Köln gestorben. Seine Ausbildung erhielt er an der Werkkunstschule Hannover und, in den Jahren 1952-56, an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er zu den Schülern von Georg Meistermann zählte. 1966-71 wirkte er als Dozent an der Werkkunstschule Hannover und 1971-96 als Professor an der Hochschule der Künste in Berlin. Seine Malerei ist in zahllosen Einzel- und Gruppenausstellungen in bedeutenden Museen in ganz Europa gezeigt worden. 1995 wurde er mit dem Lovis-Corinth-Preis und 2002 mit dem Niedersächsischen Kunstpreis ausgezeichnet.

Girkes Oeuvre ist, wenn man es als Ganzes überblickt, von stupender Schlüssigkeit. Bewusst sich abgrenzend von den während seines Studiums tonangebenden Strömungen des Informel bzw. Tachismus, findet er noch im Verlauf der 1950er Jahre zu einem Bildkonzept, an dem er sein Leben lang festhält. Seine Malerei, so radikal sie in ihrem völligen Verzicht auf jedes gegenständliche Motiv auch anmuten mag, fußt auf der großen europäischen Tradition des Tafelbildes: Für ihn ist ein Gemälde kein Objekt, sondern im eigentlichen Sinn ein visuelles Ereignis, das sich der Arbeit mit Pinsel und Farbe verdankt. Seine Bilder zeichnen sich aus durch ihren ruhigen Rhythmus und klare Struktur. Eine gleichmäßige Pinselschrift zeugt von höchster Konzentration einerseits und größter Gelassenheit andererseits. Eine Schlüsselfunktion in Girkes Schaffen hat die Farbe Weiß – als Inbegriff von Einfachheit, Licht und Stille.

 

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Bilder/Copyrights:

1) Raimund Girke, geschichtet, 1957 © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

2) Raimund Girke, Auflösung und Verdichtung, 1996 © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

3) Raimund Girke, dichtes Feld, 1999, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

 

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