01.01.2017 07:30 farbintensive Malerei

Ausstellung in Jena mit Werken der französischen Künstlerin Bénédicte Peyrat

Farbintensive Malerei von  Bénédicte Peyrat

Die französische Künstlerin Bénédicte Peyrat entführt uns in geheimnisvolle, arkadische Landschaften, die mit traumwandlerischen Entdeckungen über­raschen. (c) Kunstsammlung Jena

Von: GFDK - Kunstsammlung Jena

Vor den Gemälden von Bénédicte Peyrat wird schnell klar, diese Künstlerin liebt nicht nur die Farben, sondern auch die Fülle. In barocker Sinnlichkeit begegnen uns merkwürdige, meist rundliche und fleischige Figuren, die so eigenwillig handeln wie sie aussehen.

Ein Hase thront auf einem Polster, eine venezianische Gondel steht mitten im Wald und überhaupt: Menschen und Dinge führen ein merkwürdiges und zugleich faszinierendes Eigenleben. Dieser Kosmos aus Tieren, Menschen und Dingen ist voller Eigenarten und in seiner unprätentiösen Andersartigkeit weder cool noch schick, dafür aber sympathisch und menschlich.

Kunst aus Frankreich

Die französische Künstlerin Bénédicte Peyrat entführt uns in geheimnisvolle, arkadische Landschaften, die mit traumwandlerischen Entdeckungen über­raschen. Sie vermeidet eine direkte geografische und zeitliche Verortung, sucht aber den Dialog mit den Epochen und Stilen der Kunstgeschichte. Hier entlädt sich ein flämisch-niederländischer Barock unter impressionistischen Himmeln und ist mit einer Erzählung aufgeladen, die durch ihre brüske Abkehr von den Verheißungen einer uniformen Gegenwart, diese als Groteske desavouiert.

Eine so sichtbar gelebte Individualität ist subversiv, gestern wie heute, auch wenn Peyrats „Boxeur“ niemanden schlägt und jene Frau, die eine Astschere herzeigt, viel mehr Fragende als Handelnde ist. Peyrat entwirft Typen, die sie aus Sehen und Erleben extrahiert und fügt diese in Kompositionen, die wie Allegorien, aus der Zeit gerückt sind. Geschichte und Gegenwart greifen ineinander und alles, was hier geschieht, ist lebensnah und fern gleichermaßen.

Ausstellung in Jena

In ihren keramischen Arbeiten greift Peyrat die Motive und Figuren aus ihren Gemälden auf, gibt ihnen räumlich Tiefe und entwickelt so in den skulpturalen Arbeiten eine größere Plastizität. Diese im Werk der Künstlerin noch relativ neue Technik erfordert zügiges und exaktes Arbeiten, denn der Scherben trocknet schnell und erlaubt keine Korrekturen. Die blaue Bemalung auf weißem Fond erinnert an das charakteristische Blau der Delfter Fayencen des 17. Jahrhunderts.

Bénédicte Peyrat hat ein eigenwilliges und originäres Werk entwickelt, dass gerade dadurch auffällt, weil es sich nirgendwo einordnen lässt. In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder Positionen der internationalen Kunstszene vorgestellt, die sich in so erfreulicher Weise vom Mainstream des Kunstmarktes abheben. Für die Ausstellung in Jena wurde eine Auswahl von Gemälden und Fayencen aus dem Werkfundus der letzten Jahre getroffen, die nun erstmals in Mitteldeutschland vorgestellt werden.

Die Künstlerin ist zum Presserundgang und zur Vernissage anwesend.

Ausstellung in der Kunstsammlung Jena

10. Dezember 2016 – 17. April 2017                              

Orientbilder

Fotografien 1850–1910

Presserundgang: Freitag, 9. Dezember 2016, 11 Uhr

Vernissage: Freitag, 9. Dezember 2016, 19 Uhr