21.04.2012 07:47 Innsbruck als Ort von Freiheit

Ausstellung in Innsbruck: Danh Vo „Herzlich Willkommen“ Freiheit bis 19.5.2012

Danh Vo, We the People, 2011, Installationsansicht Kunstraum Innsbruck 2012, Foto: Veit Loers

Von: Kunstraum Innsbruck

Im Rahmen seines sehr spezifischen konzeptuellen Werkes entwickelte Danh Vo im letzten Jahr sein künstlerisches Projekt um die amerikanische Freiheitsstatue, das er erstmals im Fridericianum Kassel zeigte. Die große Rauminstallation hieß WE THE PEOPLE, die Ausstellung JULI, IV, MDCCLXXVI (Datum der amerikanische Unabhängigkeitserklärung): Es handelte sich um Abgüsse der Außenhaut der Liberty aus Kupfer, die, weil noch nicht alle abgeformt waren, durch neutrale Kupferplatten ergänzt wurden, damit das Gewicht der Kolossalstatue auch visuell präsent sei. Danh Vo erklärte, die Idee sei ihm gekommen, als er vom extrem dünnen Durchmesser des getriebenen Kupferblechs des Originals von 2,4 mm gehört habe.

Freiheit ist ein abstrakter Begriff, der an der wechselseitigen Entstehungsgeschichte der Kolossalskulptur ablesbar ist. Die Freiheit des einen ist die Ausbeutung des anderen. Die Splitter der Freiheit – so könnte man die Kupferteile nennen, lassen sich imaginär zur ganzen Liberty zusammenfügen. Von Kassel aus bewegen sich die Kunststationen vom New Museum New York über den Kunstraum Innsbruck, das Statens Museum for Kunst Kopenhagen, Wexner Art Center Ohio, Museion Bozen und andere mehr bis zum Musée d’art Modern in Paris, wo alle Teile 2012/ 2013 zueinander finden sollen. Paris war 1885 auch der Ausgangspunkt für die Verschiffung der in Einzelteile zerlegten Riesenskulptur, die Frédéric-Auguste Bartholdi 1870 entworfen und ausgeführt hatte.

Danh Vo hat sich vor mehr als einem Jahr zu dieser Ausstellung in Innsbruck selbst via Facebook eingeladen. Seine Idee, Innsbruck als Ort von Freiheit in sein globales WE THE PEOPLE - Projekt  zu vernetzen, stieß auf große Resonanz im Kunstraum. „Herzlich Willkommen“, Danh Vo, „Herzlich Willkommen“ Freiheit. Aber Danh Vos Rauminstallationen sind auch immer sichtbare Zeichen seiner eigenen Geschichte und seines Verhältnisses zur realen Welt, Wegmarken eines Storyboards, in dem der Künstler sich hinter Ready-Mades und Dokumenten versteckt. Der originale Kronleuchter der Vietnamkonferenz in Paris (1973) oder die Habseligkeiten seiner Großmutter – Kühlschrank, Fernseher und Kreuz – sind sichtbare Inseln im endlosen Meer von Beziehungsgeflechten. So sind die Trümmer, die in Innsbruck gelandet sind, Ausdruck einer kollektiven Kunstidee und des Erscheinens individueller Kunstwerke in der Form von Ready-Mades gleichzeitig.


Danh Vo, geboren 1975 in Saigon (Vietnam), ist in Dänemark aufgewachsen. Er hat in der Royal Danish Academy of Fine Arts in Kopenhagen und in der Städelschule in Frankfurt studiert. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Er hat u.A. bereits in der National Gallery of Denmark (Kopenhagen), in the Artist Space New York, in der Kunsthalle Basel, Kunsthalle Fridericianum in Kassel, in der 6. Berlin Biennale ausgestellt. 2007 hat er den blauorange-Preis gewonnen und wurde für den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst in Berlin nominiert.

 

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