22.11.2013 07:00 Studio

Ausstellung in Heidelberg: ulrike mohr: ›With your hands black‹ im Kunstverein

ulrike mohr ausstellung in heidelberg

Ulrike Mohr hat eine komplexe Landschaft entwickelt, die sich einerseits aus Materialien in unterschiedlichen Aggregatzuständen zusammensetzt; (c) Ulrike Mohr

ulrike mohr ausstellung kunstverein heidelbergulrike mohr ausstellung With your hands black
Von: GFDK - Heidelberger Kunstverein

Mit der Ausstellung "With Your Hands Black" eröffnet im Studio des Kunstvereins eine neue Ausstellungsreihe, die Modelle des Reisens in der künstlerischen Praxis und Forschung vorstellt. Dabei stehen Prozesse und Verfahren sowie Formen und Gesten im Mittelpunkt, denen die Erfahrung von Nähe und Distanz zu Objekten, Vorgängen und Ereignissen zugrunde liegt.

Ausstellung in Heidelberg

Ulrike Mohrs künstlerische Haltung nutzt Transformationsprozesse von Materialien, die wiederum von komplexen Forschungsergebnissen, tradiertem Wissen, aber auch von Zufällen beeinflusst werden. Ausgehend von Naturbeobachtungen, besitzen ihre Arbeiten eine eigene stoffliche Präsenz, die die Künstlerin in artifizielle Räume, wie den öffentlichen Raum oder den Ausstellungsraum überträgt. Demnach ist ihre Position als Bildhauerin das Resultat eines prozessorientieren Umgangs mit kontextbezogenen Materialien, die sie in poetische Installationen überführt. Dabei gilt ihr Interesse nicht nur der Materialbeschaffenheit, sondern auch der zeitlichen Dimension, die den ephemeren Substanzen innewohnt.

Mit "With Your Hands Black" hat Ulrike Mohr für das Studio des Kunstvereins eine komplexe Landschaft entwickelt, die sich einerseits aus Materialien in unterschiedlichen Aggregatzuständen zusammensetzt und sich andererseits auf die Beschaffenheit des Raumes selbst bezieht.

Ausstellung im Heidelberger Kunstverein

Die Ausstellung lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das Machen, das Tun, das Tätig sein und die damit verbundenen gesellschaftlichen Verhältnisse, unter denen sich Material kulturgeschichtlich entwickelt hat und produziert wurde. Der Titel verweist auf die Praxis des Köhlerns, mit der sich Mohr seit 2008 beschäftigt. So trifft in ihren Installationen zum Beispiel industriell gefertigte Zeichenkohle auf die von ihr selbst hergestellte. Diese Zusammenstellung präsentiert nicht nur transformierte Objekte mit neuen Eigenschaften, sondern auch dreidimensionale Zeichnungen, die sich im Raum entfalten. Asche, Ruß, Ton, Glas, Metall, Stoff, Licht, Farbe und Wasser sind weitere Bestandteile, die das Zusammenspiel von Wahrnehmung, Materialgefühl, Handfertigkeiten und tradierten Techniken widerspiegeln.

Ulrike Mohr: ›With your hands black‹ ausstellung in Heidelberg

Ulrike Mohr studierte Bildhauerei an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Ihre Arbeiten nehmen den öffentlichen Raum als Ausgangspunkt und basieren auf kritischer Beobachtung, prozesshafter Aufzeichnung, strukturierender Vermessungen oder auch der Einführung anderer Ordnungssysteme. Sie siedelte zum Beispiel eine Gruppe wild gewachsener Bäume, die sich auf dem Dach des mittlerweile abgerissenen Palasts der Republik befanden, auf innerstädtisches Brachland um.Sie nahm unter anderem an der 5. Berlin Biennale (2008) und der Momentum Biennial (2011) in Norwegen teil, erhielt das Istanbul-Stipendium des Berliner Senats und das Arbeitsstipendium sowie die Katalogförderung der Stiftung Kunstfonds. Mohr lebt und arbeitet in Berlin.

presse@remove-this.hdkv.de