12.05.2013 10:00 einflussreichste bildhauerinnen ihrer generation

Ausstellung in Hannover: Rachel Harrisons knallbunte Skulpturen und großformatige Installationen schicken den Betrachter auf Expeditionen

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Die Kestnergesellschaft Hannover präsentiert in einer umfangreichen Einzelausstellung neue Werke der US-amerikanischen Künstlerin Rachel Harrison; Bild 1/ 2: Courtesy: die Künstlerin und Greene Naftali, New York

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Bild 3: All in The Family, 2012. Holz, Styropor, Maschendraht, Zement, Acryl, Staubsauger, 93 x 34 x 34 cm; Solomon R. Guggenheim Museum, New York. Erworben mit Mitteln des International Directors Council 2012; Foto: John Berens

Von: GFDK - Kestnergesellschaft Hannover - 3 Bilder

Die Kestnergesellschaft Hannover präsentiert in einer umfangreichen Einzelausstellung neue Werke der US-amerikanischen Künstlerin Rachel Harrison (*1966, New York). Die New Yorkerin gilt als eine der einflussreichsten Bildhauerinnen ihrer Generation. Gezeigt werden Skulpturen und Zeichnungen der Serie «The Help» (2012), die großformatige Installation «Incidents of Travel in Yucatan» (2011) und die fotografischen Arbeiten «Sunset Series» (2012).

Ausstellung in Hannover

Die Skulpturen der «Help»-Serie zeichnen sich durch ihren innovativen Umgang mit Duchamps Readymade und ihre subversive Doppeldeutigkeit aus. Harrison kombiniert gefundene Gegenstände, die oftmals aus dem Haushalt stammen, mit von ihr selbst gefertigten Skulpturen. Ihre farbigen, oftmals anthropomorphen Plastiken fungieren als Andockstationen oder auch als «Interfaces», die einen Austausch mit Objekten ermöglichen. Die scheinbare Mobilität der Ready-Mades hinterfragt Konzepte von Monumentalität und Dauer in der Bildhauerei.

Bildende Kunst

«Incidents of Travel in Yucatan» beschreibt eine ortsspezifische, aus Podesten bestehende Installation, mit der Rachel Harrison eine Vielzahl anthropologischer und politischer Fragen aufwirft. Neben Bezügen auf die Arbeiten von Marcel Broodthaers sowie die Ballspiele der Maya, reflektiert das raumgreifende Werk auch die deutsche Geschichte und den untergehenden Sozialismus. Die Foto-Arbeit «Sunset Series» wiederum zeigt 31 Aufnahmen von Sonnenuntergängen. Diese basieren auf einer einzigen Aufnahme, die Harrison mit einer Taschenlampe aus verschiedenen Winkeln und Distanzen beleuchtete und so die Vorlage erheblich veränderte. Die Serie verweist auf die konzeptuelle Fotografie und verdeutlicht, dass die Wahrnehmung desselben Motivs jedes Mal eine andere ist: Der Taschenlampenstrahl steht stellvertretend für den forschenden Blick des Betrachters und schafft Originale aus einem Massenartikel.

Freunde der Kunst

Rachel Harrison hatte Einzelausstellungen u.a. in der Whitechapel Gallery in London (2010), im Portikus Frankfurt am Main (2009), im Center for Curatorial Studies, Hessel Museum, Bard College (2009), im Migros Museum in Zürich (2007) und im San Francisco Museum of Modern Art (2004). Auch war sie Teilnehmerin bei internationalen Biennalen, wie der Venedig Biennale 2009 und 2003 sowie der Whitney Biennale 2008 und 2002 sowie der Berlin Biennale 2006. 2011 wurde sie mit dem renommierten Calder Prize ausgezeichnet. Ihre Werke sind u.a. in Sammlungen des MoMA, der Tate Modern, des Guggenheim Museum und des Stedelijk Museum prominent vertreten.

 

konstantin wenzel
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