19.01.2012 05:02 29. Januar 2012 – 06. Mai 2012

Ausstellung in Hannover: A Return to Painting. Eine Rückkehr zur Malerei. Ilya Kabakov, 1961-2011

Von: Sprengel Museum Hannover

Die Malerei gibt es im Werk von Ilya Kabakov seit dessen ersten Anfängen; sein malerisches Werk entsteht bereits früh, noch in der Sowjetunion, parallel zu seiner „Brotarbeit“ als Zeichner und Illustrator.
 
Auch in den unzähligen Installationen der letzten Jahrzehnte, gemeinsam mit seiner Frau Emilia realisiert, spielt die Malerei immer wieder eine zentrale Rolle. Sie bot Ilya Kabakov die Möglichkeit der Camouflage, des Spielens mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und Autorennamen, des Ausweitens des erzählerischen Raums der Werke.

Seit etwa dem Jahre 2000 hat Ilya Kabakov sich von der künstlerischen Installation weitgehend abgewandt und forciert nun eine sehr persönliche Malerei, in der er eine Revision des Gelebten und Geleisteten, der Bilder der Vergangenheit, der Bildwelten des sowjetischen Sozialismus vornimmt. Vielteilige Bildfolgen entstanden dabei, wie „Unter dem Schnee“ oder „Fliegend“, in denen das Entschwinden dieser realen Welten seine bildlichen Entsprechungen findet.

Die fliegenden und fliehenden Bilder im weißen Bildraum der Folge „Sie fliegen“ benennen Abschiede und schaffen den Anklang an gegensätzliche Traditionen der Kunst des 20.Jahrhunderts, an eine abbildende und konstruktive, abstrakte.
 
Ungewöhnlich direkt persönlich sind auch einige Werkgruppen der allerletzten Zeit. In „Schwarze Gemälde“ erschafft der Maler einen vielfältig fokussierten, montierten Bildraum, in dem persönliche Erlebnisse der letzten Zeit – wie ein Japanaufenthalt anlässlich der Verleihung des Premium Imperiale – eine vom Künstler gedachte große Szene entstehen lassen.

Die dunkle Farbigkeit setzt diese Bildgruppe deutlich ab von der offenen Präsentation der Familienbilder aus der Gruppe „Sie schauen“. In ihr imaginiert Kabakov, nur fußend auf einigen wenigen Familienfotografien, die Gegenüberstellung des Malers wie Betrachters mit den realen und imaginierten Figuren der persönlichen Vergangenheit des Künstlers. Die Tanten, Onkels, die Mutter und der kindliche Ilya Kabakov schauen auf uns, in Vergegenwärtigung eines verflossenen Lebens in einem jüdischen Familienverbund in der Sowjetunion der Stalinzeit.

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