06.05.2013 08:00 Böse Dinge

Ausstellung in Hamburg: Was ist Geschmack? Wer bestimmt, was gut oder schlecht, schön oder hässlich ist? - Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks

ausstellung in hamburg

Böse Dinge, Ausstellung in MKG; Foto: Armin Herrmann

Museum für Kunst und GewerbeBöse DingeEine Enzyklopädie des Ungeschmacks
Von: GFDK - MKG - 4 Bilder

Was ist Geschmack? Wer bestimmt, was gut oder schlecht, schön oder hässlich ist? Unternehmen geben Milliarden aus, um herauszufinden, welches Produkt den Nerv der Zeit trifft. Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Suche, welche Areale im Gehirn für die Geschmacksbildung verantwortlich sind. Und wir? Wir diskutieren über Geschmack, obwohl sich darüber bekanntlich nicht streiten lässt.

Ausstellung in Hamburg

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) greift in einem Ausstellungsprojekt den Diskurs um „guten“ und „schlechten“ Geschmack auf und stellt historische und aktuelle Positionen gegeneinander. Über eine Tauschbörse werden die Besucher außerdem eingeladen, sich an der Geschmacksdebatte aktiv zu beteiligen. Ausgangspunkt ist die Ausstellung „Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks“, entwickelt vom Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin, die nun im MKG zu sehen ist. Das Konzept basiert auf der Publikation „Guter und schlechter Geschmack im Kunstgewerbe“ des Kunsthistorikers Gustav E. Pazaurek von 1912.

Bildende Kunst

Darin entwickelt er einen komplexen Kriterienkatalog, der auch die Grundlage für seine „Abteilung der Geschmacksverirrungen“ im Stuttgarter Landesmuseum ist. Pazaurek war Mitglied des 1907 gegründeten Deutschen Werkbunds, der die bis heute aktuelle Debatte um die „Gute Form“ im Design auslöst. Die Ausstellung „Böse Dinge“ präsentiert etwa 60 Objekte aus dem ehemaligen Pazaurek‘schen „Schreckenskabinett“ und konfrontiert diese mit aktuellen Designobjekten.

Freunde der Kunst

Dabei wird Pazaurek’s Systematik auf ihre heutige Gültigkeit überprüft. Gleichzeitig werden neue Kategorien entworfen, die aus aktueller Sicht Dinge als „gut“ und böse“ charakterisieren könnten. Parallel zeigt das MKG das Projekt „Name That Thing“ der Muthesius-Kunsthochschule Kiel. Studierende beschäftigen sich in Objekten, Projektionen, Installationen, Fotografien und Texten mit dem Thema der Kitschkunst und nehmen auch das Museum als geschmacksbildende Instanz ins Visier.

Michaela Hille

E-Mail: presse@mkg-hamburg.de