02.02.2016 07:56 sein und schein

Ausstellung in Graz: Drei Künstlerpersönlichkeiten stellen Eigen- und Besonderheiten vom Leben in einer maskierten Gesellschaft aus

Alexandra Zsolnai in der Galerie Blaues Atelier

Die künstlerische Kleingruppe umkreist Fragen um Identität, Schein und Sein sowie Selbst- und Fremdbeobachtung. Alexandra Zsolnai (c) Galerie Blaues Atelier

Yvonne Nickl in der Galerie Blaues Atelier

Yvonne Nickl (c) Galerie Blaues Atelier

Harald Kraxner in der Galerie Blaues Atelier

Harald Kraxner (c) Galerie Blaues Atelier

Von: GFDK - Kerstin Eberhard

Drei Künstlerpersönlichkeiten, Absolventen der Meisterklassen Bildhauerei und Malerei der Grazer Ortweinschule, loten in ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung in der Galerie Blaues Atelier die Eigen- und Besonderheiten vom Leben in einer maskierten Gesellschaft aus. Die künstlerische Kleingruppe umkreist Fragen um Identität, Schein und Sein sowie Selbst- und Fremdbeobachtung. Das lose Trio ist Mitglied der offenen Grazer Künstlergemeinschaft „Atelier X Galerie“ in der Ägydigasse.

Als die Show vorüber war blickte sie hinter den Vorhang und sah, dass die Künstler beschädigt und nicht mit ihrem Leben zufrieden waren. … Die Clowns: Sie wirken zwar glücklich, sind aber Alkoholiker.“ (Zitat: Alexandra Zsolnai)

Alexandra Zsolnai (geboren in Szombathely, lebt und arbeitet in Graz),zieht eine Parallele zwischen dem Zirkusleben der 20er - 50er Jahre und dem enttäuschenden „selfie life“ der Gegenwart. Sie entwickelte eine Kurzgeschichte, anhand derer eine Fotoserie und Malereien zum Thema `Maskierung – die Identität hinter der Fassade´ entstanden.

Es wird gespielt, getanzt, geliebt, getrauert, Unfug getrieben, einander geholfen, miteinander gekämpft, geschuftet, gefaulenzt und und und ... Es scheint als entwickeln diese Wesen ein Eigenleben, bevölkern und okkupieren die Häuser und Wohnungen der Menschen. In dieser Arbeit stehen die Absurditäten und das sich Bewegen (der Gesellschaft) in einem Hamsterrad im Mittelpunkt." (Zitat: Harald Kraxner)

Harald Kraxner (geboren in Judenburg, lebt und arbeitet in Graz) ist einer,der seit Monaten damit befasst ist, tausend kleine Figuren aus Kupferdraht zu biegen und diese situativ zueinander in Beziehung zu setzen,um in einer Installation eine Studie eines großen Repertoires von Verhaltensweisen entstehen zu lassen. Es ist die Umsetzung einer größtmöglichen Summe eines `jemand anderes sein´. Seine Figuren verströmen sich umherwandernd in einem zeitlosen Raum, doch wie in der Realität weiß man nicht, an welches neue Ufer sie ihr Weg letztlich führen wird. Die Gesellschaft funktioniert, auch wenn wir teilweise einer Fremdbestimmung unterliegen.

Ausstellung in Graz

Alle Menschen tragen Masken. Durch die Umstände wie und wo wir geboren wurden, sind wir zu dem geworden, wer wir sind. Wir stehen immer wieder vor dem Versuch herauszufinden, wer wir denn eigentlich wirklich sind oder wer wir sein wollen oder wer wir sein könnten“. (Zitat: Yvonne Nickl)

Yvonne Nickl (geboren in Wien, lebt und arbeitet in Graz),mit einem Videofilm die maskierte Eigen-Existenz mittels eines Verdoppelungseffekts ergründend, fragt, wer das `du im ich und wer das ich im du´ sein könnte. Der Film zeigt in verschiedenen Variationen einer gespiegelten Selbstbetrachtung, in der sich das geschminkte (also das maskierte) Ich selbst anblickt, sich aufzulösen versucht, um sich dann in einer neuen Form zu konfigurieren, die Umsetzung der kleinstmöglichen Summe eines`jemand anderes sein´. Eine filmisch umgesetzte extreme Schwankung zwischen den beiden Möglichkeiten `ich bin nichts und ich bin alles´.

Lesung im  Rahmen des Krimifestival Fine Crime®  „Eingespritzt“ von Constanze Dennig

- Alma Liebekinds 2. Fall, ein Wien-Krimi

Do. 25.02. 2016 um 18h

Eintritt: € 6.-

Ort der Veranstaltung und Kontaktdaten: wie oben

Inhalt der Lesung:

"Eine junge Turnusärztin stirbt ohne ersichtlichen Grund – und das auch noch im Nachtdienst. Alma kann es nicht lassen, sie muss das Geheimnis dieses ominösen Todesfalles lüften, auch wenn die Polizei eine natürliche Todesursache vermutet. Ihre neugierige Mutter steht ihr bei diesem Unterfangen wieder tatkräftig zur Seite – mit ungewöhnlichen Strategien. Bald gibt es heiße Spuren: Hat das Verschwinden der Leichen zweier junger Frauen aus der Pathologie etwas damit zu tun? Auf der Suche nach Indizien und einem entflohenen Taipan treibt es Mutter und Tochter bis nach New York, während Manfred, der Gerichtsmediziner und Erika, die Kommissarin, den Fall in Wien zu den Akten legen wollen. Als gelernte Psychiaterin zieht Alma alle Register, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Dabei ist vieles anders, als es scheint. Denn die Lüge ist nur die Rückseite der Wahrheit."

 

Constanze Dennig-Staub

Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, Theaterleiterin (mit Edith Draxl) des „Theater am Lend“, Graz. Theaterstücke, Thomas Sessler Verlag Aufführungen in Ukraine, Russland, Deutschland und Österreich.

Romane: „Die rote Engelin, Eros, Omam und ich“, „Klonküsse“, „Homo touristicus“, Verlag der Apfel.

Schreibt Krimis: „Abgetaucht“, „Eingespritzt“, Amalthea Verlag sowie Drehbücher und Kurzgeschichten.

www.constanzedennig.com