25.04.2015 09:00 Kunstsammlung der Universität Göttingen

Ausstellung in Göttingen: Sterbliche Götter - Raffael und Dürer in der Kunst der deutschen Romantik

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Oftmals wurden die beiden Künstler zu­sammen und sogar "Hand in Hand" dar­gestellt, obwohl sie sich im Leben nie begegnet sind; Bild 1/2/4: Lithographie auf aufgewalztem China Privatbesitz

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Bild 3: Kupferstich und Radierung Göttingen, Städtisches Museum

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Von: GFDK - Kunstsammlung der Universität Göttingen

Zu einer tragenden Idee der deutschen Romantik gehört die von der Freund­schaft der Renaissance-­Künstler Raffaello Sanzio (1483-­1520) und Albrecht Dürer (1471-1528).

Ausstellung in Göttingen

Oftmals wurden die beiden Künstler zu­sammen und sogar "Hand in Hand" dar­gestellt, obwohl sie sich im Leben nie begegnet sind. Es war aber eine äußerst produktive Vor­stellung von Dichtern und Malern der Romantik, dass Raffael und Dürer als geistes­verwandte Aus­nahme­künstler des Nor­dens und des Südens hätten be­freundet sein können. Raffael und Dürer als die beiden Muster­künstler Italiens und Deut­schlands sollten wiederum in der Gegen­wart künst­lerisch, moralisch und bio­graphisch nach­geahmt werden. Die Ausstellung legt in einer Auswahl von ca. 120 Objekten dar, wie sich der Raffael-Kult um 1800 heraus­gebildet hat, dem als patrio­tisches Gegen­bild die Dürer­-Verehrung zur Seite ge­stellt wurde.

Die künst­lerische Ver­einigung der Leistungen beider Maler, die Ver­schmel­zung von Charakter und Ideal, von Nord und Süd, von "Italia und Germania" wurde zu einem Haupt­anliegen der Romantik. Im Zentrum der Aus­stellung stehen die beiden Bild­serien zum Leben Raffaels von den Gebrüdern Franz und Johannes Riepenhausen, jener Göttinger Maler, die von Goethe zu­nächst hoch­geschätzt waren, sich ab 1805 in Rom aber ganz der Romantik ver­schrieben haben. Um diesen auf die Göttinger Früh­romantik um Wilhelm Heinrich Wackenroder, Ludwig Tieck und Carl Friedrich von Rumohr be­zogenen Kern ent­steht ein Bild­essay, der vor allem Zeich­nungen und Druck­graphik, aber auch Gemälde, Skulpturen und Medaillen, darunter kost­bare Leih­gaben aus öffent­lichen Sammlungen und Privat­besitz, umfasst.

Freunde der Kunst

Bücher illustrieren zudem die literarische Rezeption und die frühe kunst­historische Er­forschung von Raffael und Dürer. Ein Augen­merk liegt auf den Konzep­tionen der Kind­heit der Künstler sowie auf ihrem Tod. Deshalb werden unter den Ex­ponaten seltene Reliquien des säkularen Künstler­kultes, der bis zur Öffnung von Raffaels Grab im römischen Pantheon 1833 reichte, erstmals im Zusammen­hang gezeigt.