24.12.2015 07:14 ausstellung im MMK

Ausstellung in Frankfurt: Kostas Murkudis - Tuchfühlung

Kostas Murkudis und die Sammlung des MMK

Kostas Murkudis in Zusammenarbeit mit Carsten Nicolai, Film Still: Modenschau im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, 2010; Foto/photo: © MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main / Renato Ribeiro Alves

Von: GFDK - MMK

Avantgarde-Mode im Museum, was ist tragbare Mode und was ist untragbar, fragen sich die Freunde der Künste angesichts der aktuellen Ausstellung von Kostas Murkudis im MMK.

Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main widmet Kostas Murkudis, einem der international renommiertesten Designer der Gegenwart, seine erste umfassende Museumsausstellung.

Seit der Eröffnung des MMK im Jahr 1991 hat das Museum immer wieder die Nähe zwischen Mode und Kunst thematisiert. Mit diesem Ausstellungsprojekt setzt das MMK seinen programmatischen Blick auf Grenzbereiche der bildenden Kunst und Mode fort und erweitert ihn.

Im Jahr 2013 stiftete Kostas Murkudis große Teile seines Archivs, Originalentwürfe und Prototypen drei internationalen Museumssammlungen: dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, dem Palais Galliera – Musée de la mode de la ville de Paris sowie dem Kyoto Costume Institute, Japan. Die Schenkung an das MMK markiert den Ausgangspunkt für die umfangreiche Ausstellung, die im Juli 2015 in der neuen Dependance des Museums, dem MMK 2, eröffnete. Die Ausstellung präsentiert Murkudis Schaffen im Kontext der bildenden Künste. Die Ausstellungsarchitektur und Displays wurden von dem deutschen Künstler Carsten Nicolai und dem Architekten Aaron Werbick entworfen.

Kostas Murkudis und die Sammlung des MMK

Künstlerische Positionen und Arbeitsweisen haben Murkudis’ Schaffen maßgeblich geprägt. Die Verbindungen manifestieren sich insbesondere in seinem skulpturalen Ansatz, der Auseinandersetzung mit plastischen Materialien, seiner bildnerischer Praxis wie auch in den von ihn gewählten Präsentationsformen, die sich deutlich von den gängigen Modeschauen abheben. In den vergangenen Jahren hat Kostas Murkudis für seine eigenen Kollektionen ausschließlich Einzelteile entworfen – Originale, die keiner industriellen Verwertung und Vermarktung zugeführt wurden. Seine umfassenden Recherchen und die sichtbaren architektonischen Einflüsse sind weitere Aspekte, die sein gesamtes Werk durchziehen.

Durch neue Präsentationsformen, die traditionelle Standards der Modewelt unterlaufen, und die Erweiterung der Mode in Bezug auf soziale, skulpturale und partizipatorische Fragestellungen verändert Kostas Murkudis Schaffen unsere Vorstellungen von und unseren Blick auf Mode. Viele seiner Ideen und Entwürfe nehmen dabei Bezug auf zeitgenössische künstlerische Praxis. Die Ausstellung präsentiert das Schaffen Murkudis anhand ausgewählter Kollektionen und Werkgruppen, die jeweils einen oder mehrere Aspekte seines Schaffens durch weiterführende Materialien vertiefen und durch installative und mediale Formen der Präsentation erfahrbar machen.

Ausstellung in Frankfurt

Für die Ausstellung im MMK setzt sich Kostas Murkudis zudem mit den Verbindungen zwischen seinen Entwürfen und bedeutenden Arbeiten aus der Sammlung des MMK auseinander und kuratiert daraus eine Sammlungspräsentation. Dies beinhaltet Konzepte und Formen des Displays, der Performance, des Ready-Mades, der Materialästhetik sowie weiterer Phänomene und Ansätze, mit denen sich Künstler, wie beispielsweise John Chamberlain, Jack Goldstein oder Steven Parrino seit den 1960er-Jahren beschäftigt haben. Künstlerische Positionen, die sich in verschiedenster Weise mit Textilien auseinandersetzen, sind zudem im Dialog mit Murkudis Kollektionen und Einzelstücken präsentiert, unter anderem Werke von Blinky Palermo und Franz Erhard Walther.

Ausstellungsdesign von Carsten Nicolai und dem Architekten Aaron Werbick.

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