22.11.2014 09:00 Kunsthalle im Lipsiusbau

Ausstellung in Dresden: William Forsythe - Black Flags - die wehenden Fahnen verwandeln den digitalen Algorithmus

William Forsythe ausstellung dresden

Neben der raumgreifenden Installation in der Halle werden in den Kabinetten zwei Videoarbeiten von William Forsythe gezeigt; (c) siehe Bild

Von: GFDK - Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Im White Cube der Kunsthalle im Lipsiusbau stehen zwei Industrieroboter und bewegen schwarze riesige Fahnen.

Ausstellung in Dresden

William Forsythe hat ihre Bewegungen als zweiteiligen Kontrapunkt programmieren lassen, sodass sie – begleitet von den Betriebsgeräuschen der Roboter – den räumlichen und zeitlichen Empfindungen der Betrachter keinen verlässlichen Bezugs- und Ruhepunkt bieten. Die wehenden Fahnen verwandeln den digitalen Algorithmus, der die Roboter steuert, in eine gestische Bewegung im Raum, die ebenso beherrscht wie unkontrolliert erscheint, schwerelos und gravitätisch zugleich.

„Diese Arbeit schüchtert auf intuitiver Ebene ein und ist doch hypnotisch anziehend, unheimlich und wundervoll – ungeachtet der offensichtlichen Bezüge zu klassischen Strategien des Komponierens.“ (William Forsythe)

Neben der raumgreifenden Installation in der Halle werden in den Kabinetten zwei Videoarbeiten von William Forsythe gezeigt. „Bookmaking“ (2008) wurde für die Ausstellung neu ediert. Auf einer Wand von Monitoren sind im schnellen Wechsel geschnittene Sequenzen zu sehen, in denen William Forsythe versucht, ein Buch mit seinem eigenen Körper zu drucken.

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„Wie bei den Robotern ist auch hier eine strenge kontrapunktische Struktur sehr bewusst gewählt, obwohl mein Körper während des Films in eine geradezu jämmerliche, aber vorsätzlich hergestellte Unordnung gerät. Diese körperliche Gebrechlichkeit steht im Gegensatz zu der Unzerstörbarkeit der Roboter.“ (William Forsythe)

27. November 2014 bis 11. Januar 2015

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