11.01.2015 09:00 raumgreifende Installationen

Ausstellung in Bremen: Franziska Keller - »Hier steh‘ ich nun… « Karin Hollweg Preis 2013

Franziska Keller ausstellung

Absurde Momente werden erzeugt und regen zur Spekulation darüber an, ob die Dinge möglicherweise zu mehr in der Lage sein könnten; (c) Franziska Keller; Foto: Mathias Knapp

Franziska Keller bremenausstellung bremen
Von: GFDK - Museen Böttcherstraße

Franziska Keller, Gewinnerin des Karin Hollweg Preises 2013, zeigt ihre neuesten Arbeiten im Paula Modersohn-Becker Museum. Ein Objekt und drei raumgreifende Installationen interagieren mit den örtlichen Gegebenheiten und lassen die Besucher unmittelbar Teil eines Dialogs über Raum, Zeit und Objekt werden.

Ausstellung in Bremen

Franziska Keller begreift die künstlerische Arbeit nicht als einen Geniestreich, der auf dem handwerklichen und kreativen Geschick der Künstlerin fußt, sondern als bildnerisches Mittel, um die Alltäglichkeit der Dinge und deren inhaltliche Verstrickung zu hinterfragen. Dabei arbeitet sie – ganz im Sinne einer konzeptuellen Strategie der Appropriation Art – überwiegend mit vorgefundenem ästhetischem Material, das ehemals Teil des alltäglichen Geflechts aus Dingen, Menschen und Sprache war. Seiner ursprünglichen Funktion bzw. seinem Nutzungskontext enthoben und durch Ansammlung, Neusortierung und teilweise Modifizierung in einen neuen Zusammenhang gebracht, forciert dieses Material einen frischen Blick auf die Dingwelt. Absurde Momente werden erzeugt und regen zur Spekulation darüber an, ob die Dinge möglicherweise zu mehr in der Lage sein könnten, als der Mensch ihnen aus seinem herkömmlichen Weltverständnis heraus zutraut.

Freunde der Kunst

Der Karin Hollweg Preis ist mit 15.000 € der höchst dotierte Förderpreis aller Kunsthochschulen Deutschlands und wird jährlich an der Hochschule für Künste Bremen verliehen. Im Jahr 2013 ging der Preis an Franziska Keller, Meisterschülerin bei Jean-François Guiton. Sie überzeugte die Jury mit einer Kombination aus Rauminstallation, Video und Zeichnung, innerhalb derer sie die Absurdität der Beziehungen zwischen Mensch, Objekt und Raum befragte. Mit der Hälfte des Preisgeldes realisierte die Künstlerin seitdem ein neues Projekt, das diese Thematik fortsetzt, die andere Hälfte ermöglicht nun die Ausstellung der entstandenen Arbeiten im Paula Modersohn-Becker Museum.

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