06.08.2013 08:00 Protagonist der Videokunst

Ausstellung in Bonn: Marcel Odenbach. Papierarbeiten 1975 - 2013 - ist einer der Pioniere und zentralen Protagonisten der Videokunst

kusntmuseum bonn marcel odenbach

Marcel Odenbach ist einer der Pioniere und zentralen Protagonisten der Videokunst. In den vergangenen 35 Jahren hat er eine spezifische, dokumentarisches Material nutzende Bildsprache entwickelt; Bild 1: Privatbesitz, Foto: Vesko Gösel

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Bild 2: (c) Galerie Gisela Capitain, Köln; Foto: Vesko Gösel

Von: GFDK - Kunstmuseum Bonn - 2 Bilder

Marcel Odenbach ist einer der Pioniere und zentralen Protagonisten der Videokunst. In den vergangenen 35 Jahren hat er eine spezifische, dokumentarisches Material nutzende Bildsprache entwickelt, mit der er sowohl gesellschaftliche und zeitgeschichtliche Themen als auch die Rolle des Individuums diskutiert.

Ausstellung in Bonn

Im Gegensatz zu den international bekannten Videoarbeiten wartet Odenbachs zeichnerisches Werk in Europa aber noch auf seine Entdeckung. Das ist nicht nur angesichts seines Umfangs und seiner Qualität überraschend, sondern auch aufgrund der vielen Parallelen zwischen seinen Papierarbeiten und den Videos.

Bildende Kunst

Dieses Defizit wird nun durch die in enger Kooperation mit dem Künstler entwickelte Ausstellung beseitigt, die Odenbach erstmals umfassend als Zeichner und Collagisten vorstellt. Sie beginnt mit Arbeiten der mittleren 1970er-Jahre, in denen er in einer ironischen Bestandsaufnahme sein Lebensumfeld, sein Verhältnis zur Welt beschreibt. Dann folgen die Collagen der 1980er-Jahre, die einerseits Entwürfe für Videoinstallationen darstellen, andererseits als autonome Sprach-Bilder funktionieren.

Freunde der Kunst

Odenbachs Kunst, in der nichts so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, fordert ein reflektiertes Sehen, das gerade in den neuen Papierschnitten einen aktiven Betrachter voraussetzt. Statt sich mit einem generalisierenden Überblick zu genügen, soll er sich in die Details der Bilder vertiefen, deren „Innensicht“ bisweilen erschreckende, immer aber ambivalente Einsichten liefert.

sarah.waldschmitt@bonn.de