03.12.2014 09:30 spuren der vergangenheit

Ausstellung in Bonn: Die blaue Reiterin und ihre Freunde. Das Frauenmuseum ehrt Gabriele Münter.

Installation von Eva Horstick-Schmitt

Eva Horstick-Schmmitt bewegte sich auf den Spuren der berühmten Künstlerin Gabriele Münter, die im Frauenmuseum Bonn mit einer Ausstellung geehrt wird, Installation von Eva Horstick-Schmitt

Heidi Adrian Die blaue Reiterin

Heidi Adrian Die blaue Reiterin

Mnika Altrock-Lutterjohann Die blaue Reiterin

Mnika Altrock-Lutterjohann Die blaue Reiterin

Von: GFDK - Redaktion

Die Dortmunder Künstlerin Eva Horstick-Schmitt hat im Rahmen der Ausstellung zur Ehrung Gabriele Münters eine Installation im Frauenmuseum Bonn aufgebaut.

Wir beschreiben das Werk von Eva Horstick-Schmitt wie folgt: Wassermanfrauen sind bekannt für unkonventionelle Wege. Gabriele Münter, am 19. Februar 1877 geboren, war so eine Frau. Eva Horstick-Schmitt ist übrigens im selben Sternzeichen geboren - gut 80 Jahre später. Dies hat sie dazu veranlasst sich wie ein Detektiv auf den WEG zu machen und Gabriele Münters Leben in Teilen zu erkunden.

 

1. August 1914 

Zum letzten Male hing für viele Jahre die Wäsche von Gabriele Münter auf der Leine im seichten Wind von Murnau im Garten ihres wunderbaren Hauses. Zum letzten Male warf sie für viele Jahre einen Blick auf das Innenleben ihres Sommerhauses. Der erste Weltkrieg begann Anfang August 1914 und G. Münter flüchtete nach Kopenhagen.

 

100 Jahre später

Anfang August 2014 begab ich mich auf den Weg und die Suche nach der Aura dieser ungewöhnlichen Frau. Wollte das einfangen was sie so liebte. Das "Blaue Land" und das Innenleben ihres Hauses. Wie fühlt sich der seichte Wind an im August, wie die Luft und das Atmen der Umgebung, in der sie lebte.

8 Tage bewegte ich mich mit meiner  Aura in der von Gabriele Münter, einer kreativen Frau, die sich nicht scheute, die Geliebte eines verheirateten Mannes zu sein ( W. Kandinsky). Zu damaliger Zeit eher mehr als unkonventionell.

In der Zeit tauschte sie ihre Kunst gegen die Tätigkeiten einer Haushaltshilfe aus Schlehdorf, die ihr die Wäsche machte und auch den Haushalt in Ordnung hielt. 

Diese Haushaltshilfe benutze im 1. Weltkrieg genau diese Kunst zum Befeuern ihres Ofens - aus lauter Not, weil es nichts mehr gab, als noch diese Bilder, um ein wärmendes Feuer zu entfachen.

Ich besuchte Leonard L. in Schlehdorf, der mir diese Geschichte erzählte, denn die Haushaltshilfe von G. Münter war eine Freundin seiner Grosstante. 

Das Haus, in dem G. Münter lebte, wurde im Volksmund "Russenhaus" genannt. Es ist merkwürdig, denn ich lebe in einem ähnlich romantischen Haus wie G. Münter und dieses nannte man ebenso "Russenhaus".

Wir nehmen an, dass in Dortmund am " Kleinen Waldhausweg"  russische Menschen als Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden.

Im Haus von G. Münter fotografierte ich Details und das was mich von der Aura der Gegenstände anzog.

Die Landschaft im Hintergrund meiner Installation  zeigt genau das, was auch oft auf den Bildern von G. Münter zu sehen ist.  Das "Blaue Land", in dem sich auch die "Blauen Reiter" als Künstlergruppe gründete.

Sie liebte wohl den Sommer mehr als alles andere und das bewog mich ebenso, genau in dieser Zeit ihre Orte der Sehnsucht aufzusuchen.

Vielleicht schaffe ich es mit meiner kleinen Installation einen Hauch von Gabriele Münter zu verbreiten. 

Denn das, was ihren Spirit ausmacht - ist die Leichtigkeit des Seins - die Liebe zum Sommer - trotz widriger Umstände einer unerfüllten Liebe, die mit dem 1. Weltkrieg  zu Ende war. Sie sah W. Kandinsky nur einmal wieder.

Ausstellung: GABRIELE MÜNTER. DIE BLAUE REITERIN UND IHR FREUNDESKREIS

Das Bonner Frauenmuseum eröffnet am 14. Dezember 2014 eine Hommage an Gabriele Münter. Sechs Mal wurde der GABRIELE MÜNTER PREIS bereits vergeben, aber noch nie war die Namensgeberin selbst Thema im Haus. Mit der Ausstellung „GABRIELE MÜNTER. DIE BLAUE REITERIN UND IHR FREUNDESKREIS“ wird die Künstlerin nun erstmals auch persönlich geehrt. Die Ausstellung spiegelt das Leben und Werk Gabriele Münters in Film, Foto, Malerei, Grafik, Skulptur und Installationen. Eingeleitet wird die Schau von einer umfangreichen kunsthistorischen Aufarbeitung ihrer Lebensgeschichte mit zahlreichen Fotos und Bildtafeln.

80 Künstlerinnen präsentieren Gabriele Münter in Portraits, inmitten der Murnauer Landschaft und im Kreise ihrer KünstlerkollegInnen Marc, Macke, Delaunay, Werefkin und Jawlensky vor dem 1. Weltkrieg. Sie zeigen aber auch das Leid der Trennung und der Verluste in späteren Jahren. Viele setzen sich kritisch mit Münters Beziehung zu Kandinsky auseinander: Eigenständigkeit oder Gemeinsamkeit, Inspiration oder Beeinflussung? Dabei steht immer wieder die Frage im Raum: Welches Oeuvre hätte die Künstlerin hinterlassen, wenn sie ihre Energie nicht in die kräftezehrende Liebesbeziehung und das Werk Kandinskys sondern in ihr eigenes Talent investiert hätte. Besonderes Highlight: ein „Kunstgarten“, in dem ein Meer aus Blumenbildern zusammengefasst ist.

 

Eigene Ausstellungen Eva Horstick-Schmitt (Auswahl):

Hoesch Museum Dortmund

Frauenmuseum Bonn

MKK Dortmund

Deutsches Haus NYC

Galerie N. Malmede

Galerie Art Engert

Galerie N. Malmede

Aaartfoundation Österreich

JCC Manhatten NYC

Galerie am Arkona Platz Berlin

Galerie Camera Obscura

Infos:

www.arteve.de

 

Ausstellung im Frauenmuseum Bonn:

Die blaue Reiterin und ihre Freunde. Das Frauenmuseum ehrt Gabriele Münter. 

Beginn : 14.12.2014 bis 8.3.2015