07.02.2013 06:00 Vielzahl überraschender künstlerischer Leistungen

Ausstellung in Berlin: verfemt, verfolgt – vergessen? Kunst und Künstler im Nationalsozialismus Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider vom 16.3.2013 bis zum 28.7.2013

Ausstellung  in Berlin: verfemt, verfolgt – vergessen? Kunst und Künstler im Nationalsozialismus Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider bis zum 28.7.2013

Bild 1: © Erbengemeinschaft von Florenz Robert Schabbon, Sammlung Gerhard Schneider, Olpe

Bild 2: © VG-Bildkunst, Bonn 2013, Sammlung Gerhard Schneider, Olpe

Bild 3: © Bojana Denegri und Thomas Bunk, Sammlung Gerhard Schneider, Olpe

Von: GFDK - Stiftung Stadtmuseum Berlin - 3 Bilder

Wie Ernst Ludwig Kirchner empfanden es im Verlauf der 1930er-Jahre immer mehr Künstler als Ehrentitel, den Existenz vernichtenden Stempel der „Entartung“ aufgedrückt zu erhalten. Der Sammler Dr. Gerhard Schneider hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, bekannte, meist aber übersehene oder bewusst ausgegrenzte künstlerische Leistungen ans Licht zu holen und sie dabei vor allem in ihrem historischen Kontext lebendig werden zu lassen. Idee und Struktur dieser Sammlung sind unvergleichlich. Erstmalig wird hier versucht, ausgeblendete Phänomene der Kunstgeschichte vor dem Hintergrund historischer Abläufe verständlich werden zu lassen.

Was den Berlinbezug betrifft, weist die Sammlung Gerhard Schneider eine ungeahnte Fülle auf. Ein eigener Spannungsbogen lässt sich mit Bildern aus dem Fundus von Georg Netzband aufbauen. Dieser gebürtige Berliner ist für die Zeit ab 1933 sowohl mit Bildern aus dem Alltagsleben wie Szenen auf dem Kurfürstendamm, Einblicken in das Café Kranzler oder die Berliner Geschäftswelt vertreten als auch mit kritischen Visionen zu den Lebensumständen bzw. den von den Nazis verursachten kritischen Situation präsent. 

Die Besucher werden mit einer Vielzahl überraschender künstlerischer Leistungen konfrontiert, die durch die politischen Anschauungen und Implikationen der NS-Diktatur beinahe vernichtet wurden. Heute ist ihre Würdigung ein Gebot historischer Verantwortung.

Das Berliner Themenjahr 2013 ist eine Initiative des Landes Berlin, in Koordination durch die landeseigene Gesellschaft Kulturprojekte Berlin und in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin. Dieses Jahr des Gedenkens, der Mahnung, Erinnerung und der aktiven Auseinandersetzung wird unterstützt aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, des Hauptstadtkulturfonds und wird realisiert in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern sowie Förderern. Weitere Infos unter kulturprojekte-berlin.de 

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Anja Schulze
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