16.01.2013 07:48 Anlässlich der Retrospektive von Christer Strömholm

Ausstellung in Berlin: Intimität und Authentizität - Gespräch über das Werk von Christer Strömholm am 19. Januar 2013 um 17 Uhr

Ausstellung in Berlin: Intimität / Authentizität Gespräch über das Werk von Christer Strömholm

1) Cobra & Caprice . Paris . 1961, Alle Fotos © Christer Strömholm/Strömholm Estate

2) Martine . Paris . 1968

3) Fétiche . 1960

4) Kischka & Daniel . Paris . 1962 02

Von: C/O Berlin - 4 Bilder

Anlässlich der Retrospektive Post Scriptum von Christer Strömholm lädt C/O Berlin am 19. Januar 2013 um 17 Uhr zum Gespräch über Intimität / Authentizität ein. Joakim Strömholm, Kurator der Ausstellung, sowie Jacky und Nana, Protagonisten der Serie „Les Amies de Place Blanche“, sprechen über ihre persönliche Erfahrung mit der Arbeitsweise und dem radikal-subjektiven Blick des schwedischen Fotografen, der von großem Respekt, Nähe und gewachsener Vertrautheit geprägt ist.

Paris, Anfang 1950er Jahre. Christer Strömholm bewohnt ein Zimmer im fünften Stock des Hotels Chappe und taucht in die dunklen Tiefen der Metropole jenseits der Grand Boulevards ein. In den Seitengassen bei Pigalle trifft er auf jene, die aus der Welt gefallen scheinen – scheue Nachtschattengewächse, stolze Transsexuelle, schillernde Transvestiten, sensible Künstler und einsame Kneipengänger. Nahe den Peepshows am Place Blanche lernt er Jacky und Nana kennen, zwei transsexuelle Nachtvögel, die ihm den Zugang zu einer geschlossenen Gesellschaft öffnen – zu den Drag Queens und Transsexuellen in den Nächten am Montmartre. Der große schwedische Nachkriegsfotograf hat sie über sechs Jahre hinweg im Sucher seiner Kleinbildkamera genommen.

So entsteht nicht nur eine starke Freundschaft, sondern auch die bahnbrechende Serie „Les Amies de Place Blanche“, in der das Unvertraute irritiert und gleichzeitig unaussprechlich anzieht. Christer Strömholm belauert seine Mitmenschen nicht heimlich-voyeuristisch, sondern gibt sich seinem Gegenüber klar zu erkennen. Stets geduldig und präzise beobachtend. Die unmittelbare Nähe zu den Porträtierten ist Grundprinzip seiner Fotografie. So geht es ihm nicht um den entscheidenden Augenblick, sondern eine offene Haltung seinen fotografischen Objekten gegenüber.

C/O Berlin präsentiert erstmals eine Retrospektive von Christer Strömholm in Deutschland, die ca. 150 Fotografien, Kontaktbögen, Arbeitsmaterialien und Schriftstücke umfasst, worin alle wichtigen Serien enthalten sind. Die Ausstellung wurde vom Fotografiska/ Stockholm in Zusammenarbeit mit Joakim und Jakob Strömholm zusammengestellt. Zur Ausstellung ist das Buch „Post Sciptum“ im Verlag Max Ström, Stockholm, erschienen.

Christer Strömholm, 1918 in Stockholm geboren, beginnt 1937 an der Dresdner Akademie ein Malereistudium. 1938 verlässt er Deutschland, übernimmt Kurierdienste für die Republikaner in Spanien und sympathisiert mit den Anarchisten. 1939 bis 1940 nimmt er am finnisch-sowjetischen Winterkrieg teil, bis 1945 ist er Widerstandskämpfer gegen die deutschen Truppen in Norwegen. 1946 geht Christer Strömholm an die Académie des Beaux Arts in Paris – Fotografie wird sein Medium. Seine ersten Bilder aus den Nachkriegsjahren zeigen typische Szenen aus der Bohème wie Künstlerateliers oder Cafés, wenig später entstehen Studien von Strukturen wie Mauerflächen, Graffiti, von abstrakten Formen in der Landschaft oder Schatteneffekten. Diese Arbeiten erklären sein zeitweiliges Engagement für Positionen der Gruppe „fotoform“, die von Otto Steinert geleitet wurde. 1957 übernimmt er einen Abendkurs für Gestaltung an der Kursverksamheten an der Stockholmer Universität. Daraus entwickelt er zusammen mit seinem Freund Tor-Ivan Odulf eine Schule für Fotografie – die legendäre Fotoskolan, dessen Leiter er von 1962 bis 1972 ist. In dieser Zeit werden hier mehr als 1.200 Studenten ausgebildet. 1981 erhält er die goldene Medaille vom Rencontres Internationales de la Photographie in Arles. 1993 wird er zum Professor durch die schwedische Regierung ernannt und wird 1997 mit dem Hasselblad Award – dem „Nobelpreis“ für Fotografie – ausgezeichnet. 2002 stirbt Christer Strömholm in Stockholm.



Intimität / Authentizität

Gespräch Joakim Strömholm im Gespräch mit Jacky und Nana
Datum 19. Januar 2013 . 17 Uhr

Ausstellung 19. Januar bis 17. März 2013
Eröffnung 18. Januar 2013 . 19 Uhr
Öffnungszeiten täglich . 11 bis 20 Uhr
Eintritt 10 Euro . ermäßigt 5 Euro

Veranstalter C/O Berlin Foundation

Ort C/O Berlin . Postfuhramt
Oranienburger Straße 35/36 . 10117 Berlin

Pressekontakt Mirko Nowak
 press@co-berlin.com
Auguststraße 5a . 10117 Berlin
www.co-berlin.com


Partner Fotografiska . Christer Strömholm Estate
Unterstützer Schwedische Botschaft . AV Tour . Dinamix
Medienpartner die tageszeitung . der Freitag

Weiterführende Links:
http://www.stromholm.com/