23.11.2014 07:00 Michael Janssen Berlin

Ausstellung in Berlin: CHRISTOPH STEINMEYER - Bilder für Alle und Keinen

Christoph Steinmeyer berlin

Die überhöhten Realitäten der Bilder Christoph Steinmeyers scheinen all jene inzwischen historisch abgearbeiteten Begriffe zu vermeiden; (c) Christoph Steinmeyer

Von: GFDK - Galerie Michael Janssen Berlin

"Die überhöhten Realitäten der Bilder Christoph Steinmeyers scheinen all jene inzwischen historisch abgearbeiteten Begriffe zu vermeiden, die im 20. Jahrhundert bemüht wurden, um malerische Darstellungen von Realitäten zu kontrollieren und einzuengen.

Ausstellung in Berlin

In Anbetracht der in unserer Welt gegenwärtig weit reichenden Reproduktionstechniken erscheint der Nutzen von Bilddefinitionen wie Fotorealismus, Superrealismus, oder zuletzt eines postbaudrillardschen Hyperrealismus eigentlich irrelevant und intellektuell überholt. Obwohl der Maler Steinmeyer ganz offensichtlich Quellen nutzt, die Massenmedien wie Fotografie und Internet entstammen, befreit er diese jedoch durch spätere Übersetzungsprozesse von ihren ursprünglichen Kontexten und Bedeutungen.

Weniger von Übersetzung (also einer Konvertierung oder Bewegung von einer Bedeutung oder eines Kontextes in einen anderen)  sollte man wohl eher von einer Umformung, einer Transmutation sprechen, die sozusagen  Form und  Inhalt gewandelt hat - gewandelt  in ein neues Verstehen einer visuell umgeleiteten Realität. Es handelt sich daher weniger um Realismus, sondern eher um Innenansichten einer anderen, gesteigerten und lebhaft imaginierten, persönlichen Realität."

"...Die nun hier gezeigten Bilder sind Teil einer Serie superaufgeladener kosmologischer Verlöbnisse mit ihren menschlich-organischen Gegenstücken. In Arbeiten wie Troy und  Augenblick überlagern sich Herz und Auge mit der Unendlichkeit des variablen kosmischen Raums. Und während sich Steinmeyer mit diesen Arbeiten oftmals auf seine jüngsten Auseinandersetzungen mit Landschaften ("landscapes") bezieht, sollte man sie doch vielmehr als Innenansichten ("inscapes") beschreiben.

Die ihnen innewohnende Verweigerung eines tatsächlich vorgegebenen Realismus basiert unabhängig von der sorgfältig minutiösen Ausführung der Bilder auf der Tatsache, dass sie als synthetische Bilder aus analogem Quellenmaterial bestehen, das erst nach stufenweiser Filterung und Zusammenführung im Rechner in Art einer digitalen Collage in neuer, analoger Form konzipiert werden. Auf diese Weise entsteht eine künstlergenerierte, sublimierte Bildwelt, die als Basis für die nachfolgenden, einfallsreichen malerischen Bildfindungen dient......" (Mark Gisbourne)

Freunde der Kunst

Christoph Steinmeyer wurde 1967 in Düsseldorf geboren. Lebt und arbeitet in Berlin. Von 1988 bis 1992 studierte er Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten von Köln, Bonn und Düsseldorf. Seit mehr als 20 Jahren ist er als Maler tätig und wird seit 1996 von Michael Janssen Berlin vertreten. Seine Arbeiten sind u. a. in folgenden Sammlungen vertreten: Julia Stoschek Collection, Düsseldorf; Haubrock Collection, Berlin; Andrew J und Christine H Hall Collection, Connecticut; Mugrabi Collection, New York; Christen Sveas Collection, Norwegen; Astrup Fearnley Museum, Oslo; Collection Malkasten, Düsseldorf; IVAM Collection, Valencia und wurden in den folgenden Museen ausgestellt: Landesmuseum Bonn, Kunsthalle Basel, Kunstverein Heilbronn, Museum für Moderne Kunst, IVAM, Valencia; Cleveland Institute for Art, Ohio; Visual Arts Building, Pennsylvania; Galleria d´Arte Moderna, Bologna und dem Kunstmuseum Vestfossen, Oslo, Norwegen.

29. November, 2014 - 17. Januar, 2015

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