11.10.2014 08:00 Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast

Ausstellung in Augsburg: Jaume Plensa – The Secret Heart – Das Geheimherz

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Die Arbeit Talking Continents (2013) besteht aus filigranen Buchstabenfiguren und Felsbrocken; © Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Foto: Jürgen Diemer

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Von: GFDK - Kunstsammlungen und Museen Augsburg

Jaume Plensa – The Secret Heart / Das Geheimherz Der bekannte katalanische Bildhauer und Installationskünstler Jaume Plensa hat für Augsburg eine spektakuläre dreiteilige Ausstellung unter dem Titel „The Secret Heart / Das Geheimherz“ konzipiert.

Ausstellung in Augsburg

Der an Elias Canettis Apohorismensammlung orientierte Ausstellungstitel dokumentiert die besondere Verankerung des Projektes in Augsburg: Plensa installiert im Gaskessel des Augsburger Gaswerkes ein überdimensionales Herz (Durchmesser 27 Meter!), das symbolhaft für die Augsburger Gesellschaft steht. Es ist in einer gewaltigen Industriehülle verborgen und zugleich für alle Augsburgerinnen und Augsburger öffentlich zugänglich.  

Gaskessel im Gaswerk Augsburg-Oberhausen  (August-Wessels-Str. 30, 86156 Augsburg)

Jaume Plensas „The Secret Heart / Das Geheimherz“ ist ein überdimensionales Herz, das inmitten des Gaskesselraumes schwebt. Es ist als ein anatomisches Modell gestaltet, mit roten Arterien und blauen Venen, die mit weitausladenden Gesten den Raum erfüllen. Das Herz besteht aus einem Tuchmaterial und wird durch eine Pumpe dauerhaft in Form gehalten. Eine Soundinstallation, die durch zwölf Lautsprecher hörbar wird, bereichert das Kunstwerk um die Dimension der Zeit. Zu hören sind rund 100 Augsburgerinnen und Augsburger verschiedensten Alters und Herkunft, die von 1 bis 60 zählen. Sie geben gewissermaßen den Sekundentakt vor. Herz und Klangmosaik werden so zu Abbildern der Gesellschaft.  

Schaezlerpalais   (Maximilianstr. 46, 86150 Augbsurg) Festsaal

Die Installation im Festsaal des Schaezlerpalais „Air/Water/Void“ (2014) hat Plensa eigens für diesen Raum konzipiert. Es handelt sich um drei kauernde Figuren, auf deren Stirn in erhabenen Lettern jeweils eines der Wörter, „Air“, „Water“ und „Void“ zu lesen sind. Die Kunststofffiguren werden in einem verschobenen Rhythmus von innen heraus mit farblich wechselnden LED-Lichtern beleuchtet, die die Pastellfarben des Rokokoraumes spiegeln. Luft und Wasser beziehen sich auf das Denken der Barockzeit, immer wieder treten diese beiden Elemente als Allegorien in Erscheinung, die Leere (void) hingegen schlägt die Brücke zur Gegenwart und bringt eine neue Dimension mit ein.

Die als Kreis verteilten 100.000 künstlichen roten Kirschen sind für den Künstler sowohl hinsichtlich der Farbe, als auch Form typische Symbole der deutschen Barockzeit.  

Schaezlerpalais Garten 

Die beiden eigens für Augsburg geschaffenen Figuren „Tale Teller VII“ und „Tale Teller VIII“ (2014) sind auf großen Findlingen, die der Künstler eigens aussuchte, montiert. Sie setzen sich aus einzelnen Metallbuchstaben zusammen und erhalten so eine Transparenz zu ihrer Umwelt. Plensa verwendete Buchstaben aus acht Weltschriften: Lateinisch, Griechisch, Kyrillisch, Hebräisch, Chinesisch, Japanisch, Arabisch und Hindi. Plensas „Tale Teller“ bauen sich aus einem „universellen“ Sprachgerüst auf und öffnen sich zur umgebenden Natur, die sich als gestalteter Gartenraum erweist. Somit gehen Mensch und Natur eine enge Verbindung ein.  

H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast (Beim Glaspalast 1, 86153 Augsburg)

In der weiten Stützenhalle des H 2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast hat Jaume Plensa mehrere Arbeiten installiert, die sich in unterschiedlicher Art und Weise transparent zum Raum verhalten: Die „Silhouettes“ (2011/12) zeigen Silhouetten von Menschen, die wie ein Mobile arrangiert sind und von denen Spruchbänder als unmittelbare Sichtbarwerdung von Worten und Sätzen ausgehen.

Die Arbeit „Talking Continents“ (2013) besteht aus filigranen Buchstabenfiguren und Felsbrocken, die frei im Raum schweben. Sehr viel erdverbundener ist das „Self-Portrait“ des Künstlers (2013), das eine Kugel zeigt, die sich nach innen zu einer knienden Figur aufwölbt und damit den Kosmos des Künstlers absteckt. Die von innen beleuchtete Arbeit „Blind Angel“ (2012) zeigt einen Kauernden, der an der Wand montiert ist. Auf der Stirn steht zu lesen „Soul“.  In den Kabinetträumen sindZeichnungen und eine Bronzearbeit zum Geheimherz zu sehen.  

Freunde der Kunst

Jaume Plensa, geboren 1955 in Barcelona, ist mittlerweile einer der gefragtesten Bildhauer, wenn es um die Gestaltung des öffentlichen Raumes geht. Seine monumentalen Arbeiten finden sich in seiner Heimatstadt ebenso wie u.a. in Tokio, Chicago, Düsseldorf, Jerusalem, Nizza, Dubai, Frankfurt am Main, Houston, Rio de Janeiro, New York oder Cambridge/Massachusetts. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in renommierten Museen und Galerien z.B.  in Berlin, Madrid, Edinburgh, Paris, Malmö, Wien, Salzburg, Mannheim, Duisburg, Dallas und Helsinki verdeutlichen Plensas Ruf als Bildhauer von internationalem Rang. Die meisten seiner Arbeiten sind eigens für den sie umgebenden Raum konzipiert, so auch die Werke, die er an den drei Ausstellungsorten in Augsburg zeigt.  

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