22.06.2017 07:18 Zeitzeugnisse

Ausstellung Art et Liberté in Düsseldorf - Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten

Ramsès Younane in der Kunstsammlung NRW zu sehen

Ramsès Younane, Untitled, 1939, Öl auf Leinwand, 47 x 36,50 cm, Courtesy H. E. Sh. Hassan M. A. Al Thani collection, Doha, NRW Kunstsammlung

Von: GFDK - NRW Kunstsammlung

Art et Liberté – Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten (1938 – 1948) ist die erste umfassende Museumsausstellung der in Kairo aktiven Gruppe "Art et Liberté" (Kunst und Freiheit).

1938: In Berlin, Rom und Moskau sind die Diktatoren auf dem Zenit ihrer Macht, Spanien steht kurz vor der faschistischen Machtübernahme. International schließen sich in vielen Ländern Dichter und Maler, Filmemacher oder Fotografen zusammen, für die der Surrealismus zum Ausdruck des kulturellen Widerstands gegen Faschismus, Kolonialismus und Nationalismus wird. Die Geschichte der heute fast vergessenen ägyptischen Künstlergruppe Art et Liberté, die sich am Vorabend des Zweiten Weltkrieges 1938 in Kairo gegründet hat, dokumentiert die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf in einer Ausstellung.

Sie belegt mit zahlreichen bisher unbekannten Kunstwerken und Zeitzeugnissen, wie der oft provokative, immer poetische, subversive und anarchische Surrealismus mit seiner engen Verschmelzung von Dichtung und Malerei auch von Kairo aus gegen politische Unterdrückung und für ein freiheitliches Menschenbild eintritt.

Mit mehr als 200 Leihgaben aus rund 50 Sammlungen in zwölf Ländern, darunter Gemälde und Grafiken, Fotografien, Filme, Bücher und Dokumente, ist die Ausstellung im K20 vom 15. Juli bis zum 15. Oktober 2017 zu sehen.

Ausstellung Art et Liberté in Düsseldorf

Gleich doppelt hat Art et Liberté direkten Bezug zur Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen: So solidarisiert sich das ägyptische Künstlerkollektiv ausdrücklich mit vielen heute in der Sammlung der NRW-Landesgalerie zu sehenden Künstlern, die von Hitler, Mussolini oder Franco verfolgt worden sind. Programmatisch mit Blick auf die diffamierende NS-Propagandaschau überschrieb die international zusammengesetzte Art et Liberté-Gruppe ihr von 29 Künstlern, Journalisten und Anwälten unterzeichnetes Manifest vom Dezember 1938 mit "Es lebe die Entartete Kunst". Sie forderten in ihrem Aufruf, der programmatisch Picassos Guernica abbildet: "Lasst uns gemeinsam das Mittelalter besiegen, das im Herzen des Okzidents entsteht."

Freunde der Kunst

Diese Ausstellung im K20 ist auch Prolog zu der für den Herbst 2018 geplanten umfangreichen Präsentation Die exzentrische Moderne, die im Zusammenhang mit dem mehrjährigen Forschungsprojekt museum global Erscheinungsformen nicht-westlicher moderner Kunst auf verschiedenen Kontinenten untersucht.

Kuratoren: Sam Bardaouil, Till Fellrath (Art Reoriented, München und New York)
Kuratorin K20: Doris Krystof

Art et Liberté:
Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten (1938 – 1948)

15.07. – 15.10.2017
K20 Grabbeplatz