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Utopia Matters bis zum 11.4.2010 Berlin
Die Errichtung einer utopischen Gesellschaft ist ein Urtraum der Menschheit, dessen Erfüllung stets am Paradox seiner totalitären Grundsätze gescheitert ist. Westliche Denker haben entweder versucht, die Utopie auf praktisch durchführbare Prinzipien zu gründen, oder jegliche derartige Möglichkeit von vornherein ausgeschlossen. Alle Bemühungen des Staats, reale Utopien durchzusetzen, erstickten unter der Last der Gesetze, die zur Aufrechterhaltung einer angeblich perfekten Welt nötig sind. Dessen ungeachtet bleibt die Idee der Utopie ein elementarer Bestandteil unserer Kultur.
Die Utopie dient seit Langem als Gegenstand künstlerischer Untersuchungen und als Modell für Künstlergemeinschaften, in denen soziale Ideale oft leichter realisierbar waren als in der breiten Gesellschaft. Obwohl ihnen zumeist kein langes Leben beschieden war, lösten diese Kollektive Phasen intensiver geistiger Kreativität aus. Sie reichen von den Bruderschaften des 19. Jahrhunderts, die sich am Vorbild der mittelalterlichen Zünfte orientierten, bis zu den ländlichen Künstlerkolonien des Fin de Siècle, die einen Ausweg aus den Bedrängnissen des Stadtlebens boten. Die Avantgarden nach dem Ersten Weltkrieg suchten Wahrheit und Harmonie in reinen, abstrakten Formen und hofften auf eine Erneuerung der Gesellschaft durch Kunst und Kunsthandwerk.
Utopia Matters führt anhand von neun Kunstströmungen – Les Primitifs, Nazarener, Präraffaeliten, William Morris und Arts and Crafts, Cornish Art Colony, Neoimpressionismus, De Stijl, Bauhaus und Konstruktivismus – facettenreich den utopischen Geist in einer Zeitspanne von 130 Jahren vor. Gruppierungen und Avantgarden, die idealistische Ziele und kollektive Lebensformen anstrebten, treten über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg in einen offenen Dialog. Der historische Überblick endet in den frühen 1930er-Jahren, als das Bauhaus in Berlin von den Nationalsozialisten geschlossen wurde und der Konstruktivismus in der Sowjetunion unter dem Druck des Stalinismus eine neue Richtung nahm.
Dauer der Ausstellung bis zum 11.4.2010
Kontakt
Deutsche Guggenheim
Sara Bernshausen / Press Officer
Unter den Linden 13/15
10117 Berlin
Tel: +49-(0)30-202093-14
Fax: +49-(0)30-202093-20
berlin.guggenheim@db.com
http://www.deutsche-guggenheim.de
http://www.photo-files.de/guggenheim
Öffnungszeiten
Täglich von 10 bis 20 Uhr
Links
http://www.deutsche-guggenheim.de/d/ausstellungen-utopiamatters01.php






































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