25.03.2013 09:50 Der Tabubruch der Enteignung

Strafbar - Jedes Konto, in jedem Land zu jeder Zeit, kann gesperrt und geplündert werden

Heinz Sauren

Heinz Sauren

Von: GFDK - Heinz Sauren Profil bei Google+

Ein finanztechnischer Tabubruch ist es auf jeden Fall und ein politischer Dammbruch ist wohl auch. Zwangsenteignung sind ab heute ein legitimes Mittel der europäischer Politik. Die Regierungschefs Europas haben beschlossen dem notleidenden Zypern einen Kredit in Höhe von 10 Milliarden Euro zu gewähren, unter der  Auflage die Privatkonten zu teilenteignen.

6,75 % vom Kontoguthaben bis 100.000,- Euro und darüber hinaus 9,99 %, werden mit sofortiger Wirkung eingefroren um eine Kapitalflucht zu verhindern, um sie dann anschließend auf staatliche Konten zu transferieren.

Finanztechnisch ist hier eine heilige Kuh geschlachtet worden, das Tor ist nun offen. Politisch ist der Beweis erbracht worden, dass jedes Konto, in jedem Land zu jeder Zeit gesperrt und geplündert werden kann, ohne Schuld und ohne Ermittlung, einfach auf Geheiß der Regierung, wenn sie es für nötig erachtet. Auch der Einwand, dass es für so etwas eine gesetzliche Grundlage geben müsse, gilt nicht mehr. Es gab in Zypern keine gesetzliche Grundlage, aber bevor in Zypern der erste Bankschalter öffnet, wird es sie geben. Sie wird mal eben während eines Wochenendes durchgepaukt.

Jeder Bürger in Europa sollte diese Botschaft verstehen, denn morgen kann es sein Konto sein, egal in welchem Land er lebt. Niemand kann sich von heute an, seines Geld auf einem Konto sicher sein.

Dabei war das Ergebnis abzusehen. Die EZB hatte ihren Zinssatz auf null gefahren um Banken die Möglichkeit zu geben, sich billiges Geld zu verschaffen. Das taten die Player im Finanzcasino und investierten das Geld, was sie sich zu null Prozent geliehen hatten, in europäischen Krisenländern um Märchenzinssätze von sieben Prozent zu bekommen. Zyperns Banken ersticken förmlich im Geld internationaler Anleger, können aber die Zinsen ihrer Gläubiger nicht erwirtschaften.

Ein gutes Geschäft für den Anleger, welches zwangsläufig mit der Pleite der Bank endet. Auch diesmal tragen die Investoren und Anleger kein Risiko. Sie können auf ihren Einfluss in der Politik zählen und so werden diesmal die Privatkunden teilenteignet. Es wurde offensichtlich bei der Formulierung sorgsam darauf geachtet, das keine Geschäftskonten betroffen sind. Das aber, wären die Verursacher, die Investoren und Anleger gewesen.

Zur Rettung des Finanzsystems und des Euros, haben wir gesehen wie bestehende Vereinbarungen ignoriert und Gesetze zurecht gebogen oder schlicht gebrochen wurden. Wir haben erlebt das Regierungen ohne demokratische Legitimation abgesetzt und durch eurohörige Technokraten ersetzt wurden. Wir mussten miterleben wie der südliche Teil Europas entrechtet wurde und an Sanktionen verarmte. Nun wurde die Enteignung legitimiert.

Wie viel muss noch zu sehen sein und wie viel muss noch ertragen werden, bevor dieses Volk darauf reagiert. Es ist offensichtlich, dass der Euro und sein gesamtes Finanzsystem nur noch mit Mitteln aufrecht erhalten werden kann, die allesamt noch vor wenigen Jahren strafbar gewesen wären.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

Heinz Sauren studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster,
Rechtswissenschaften und Philosophie. Im weiteren bezeichnet er sich als Autodidakt.

Beruf: Schriftsteller
Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS)

Berufung: Buchautor, Kolumnist, Essayist, Aphoristiker und Freigeist

Politische Ausrichtung
Politische Einstellungen sollten keinen Parteien-, sondern einen begründeten Sachbezug haben, daher reicht mein politisches Spektrum von rechtsliberal bis linkskonservativ und in Fällen empfundener Ungerechtigkeit, darf es auch mal etwas Anarchie sein.

Religiöse Einstellung
Die etwaige Existenz oder Nichtexistenz eines Schöpfergottes ist nicht, von persönlichen Präferenzen, gesellschaftlichen Definitionen oder einem Glauben daran, abhängig.

Seine Lieblingszitate

” Die meisten Menschen haben einen Erkenntnisradius gleich null, das nennen sie dann ihren Standpunkt.” Albert Einstein

“Es gibt kein richtiges Leben im falschen.” Theodor Adorno