09.01.2018 07:20 Aus unserer Mottenkiste

Staatsjournalismus und totaler Machtanspruch der ARD

Wenn man sich den heutigen Journalismus anschaut wuenscht man sich Frank Schirrmacher von der FAZ zurück der am 12. Juni 2014 verstorben ist

"Staatsjournalismus", "totaler Machtanspruch" und "Ende der freien Presse" Frank Schirrmacher. Foto: (c) Wikipedia by Magnus Manske

Von: GFDK - Reden ist Silber

Wenn man sich den heutigen Journalismus anschaut wünscht man sich Frank Schirrmacher von der "FAZ" zurück der am 12. Juni 2014 verstorben ist.

Aus unserer Mottenkiste: Es ist schon erstaunlich, was ein "Offener Brief" des ARD-Vorsitzenden Peter Boudgoust auslöst hat, wenn er die Wortwahl eines Kommentars in der FAZ auf Seite 1 kritisiert.

Verfolgte man die Berichterstattung dazu, erscheint das Vokabular "Staatsjournalismus", "totaler Machtanspruch" und "Ende der freien Presse" offensichtlich fast nur den ARD-Mitarbeitern und ihrem Chef unangemessen.

Der FAZ-Herausgeber Dr. Frank Schirrmacher hatte dem ARD-Vorsitzenden geantwortet und darin kritisiert, der Brief sei schon im Internet veröffentlicht gewesen, bevor er ihn einen Tag später erhalten habe. Selbstverständlich wurde der "Offene Brief" am Mittwoch zuerst an Herrn Schirrmacher gesendet und vorab sogar seinem Büro telefonisch angekündigt, bevor er bei ARD.de online gestellt wurde.

Zur Klarstellung und Vollständigkeit, weil einigen Medien diese Tatsachen bekannt waren, aber in den Artikeln nicht erwähnt wurden, hier die Antwort von Herrn Boudgoust auf die Antwort von Herrn Schirrmacher.

Sehr geehrter Herr Dr. Schirrmacher,

es war nicht meine Absicht, Sie mit meinem "offenen Brief" vom 21. Juli im Urlaub zu stören. Mein Brief ging übrigens per Mail an diesem Tag um 19 Uhr 11 in Ihrem Büro ein, nachdem er von meiner Mitarbeiterin telefonisch in Frankfurt angekündigt worden war. Erst danach haben wir diesen Brief ins Internet gestellt, denn es handelt sich wohlgemerkt um einen "offenen Brief".

Sinn und Zweck meines Schreibens war und ist es nicht, Herrn Hanfeld zu "sanktionieren". Aber wenn die FAZ auf ihrer ersten Seite mit Begriffen wie "Herrschaft des Staatsjournalismus" – "Ende der freien Presse" – "totalen Machtanspruch" aufmacht, ist dies eine öffentliche Angelegenheit, die nicht im privaten Gespräch mit Herrn Hanfeld zu erörtern ist.

Eine so massive Attacke macht es geradezu notwendig, ebenso öffentlich die Gegenposition der ARD darzulegen. Auf die inhaltlichen Argumente in meinem Brief vom 21. Juli sind Sie in Ihrem Schreiben leider nicht eingegangen.

Der guten Ordnung halber möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass ich keine Presseerklärung mit der Schlagzeile "Presse macht Rundfunk" herausgegeben habe. Diese Mitteilung wurde von der Gremienvorsitzendenkonferenz, den Rundfunkräten der ARD-Landesrundfunkanstalten – also unseren Aufsichtsgremien, bei ihrer Pressekonferenz am 20. Juli in Berlin in eigener Verantwortung herausgegeben.

Im Übrigen: Auch das Gutachten von Professor Papier wurde von den Gremien in Auftrag gegeben, um eine nicht ganz zweifelsfreie Formulierung im Gesetzestext zu klären.

Aus Ihrem Brief lese ich aber auch heraus, dass Sie nachvollziehen können, was die Mitarbeiter der ARD empfinden, wenn sie als "Staatsjournalisten" mit "totalem Machtanspruch" und der Absicht, das "Ende der Pressefreiheit" herbeizuführen, bezeichnet werden. Vielleicht können wir unsere Debatte nach Ihrem Urlaub in einem persönlichen Gespräch fortsetzen.

Unabhängig davon wünsche ich Ihnen noch ein paar erholsame Ferientage.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Boudgoust

www.ard.de

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