19.04.2018 07:01 Mediale Einheitsfront gegen Russland

Russland, Syrien - Beinahe lückenlose Selbst-Zensur der Medien

Der selbe Mann war bei 3 verschiedenen Giftgasangriffen in Syrien dabei. Er hat aber auch ein Pech.

Der selbe Mann war bei 3 verschiedenen Giftgasangriffen in Syrien dabei. Er hat aber auch ein Pech.

Weißhelme sind Propagandawerkzeug des Westens meint der Ex-Pink-Floyd-Saenger Roger Waters

Weißhelme sind Propagandawerkzeug des Westens meint der Ex-Pink-Floyd-Sänger Roger Waters

Von: GFDk - Reden ist Silber

Trump wirft die guten Bomben, Assad und Putin die bösen? Nein. Nirgends entlarvt sich westliche Heuchelei so wie in Syrien. Auch wir tragen Schuld an diesem Krieg. Die ganze Welt lacht über Donald Trump und verachtet ihn. Es gibt nur eine Sache, für die er Lob bekommt: Bombenwerfen, schreibt Jakob Augstein in seiner Kolumne.

Zuletzt hat die GFDK Redaktion geschrieben: Oskar Lafontaine zu den Raketenangriff auf Syrien - Verlogenes Pack.

Na sowas, und was sagt nun Angela Merkel, nichts. Der Luftangriff auf mutmaßliche Chemiewaffeneinrichtungen in Syrien war ein Bruch des Völkerrechts. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages.

Mediale Einheitsfront gegen Russland

Antje Vollmer und Edmund Stoiber haben Deutschland und die Europäische Union eindringlich zu einer Deeskalation des Konfliktes mit Russland aufgerufenund vor der Gefahr „eines dritten und letzten Weltkrieges“ gewarnt.

Man könnte denken, dass diese Nachricht dem ein oder anderen deutschen Medium eine Meldung wert wäre, aber dem ist nicht so. Fast ausnahmslos ignorieren sie einen Gastbeitrag, der am Donnerstag in der FAZ erschienen ist.

Verfasst wurde er von der früheren Bundestagsvizepräsidentin Vollmer (Bündnis 90/Die Grünen) und dem ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber (CSU) gemeinsam mit Horst Teltschik (CDU), Günter Verheugen (SPD) und Helmut Schäfer (FDP).

Gemeinsam fordern sie den Westen auf, Russland „als einen gleichberechtigten Partner in allen globalen Fragen“ anzuerkennen:

Die Autoren beklagen: „Die rhetorische Eskalation und die Produktion von Feindbildern in Politik und Medien bleibt nicht ohne Wirkung“, und mahnen eine „Überwindung der Sprachlosigkeit“ an.

Wer nicht auf Linie ist, ist ein Russenversteher

Usprünglich sollte der Beitrag in der vergangenen Woche in der „Süddeutschen Zeitung“ erscheinen. Doch die lehnte eine Veröffentlichung in ihrer Gastbeitragsrubrik „Außenansicht“ ab. Auch bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ war das Interesse offenbar gering.

Kurzfristig finde sich dafür kein Platz im Blatt, hieß es am vergangenen Freitag, ob die Autoren sich nicht lieber einen anderen Publikationsort suchen wollten. Mit ein paar Tagen Verzögerung erschien der Aufruf schließlich am gestrigen Donnerstag dann doch in der FAZ-Gast-Rubrik „Fremde Federn“.

Keine Nachrichtenagentur berichtete über das bemerkenswerte überparteiliche Bündnis altgedienter Politiker, keine Zeitung, kein Online-Medium. Die einzige Ausnahme bildete die „Deutschen Welle“.

Sahra Wagenknecht schreibt:

Die USA, Frankreich und Großbritannien haben Syrien angegriffen und dadurch erneut das Völkerrecht mit Füßen getreten. Wieder einmal wurde nicht darauf gewartet, ob die zuständigen OPCW-Inspekteure überhaupt Belege für den mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz finden.

Wir können jetzt nur hoffen, dass Moskau besonnener reagiert als Washington, London und Paris und die angedrohten „Konsequenzen“ nicht zu einer weiteren gefährlichen Eskalation führen.

Ich sage: hört auf mit diesem Irrsinn. Syrien braucht endlich Frieden. Aber wer Frieden will, muss das Völkerrecht achten. Nicht militärische Eskalation, sondern Diplomatie ist gefragt

Anne Will und die Atlantik Brücke

Oft wird an der Gästeauswahl der politischen Talkshows der öffentlich-rechtlichen Sender herumgemeckert. Das gehört längst zur Kritik-Folklore. Am Sonntag eröffnete Anne Will jedoch ohne Not eine ganz neue Flanke: Sie lud gleich drei Vorstandsmitglieder des deutsch-amerikanischen Netzwerkes Atlantik-Brücke ein, ohne die Mitgliedschaft der Gäste beim Thema Syrien-Konflikt transparent kenntlich zu machen.

Der Ex-Pink-Floyd-Sänger Roger Waters bei einem Konzert:

Weißhelme sind Propagandawerkzeug des Westens. Waters richtete die klaren Worte am Freitag während eines Gigs in Barcelona an seine Fans, als die USA, Großbritannien und Frankreich einen Angriff auf Syrien vorbereiteten, der auf Berichten der Weißhelme basierte.

Waters erklärte, warum er die von den Weißhelmen geförderte Sache nicht unterstütze. "Wenn wir auf die Propaganda der Weißhelme und anderer hören würden, würden wir unsere Regierungen dazu zu ermutigen, Bomben auf Menschen in Syrien zu werfen. Das wäre ein Fehler von monumentalem Ausmaß für uns Menschen", erklärte er.

"Was wir tun sollten, ist, unsere Regierungen davon zu überzeugen, keine Bomben auf Menschen zu werfen. Und schon gar nicht, solange wir nicht alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt haben, damit wir eine klare Vorstellung davon haben, was wirklich vor sich geht", fügte er hinzu.

"Weil wir in einer Welt leben, in der Propaganda wichtiger zu sein scheint als die Realität dessen, was wirklich vor sich geht."

Wer sind diese "Weißhelme?

Die Weißhelme geben an, eine "Zivilschutzorganisation" sein, die in Teilen Syriens unter der Kontrolle verschiedener bewaffneter Gruppen, einschließlich Islamisten, gegen die Zentralregierung in Damaskus operiert.

Sie wird von mehreren westlichen Ländern, darunter den USA und Großbritannien, finanziert. Die Gruppe wurde von den westlichen Medien vielfach gelobt und ein Dokumentarfilm darüber sogar mit einem Oscar ausgezeichnet.

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