18.12.2016 13:21 Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!

Putin-Versteher aus Wirtschaft, Kultur und Medien warnen vor einem Krieg mit Russland

Helmut Schmidt- Foto Wikipedia

Hat Helmut Schmidt als Mitherausgeber der "ZEIT" den Aufruf "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!" ermöglicht? Foto: Wikipedia -CC BY-SA 3.0

Von: GFDK -Gottfried Böhmer

Am 9. Dezember 2014 haben wir diesen Artikel veröffentlicht. Nun sind zwei Jahre ins Land gegangen und die Kriegswilligen sind nicht weniger geworden. Obama hat Russland am Freitag den 16. Dezmber 2016 deutlich wie nie Vergeltung angekündigt. Obama prangerte zudem das Vorgehen des Assad-Regimes und Russlands in Syrien mit scharfen Worten an.

Obama: „Russland ist ein kleines und schwaches Land. Es kann uns nicht stoppen.“

„Russland ist ein kleineres, schwächeres Land als die USA und produziert nichts, was andere kaufen wollen, mit Ausnahme von Öl und Gas und Waffen.“ Mit Worten wie diesen hat US-Präsident Barack Obama am Freitag scharfe Kritik an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet, den er nicht nur für Hackerangriffe gegen die USA, sondern auch für die Entwicklung in Syrien verantwortlich machte.

Medien als Sprachrohre verschiedener Machtgruppen

Nun hat Putin es satt. Die US-Regierung solle entweder die Vorwürfe einstellen oder sie belegen, sagte sein Sprecher Dmitry Peskov am Freitag in Tokio, wo sich Putin mit Japans Premier Shinzo Abe traff. Es sei „unanständig“ von den USA, Russland „grundlos“ des Eingreifens in deren Wahlen zu beschuldigen.

Nur Anschuldigungen und wie immer keine Beweise

„Sie müssen entweder aufhören darüber zu reden oder endlich irgendeine Art Beweis vorlegen. Sonst sieht das sehr unanständig aus“, so Dmitry Peskov. Die Drohungen von US-Präsident Barack Obama mit Vergeltung für die angeblichen russischen Hacker-Angriffe widersprächen „sowohl gegen amerikanisches als auch internationales Recht“.

Das ist einfach albern

Russlands Außenminister Sergei Lawrow sagte dazu am Freitag im staatlichen Fernsehsender Russia 24: „Ich denke, das ist einfach albern, und es ist absolut offensichtlich, dass der Versuch vergeblich ist, jemanden davon zu überzeugen.“ Auch das FBI und der Direktor der nationalen Nachrichtendienste (ODNI) haben die Einschätzungen aus dem Umfeld des CIA zurückgewiesen. Genau wie Russland kritisieren sie, dass keinerlei Beweise für die Beschuldigungen gegen Russland vorgelegt worden sind.

Liebe Freunde. Seit März diesen Jahres haben wir und unser Autor Rainer Kahni unentwegt davor gewarnt, dass wir auf einen von den USA vorbereiteten Krieg mit Russland zusteuern könnten. Wir haben gemeinsam in vielen Artikeln aufgezeigt wie die Deutschen Medien das Ansinnen der Amerikaner unterstützen, ja, wenn nicht sogar fördern. Wir, und Rainer Kahni werden die sich zuspitzende Lage weiter beobachten und darüber schreiben.

Unzählige prominente Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft haben sich warnend geäussert, ohne dass es in der breiten Öffentlichkeit Gehör fand. Alle Kritiker wurden von den NATO-Pressebüros in der FAZ, dem Spiegel, der ZEIT, der Süddeutschen Zeitung, der WELT, und der ARD und des ZDF als Putin-Versteher verunglimpft.

Die Medien haben bewußt ein falsches Bild vermittelt

Die gesamte Medienlandschaft hat sich dieser Auffassung angeschlossen und ein falsches Bild der Ukraine-Russland Krise vermittelt. Daran hat sich bis heute nichts geändet. Das ist keine friedliche Weihnachtszeit im Jahr 2014. 100 Jahre nach Ausbruch des ersten Weltkriegs geben sich viele "Kräfte" die Mühe, die Geschichte zu wiederholen.

Die Kriegstreiber in Politik und den Medien sind in Aufregung

Nun sind die kriegstreibenden Medien in Deutschland in heller Aufregung, seit in der ZEIT ein Aufruf von 60 sehr prominenten Deutschen von Mario Adolf, Roman Herzog, Wim Wenders bis Antje Vollmar und Eckard Cordes veröffentlicht wurde.

Wie nicht anders zu erwarten, plärt "WELT-Online": "Dieser Russland-Aufruf ist ein peinliches Dokument". Der Autor, Karl Schlögel schreibt dort: "Die Verfasser des Aufrufs erteilen Ratschläge, die man als ziemlich unverschämt zurückweisen darf". Dem "Springer Verlag" sagen wir, das was wir seit Monaten täglich an Kriegshetze bei Euch lesen, das ist eine Unverschämtheit. Schreibt Euch das hinter die Ohren.

Auf "ZEIT-Online" plärte noch lauter der der ehemalige CDU Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz, seines Zeichens von 1996 bis 2006 Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft herum und stellte Russland und Putin als weltbedrohende Agressoren da, vor denen sich die Polen, Balten und Ukrainer fürchten müssten.

Liest man den Artikel genauer, stellt man sehr schenll fest, worum es dem Atlantiker und kaltem Krieger im US-Auftrag wirklich geht. Putin würde das Fenster zu Europa schließen, ist seine Agumentation, und man hört fast schon die Chefredaktion der "ZEIT", die fast alle der Atlantik-Brücke angehören, klatschen.

Den ganzen Artikel kann man sich schenken, da er wie eine Langspielplatte, die seit Monaten den gleichen Vorwürfe von einer Bedrohung seitens der Russen ausgeht, allerdings wie immer, ohne jeden Beweis. Lesenswert sind nur die Kommentare. Hier einer: "Ich kann es nicht mehr hören. Solange die "ZEIT" nicht anfängt, hier sachlich zu berichten, meide ich das Thema in dieser Zeitung. Es ist lächerlich und einer "Zeit" nicht würdig.

Die "Mitteldeutsche Zeitung" titelte: "Scharfe Kritik an Aufruf zu anderer Russland Politik". Demnach sollen vor allem DIE GRÜNEN darüber empört sein, dass sich ehemalige Politiker, Manager und Künstler für eine neue Entspannungspolitik mit Russland einsetzen.

Willy Wimmer "Wer grün wählt - wählt den Krieg"

Rebecca Harms, die Fraktionschefin der Grünen im Europaparlament schäumte vor Wut. „Ich halte den Aufruf für eine politisch-intellektuelle Zumutung“, sagte sie der Mitteldeutschen Zeitung. Der Text enthalte „null Empathie für die Bevölkerung der Ukraine“. Sie sei entsetzt über die „Mischung aus Undifferenziertheit und Voreingenommenheit“ bei den Autoren.

Parteichef Özdemir polemisiert noch viel dümmer. „Es ist Russlands autoritärer Herrscher Putin, der ein neues Wettrüsten auslöst, seine Nachbarn bedroht und besetzt und im eigenen Land Jagd auf Andersdenkende machen lässt.“

Kein Frieden mit Putin?

Den übelsten scheiß dazu konnte man aber auf taz.de lesen: "Kein Bückling vor Putin", titelte der Ressorleiter Ausland, Dominic Johanson. "Die Bewahrung des Friedens sei eine gute Sache", aber doch nicht mit Putin, hätte er am liebsten geschrieben. Und es würde längst Krieg in Europa sein. "In der Ostukraine wird täglich geschossen und bombardiert, sterben täglich Menschen".

Was Dominic Johanson von der taz unterschlägt, ist, dass in der Ostukraine gestorben wird. Bombardiert werden die russisch-sprachigen Einwohner der Ukraine von den politischen Kräften, die von der EU und den USA an die Macht gebracht wurden. Und nun kommt der dümmste Satz, der in den letzten Monaten von allen deutschen Medien schon hunderfach geschrieben wurde. Dann kann es Johanson auch schreiben: "Der Schlüssel zur Beendigung dieses Krieges liegt in Moskau". Aber kein Wort zu den Machenschaften der Amerikaner.

Deutsche Qualitätsmedien unterschlagen den Aufruf von 60 Prominenten

Der Aufruf "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserm Namen!" erschien am Freitag den 5. Dezember bei ZEIT-Online. Es gab keine Reaktion der "FAZ", im "SPIEGEL" oder der "Süddeutschen Zeitung". Auch bei "dpa" dem "heute Journal" und in der "Tagesschau" wurde der wichtigste Aufruf des Jahres mit keinem einzigen Wort erwähnt.

Die NATO- Pressestuben und Kriegstreiber wurden auf dem falschen Fuß kalt erwischt. Und noch eines hat es gezeigt: So wie wir seit Monaten schreiben, können wir den Deutschen Medien nicht mehr vertrauen. ARD und ZDF entfernen Beweise ihrer Lügen und Propaganda heimlich still und leise aus dem Webangebot, konnten wir heute lesen.

Noch ist Helmut Schmidt Herausgeber der "ZEIT"

Den einen oder anderen hat es gewundert, dass der Aufruf ausgerechnet in der "ZEIT", die sich als kriegstreibendes Monsterblatt gemausert hat, veröffentlicht wurde. Aber noch ist Helmut Schmidt einer der Herausgeber dieser Zeitung. In die Redaktion hat er sich nie eingemischt, aber so viel Einfluß hat er noch, dass er auf eine Veröffentlichung bestehen kann. Gott sei dank.

François Hollande hat sich mit Wadimir Putin getroffen

Fast in allen führenden europäischen Zeitungen laß man am Montag den 8. Dezember etwa folgendes: Dass was Kanzlerin Angela Merkel nicht habe tun könne, oder was man sie nicht habe tun lassen, werde nun François Hollande tun.

Kanzlerin Merkel könne nach einer ganzen Reihe harter Erklärungen an Russlands Adresse kaum noch für die Rolle eines Friedensstifters taugen. In den deutschen und britischen Zeitungen verweist man sogar vorsichtig darauf, dass Angela Merkel mit ihrer Härte Moskau gegenüber einen wichtigen Fehler gemacht habe.

Keine neuen NATO-Ecken vor der Tür Russlands

Der russische Präsident Wladimir Putin, will man den Angaben aus russischen Quellen glauben schenken, mit Hollande über vieles gesprochen haben. Insbesondere auch darüber, dass Russland ebensolche rechtmäßigen nationalen Sicherheitsinteressen besitze wie die EU, Deutschland, Frankreich, die USA und ein beliebiges anderes Land. Aber wenn man vor seiner Nase, in der Ukraine, einen Staatsumsturz inzeniert und beginne, eine neue „Nato-Ecke“ einzurichten, so müsse Russland einfach darauf reagieren, hieß es aus dem Umfeld von Putin.

In diesem Zusammenhang wollen wir an die letzte Rede von Putin erinnern

Ein paar Sätze aus der Rede von Staatspräsident Wladimir Putin an sein Volk. Den USA warf Putin vor, in Russlands unmittelbarer Nachbarschaft zu zündeln und die Region zu destabilisieren. "Manchmal weißt du nicht, mit wem du sprechen sollst – mit den Regierungen mancher Staaten oder direkt mit ihren amerikanischen Sponsoren."

Putin sagte, jedes Volk habe ein "unabdingbares Recht, selbstständig zu werden, seine Partner zu wählen und Beziehungen aufzubauen". Russland werde dies auch in Zukunft akzeptieren und dies betreffe auch die Ukraine. Als die EU jedoch vor einem Jahr mit dem russischen Nachbarland über ein Assoziierungsabkommen verhandelt habe, sei Russland "völlig ignoriert" worden – trotz großer Auswirkungen des Vertrags auf Moskau.

"Uns wurde gesagt, dass es uns angeblich nichts angeht", sagte Putin. Russland habe aber legitime Interessen. "Wenn wir nicht gehört werden, sehen wir uns gezwungen, unsere Interessen zu verteidigen", sagte Putin.

Putin. Der Westen hätte seinem Land gezielt schaden wollen: "Hätte es die Ukraine-Krise nicht gegeben, hätte sich der Westen andere Gründe ausgedacht". "Je mehr wir uns zurückziehen und uns rechtfertigen, desto dreister werden unsere Gegner und desto zynischer und aggressiver benehmen sie sich", sagte Putin.

Merkel hat nichts gelernt

Angela Merkel am Sonntag den 7. Dezember im Interview der Welt am Sonntag: "Merkel bekräftigte ihre Absicht, den sich ebenfalls von Russland bedroht fühlenden Ländern Estland, Lettland und Litauen notfalls auch militärisch beizustehen" Merkel verteidigte sich gegen Kritik ihrer drei Amtsvorgängern Helmut Schmidt (SPD), Helmut Kohl (CDU) und Gerhard Schröder (SPD), die sich für eine konziliantere Haltung gegenüber Russland ausgesprochen hatten.

Planlosigkeit und Aggression von Angela Merkel

Horst Teltschik, der außenpolitische Berater des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl, hat der Regierung von Angela Merkel (CDU) Planlosigkeit und Aggression im Umgang mit Russland und dessen Präsidenten vorgeworfen, berichtet Zeit online am Mittwoch.

Was uns die Medien verschweigen wollten

Mehr als 60 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien warnen in einem Aufruf eindringlich vor einem Krieg mit Russland und fordern eine neue Entspannungspolitik für Europa. Ihren Appell richten sie an die Bundesregierung, die Bundestagsabgeordneten und die Medien.

Der Aufruf im Wortlaut: 

Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!

Niemand will Krieg. Aber Nordamerika, die Europäische Union und Russland treiben unausweichlich auf ihn zu, wenn sie der unheilvollen Spirale aus Drohung und Gegendrohung nicht endlich Einhalt gebieten. Alle Europäer, Russland eingeschlossen, tragen gemeinsam die Verantwortung für Frieden und Sicherheit. Nur wer dieses Ziel nicht aus den Augen verliert, vermeidet Irrwege.

Der Ukraine-Konflikt zeigt: Die Sucht nach Macht und Vorherrschaft ist nicht überwunden. 1990, am Ende des Kalten Krieges, durften wir alle darauf hoffen. Aber die Erfolge der Entspannungspolitik und der friedlichen Revolutionen haben schläfrig und unvorsichtig gemacht.

In Ost und West gleichermaßen. Bei Amerikanern, Europäern und Russen ist der Leitgedanke, Krieg aus ihrem Verhältnis dauerhaft zu verbannen, verloren gegangen. Anders ist die für Russland bedrohlich wirkende Ausdehnung des Westens nach Osten ohne gleichzeitige Vertiefung der Zusammenarbeit mit Moskau, wie auch die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Putin, nicht zu erklären.

In diesem Moment großer Gefahr für den Kontinent trägt Deutschland besondere Verantwortung für die Bewahrung des Friedens. Ohne die Versöhnungsbereitschaft der Menschen Russlands, ohne die Weitsicht von Michael Gorbatschow, ohne die Unterstützung unserer westlichen Verbündeten und ohne das umsichtige Handeln der damaligen Bundesregierung wäre die Spaltung Europas nicht überwunden worden.

Die deutsche Einheit friedlich zu ermöglichen, war eine große, von Vernunft geprägte Geste der Siegermächte. Eine Entscheidung von historischer Dimension. Aus der überwundenen Teilung sollte eine tragfähige europäische Friedens- und Sicherheitsordnung von Vancouver bis Wladiwostok erwachsen, wie sie von allen 35 Staats- und Regierungschefs der KSZE-Mitgliedsstaaten im November 1990 in der "Pariser Charta für ein neues Europa" vereinbart worden war.

Auf der Grundlage gemeinsam festgelegter Prinzipien und erster konkreter Maßnahmen sollte ein "Gemeinsames Europäisches Haus" errichtet werden, in dem alle beteiligten Staaten gleiche Sicherheit erfahren sollten. Dieses Ziel der Nachkriegspolitik ist bis heute nicht eingelöst. Die Menschen in Europa müssen wieder Angst haben.

Wir, die Unterzeichner, appellieren an die Bundesregierung, ihrer Verantwortung für den Frieden in Europa gerecht zu werden. Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik für Europa. Das geht nur auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle und mit gleichberechtigten, gegenseitig geachteten Partnern. Die deutsche Regierung geht keinen Sonderweg, wenn sie in dieser verfahrenen Situation auch weiterhin zur Besonnenheit und zum Dialog mit Russland aufruft. Das Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der Deutschen, der Polen, der Balten und der Ukrainer.

Wir dürfen Russland nicht aus Europa hinausdrängen. Das wäre unhistorisch, unvernünftig und gefährlich für den Frieden. Seit dem Wiener Kongress 1814 gehört Russland zu den anerkannten Gestaltungsmächten Europas. Alle, die versucht haben, das gewaltsam zu ändern, sind blutig gescheitert – zuletzt das größenwahnsinnige Hitler-Deutschland, das 1941 mordend auszog, auch Russland zu unterwerfen.

Wir appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, als vom Volk beauftragte Politiker, dem Ernst der Situation gerecht zu werden und aufmerksam auch über die Friedenspflicht der Bundesregierung zu wachen. Wer nur Feindbilder aufbaut und mit einseitigen Schuldzuweisungen hantiert, verschärft die Spannungen in einer Zeit, in der die Signale auf Entspannung stehen müssten. Einbinden statt ausschließen muss das Leitmotiv deutscher Politiker sein.

Wir appellieren an die Medien, ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen. Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden.

Es geht nicht um Putin. Staatenlenker kommen und gehen. Es geht um Europa. Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen. Dazu kann eine verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung eine Menge beitragen.

Am 3. Oktober 1990, am Tag der Deutschen Einheit, sagte Bundespräsident Richard von Weizsäcker: "Der Kalte Krieg ist überwunden. Freiheit und Demokratie haben sich bald in allen Staaten durchgesetzt. ... Nun können sie ihre Beziehungen so verdichten und institutionell absichern, dass daraus erstmals eine gemeinsame Lebens- und Friedensordnung werden kann.

Für die Völker Europas beginnt damit ein grundlegend neues Kapitel in ihrer Geschichte. Sein Ziel ist eine gesamteuropäische Einigung. Es ist ein gewaltiges Ziel. Wir können es erreichen, aber wir können es auch verfehlen. Wir stehen vor der klaren Alternative, Europa zu einigen oder gemäß leidvollen historischen Beispielen wieder in nationalistische Gegensätze zurückzufallen."

Bis zum Ukraine-Konflikt wähnten wir uns in Europa auf dem richtigen Weg. Richard von Weizsäckers Mahnung ist heute, ein Vierteljahrhundert später, aktueller denn je.

Die Unterzeichner

Mario Adorf, Schauspieler
Robert Antretter (Bundestagsabgeordneter a. D.)
Prof. Dr. Wilfried Bergmann (Vize - Präsident der Alma Mater Europaea)
Luitpold Prinz von Bayern (Königliche Holding und Lizenz KG)
Achim von Borries (Regisseur und Drehbuchautor)
Klaus Maria Brandauer (Schauspieler, Regisseur)
Dr. Eckhard Cordes (Vorsitzender Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft)
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.)
Eberhard Diepgen (ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin)
Dr. Klaus von Dohnanyi (Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg)
Alexander von Dülmen (Vorstand A-Company Filmed Entertainment AG)
Stefan Dürr (Geschäftsführender Gesellschafter und CEO Ekosem-Agrar GmbH)
Dr. Erhard Eppler (Bundesminister für Entwicklung und Zusammenarbeit a.D.)
Prof. Dr. Dr. Heino Falcke (Propst i.R.)
Prof. Hans-Joachim Frey (Vorstandsvorsitzender Semper Opernball Dresden)
Pater Anselm Grün (Pater)
Sibylle Havemann (Berlin)
Dr. Roman Herzog (Bundespräsident a.D.)
Christoph Hein (Schriftsteller)
Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch (Bundestagsvizepräsident a.D.)
Volker Hörner (Akademiedirektor i.R.)
Josef Jacobi (Biobauer)
Dr. Sigmund Jähn (ehemaliger Raumfahrer)
Uli Jörges (Journalist)
Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann (ehemalige EKD Ratsvorsitzende und Bischöfin)
Dr. Andrea von Knoop (Moskau)
Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (ehemalige Korrespondentin der ARD in Moskau)
Friedrich Küppersbusch (Journalist)
Vera Gräfin von Lehndorff (Künstlerin)
Irina Liebmann (Schriftstellerin)
Dr. h.c. Lothar de Maizière (Ministerpräsident a.D.)
Stephan Märki (Intendant des Theaters Bern)
Prof. Dr. Klaus Mangold (Chairman Mangold Consulting GmbH)
Reinhard und Hella Mey (Liedermacher)
Ruth Misselwitz (evangelische Pfarrerin Pankow)
Matthias Platzeck (Ministerpräsident a.D.)
Klaus Prömpers (Journalist)
Prof. Dr. Konrad Raiser (eh. Generalsekretär des Ökumenischen Weltrates der Kirchen)
Jim Rakete (Fotograf)
Gerhard Rein (Journalist)
Michael Röskau (Ministerialdirigent a.D.)
Eugen Ruge (Schriftsteller)
Dr. h.c. Otto Schily (Bundesminister des Inneren a.D)
Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer (ev. Theologe, Bürgerrechtler)
Georg Schramm (Kabarettist)
Gerhard Schröder (Bundeskanzler a.D.)
Philipp von Schulthess (Schauspieler)
Ingo Schulze (Schriftsteller)
Hanna Schygulla (Schauspielerin, Sängerin)
Dr. Dieter Spöri (Wirtschaftsminister a.D.)
Prof. Dr. Fulbert Steffensky (kath. Theologe)
Dr. Wolf-D. Stelzner (geschäftsführender Gesellschafter: WDS-Institut für Analysen in Kulturen mbH)
Dr. Manfred Stolpe (Ministerpräsident a.D.)
Dr. Ernst-Jörg von Studnitz (Botschafter a.D.)
Prof. Dr. Walther Stützle (Staatssekretär der Verteidigung a.D.)
Prof. Dr. Christian R. Supthut (Vorstandsmitglied a.D. )
Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik (ehemaliger Berater im Bundeskanzleramt für Sicherheit und Außenpolitik)
Andres Veiel (Regisseur)
Dr. Hans-Jochen Vogel (Bundesminister der Justiz a.D.)
Dr. Antje Vollmer (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D.)
Bärbel Wartenberg-Potter (Bischöfin Lübeck a.D.)
Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Wissenschaftler)
Wim Wenders (Regisseur)
Hans-Eckardt Wenzel (Liedermacher)
Gerhard Wolf (Schriftsteller, Verleger)

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Weiterführende Links:
Den Draht nach Moskau nicht abreißen lassen
Die Unterzeichner des Friedensaufrufs "Nicht in unserem Namen" haben recht: Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik mit Russland. von Theo Sommer
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-12/ukraine-krise-krieg-russland-eu-appell