05.06.2017 09:25 18 Flaschen im Wert von 1.44 Euro

Pfandflaschen Diebstahl? Polizei und Staatsanwalt zeigen keine Reue

Polizei und Staatsanwalt waren sich einig. Pfandflaschen Sammler darf man nicht entkommen lassen.

Polizei und Staatsanwalt waren sich einig. Pfandflaschen Sammler darf man nicht entkommen lassen. Richter stellt den Fall ein. Foto: Pixabay

Von: GFDK - Gottfried Böhmer Profil bei Google+

"Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht". Heinrich Heine würde sich bei diesem "Kriminalfall" aus Deutschland im Grab umdrehen oder vor lauter Ekel aus diesem springen. Was war passiert?

In dem ach so reichen München haben zwei arme alte Menschen, ein älteres Ehepaar Mitte sechzig, er Rentner sie, Putzkraft, Pfand-Flaschen mit einem Greifarm aus einem Altglas-Container geangelt.

Man fragt sich wer sind hier die Flaschen?

Was nun passierte, ist eine Posse, die nur in einem Land zu Tage kommt, wo Neid, Mißgunst, Machtwillkür und Niedertracht sich die Hand geben. Denn diese Szene wurde von "sehr anständigen Anwohnern" beobachtet". Jeder mitfühlende Mensch wird bei so einem Anblick, wo alte Menschen sich ihr Auskommen mit mit Pfand-Flaschen sichern müssen, Mitleid empfinden. Nicht so die "ehrenwerten" Anwohner, diese rufen vor lauter Empörung die Polizei.

Und was macht diese Polizei, die ständig über Personalmangel, Unterbesetzung und Überarbeitung klagt, sie rückt an, um die Pfand-Flaschen-Täter dingfest zu machen und eine Strafanzeige gegen die mittellosen Armen der Ärmsten zu erstatten.

18 Flaschen im Wert von 1.44 Euro

Die "Freunde und Helfer" haben die Schwere des Delikts umgehend erkannt, immerhin geht es hier um einen Diebstahl im Wert von 1.44 Euro. Und nun findet sich in München auch noch ein Staatsanwalt, der die unglaubliche Tat nicht etwa umgehend einstellt, nein, er bringt sie zur Anklage vor Gericht. Man fragt sich, wer sind hier die Flaschen?

Staatliche Strafverfolgung läßt sich in Deutschland an Lächerlichkeit kaum noch überbieten. Ein Staat, der solche Anwohner, Polizisten und Staatsanwälte hat, muß sich um die Sicherheit seiner Bürger keine Sorgen machen. Na gut, die Anwohner, die Polizisten und der Staatsanwalt haben wohl das Wort Nächstenliebe noch nie gehört, das steht auf einem anderen Blatt.

Dem Richter am Amtsgericht München haben sich wohl die Fußnägel aufgerollt als er den Fall verhandeln mußte, und er macht es kurz und stellt den Fall ein. Seine Begründung ist einleuchtend. Pfand-Flaschen haben nichts in einem Altglas-Container zu suchen, diese wären mit dem Glas verschmolzen worden, ein Schaden ließe sich nicht feststellen, zudem wäre er auch noch zu gering.

Staatsanwalt ist nicht zu bremsen

Der Münchner Richter lehnte eine Bestrafung der armen Alten ab, machte diese Rechnung aber ohne den Staatsanwalt. Der machtgeile Typ ohne jedwede Empathie legte umgehend Beschwerde gegen das Urteil ein. Pfand-Flaschen Sammler darf man nicht entkommen lassen. Das Münchener Gericht hat die Beschwerde umgehend abgewiesen.

Ich würde mir wünschen, man würde die Namen der Anwohner, der Polizisten und des Staatsanwalts veröffentlichen. Ich glaube, die wollte keiner als Nachbarn haben, dann doch lieber Jérôme Boateng. Und bitte stellen sie sich nicht die Frage, was diese Gerichts-Posse den Steuerzahler gekostet hat.

Gottfried Böhmer

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