18.11.2013 09:57 Na gut mein Sohn.....

Papa, wie bin ich auf die Welt gekommen? Geschätzte Download-Zeit 9 Monate!

Den sowohl die Dummen, als auch die Klugen nutzen das Internet.

Georg Wilhelm von Fürstenberg: "versucht mal in der offline Welt da draußen, eure Nachbarn auf die“ignoriert“ Liste zu setzen".

Von: Georg Wilhelm von Fürstenberg

Das Internet als Plattform der Begegnung ist vermutlich die innovativste, unfreiwilligste Erfindung des 20 Jahrhunderts. Niemand hätte gedacht, dass diese Plattform, die für den Kontakt von Wissenschaftlern erdacht wurde in der Zukunft zur Informationsbörse, Date-Plattform, Datenautobahn für Unzähliges und Sprachrohr für Jedermann würde.

Die entwickelte Eigendynamik des Mediums macht klar, es war Zeit für die globale Vernetzung. Eine nächste Ebene menschlicher Kommunikationsform. Das ist natürlich nur ein Spiegel der aktuellen Gesellschaft. Den sowohl die Dummen, als auch die Klugen nutzen das Internet. Das Internet ist demokratisch, anarchisch und noch relativ frei. Abgesehen von einigen staatlichen und privateren Stalking Aktionen, denen man als versierter User vorbeugen kann.

Es hat auch gegenüber der echten Offline Welt einen großen Vorteil. Besonders lästige Nutzer, die klickt man hier einfach weg. Da gibt es vielerlei Wege. Doch versucht mal in der offline Welt da draußen, eure Nachbarn auf die“ignoriert“ Liste zu setzen.

Natürlich ist es so, dass durch die häufige Dominanz der Dummen und der Dummheit viel Gutes und Interessantes verdorben wird. Doch wer gut zu unterscheiden weiß, dem kann das Internet helfen, sich die Welt noch viel intensiver zu erschließen. Wer klug zu trennen weiß, zwischen on und off, besonders auf emotionaler Ebene. Wer versteht, dass hinter den Nullen und Einsen der binären Zahlencodes, deren sich unsere Kommunikationsmaschinen, die PCs, Laptops, Tablets und Handys bedienen, zwar auch Menschen stehen, aber oft hinter einer Maske, der kann mit diesem Medium wunderbar umgehen und in die beiden Welten gut verknüpfen.

Wer diese einfache Regel missachtet, setzt beim Umgang mit dem Medium Internet die Dramen der offline Welt im Internet nur fort. Das ist dumm. Im Laufe der Jahre, die ich nun schon mit dem Internet lebe, das zum Teil auch meinen Lebensunterhalt finanziert, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass online leben erschreckend real sein kann.

Bis vor einiger Zeit lächelte ich noch über online Date's, doch auch da musste ich verstehen, dass es zwar richtig ist wie ich im allgemeinen darüber denke. Es ist eine ziemlich blöde Fleischbeschau, oft Zeit und Geldverschwendung. Viele Fake's und falsche Träume, besonders bei kommerziellen Anbietern.  Doch es ist in seltensten Fällen möglich, im Internet einen Partner kennen und lieben zu lernen, wenn man nicht sucht, sondern sich einfach findet.

Das Internet ist ein Teil unser Lebensrealität und Qualität geworden. Doch frei bin ich nur, solange ich noch offline gehen kann.

Und eins muss ich noch erwähnen, wenn wir uns nicht bequemen den Unterschied zwischen “real life“ und der Internet PC Welt besser zu trennen, werden wir spätestens in einer Generationen unseren Kindern so die Welt erklären müssen.

Sohn
"Papa, wie bin ich auf die Welt gekommen?"

Vater
"Na gut mein Sohn, ... irgendwann müssen wir dieses Gespräch wohl führen. Also, der Papa hat die Mama in einem "chatroom" kennen gelernt. Später haben der Papa und die Mama sich in einem "cyber café" getroffen und auf der Toilette hat die Mama ein paar "downloads" von Papas "memory stick" machen wollen. Als Papa dann fertig für das "uploaden" war, merkten wir plötzlich, dass wir keine "firewall" installiert hatten.

Leider war es schon zu spät, um “cancel" oder "escape" zu drücken, und die Meldung "Wollen Sie wirklich uploaden?" hatten wir in den "Optionen" unter "Einstellungen" schon am Anfang gelöscht. Mamas Virenscanner war schon länger nicht "upgedated" worden und kannte sich mit Papas "Trojaner" nicht so recht aus.
Wir drückten die "Enter" Taste und Mama bekam die Meldung:

"Geschätzte Download-Zeit 9 Monate!"

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft