04.06.2017 06:01 zu viel des guten

Kunstmessen in große Unruhe versetzt

Art Cologne - Kunstmessen ueberschwemmen Deutschland

Hat Deutschland zu viele Kunstmessen? Bild der Art Cologne: Foto: Eva Horstick

Von: GFDK - Herwig Nowak

Ausgelöst durch geradezu tektonische Schübe ist die Messelandschaft der Kunstmessen in grosse Unruhe versetzt worden. Es begann damit, dass sich die Messe  art fair vom Standort Köln verabschiedete. Dieses Faktum allein brauchte nicht Anlass für Unruhe zu geben, wurde doch an dieser Stelle bereits zu einem früheren Zeitpunkt die Auffassung vertreten, dass in Köln weniger Kunstmessen mehr sein könnte.

Nicht allein die Tatsache, dass diese Messe künftig in Düsseldorf  als "art Düsseldorf" stattfinden soll, sorgte für Unruhe, sondern eher die Mitteilung, dass die neue Messe von der MCH-Group geführt werden wird. Das ist die Muttergesellschaft der art Basel, die bekanntermassen mit Messegründungen nicht zimperlich ist,  polypenhaft um sich greift und einen grossen Expansionsdrang zeigt.

Die Antwort aus Köln liess nicht lange auf sich warten. Sie lautete: die art Cologne steigt bei der art Berlin Contemporary (ABC) ein. Diese war im Jahre 2007 von Berliner Galeristen gegründet worden und widmete sich bevorzugt der Pflege des künstlerischen Nachwuchses. Die neue Kunstmesse heisst "art Berlin "und soll bereits vom 14. bis 17. September ds.Js. an die Stelle der ABC-Messe treten. Das Management der neuen Messe wird von dem Chef der art Cologne Daniel Hug und der Leiterin der bisherigen ABC-Messe Maike Kruse gestellt.

Nach der diesjährigen art Cologne, die man als brilliant bezeichnen kann, braucht man zunächst keine Besorgnis um den Bestand und die Qualität dieser Messe zu haben. Und dass diese Messe einen wie auch immer gearteten und noch nicht abzusehenden "Zugriff" auf eine neue Berliner Messe haben wird, kann man nur begrüssen. Aber es ist ja nie "aller Tage Abend" und so kann Wachsamlkeit nur geboten sein im Hinblick auf die Entwicklung in Düsseldorf. Sicherlich sind zwei neue vollwertige Kunstmessen auf engem Raum zuviel des Guten.

Herwig Nowak

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