01.03.2017 17:23 ein gelungenes Debüt

Jung, prickelnd, wienerisch - die Kunstmesse Art Vienna

Gerard Mas auf der Kunstmesse Art Vienna

Gerard Mas, „Call Center Lady“, 2016, polychromiertes Polyesterharz, 48,5 x 37 x 21 cm, Foto: Galerie Robert Drees, Hannover

Damien Hirst - Ausstellung auf der Art Vienna

Damien Hirst, „Psalm: Miserere mei Deus“, 2015, Silkscreen print with glaze, 45,7 x 45,7 cm, Edition of 25, Image courtesy Other Criteria © Damien Hirst & Science Ltd, 2015

Oswald Oberhuber auf der Art Vienna

Oswald Oberhuber, „Ohne Titel“, 1953, Kunstharzlack auf Hartfaserplatte, 80 x 141 cm, Courtesy Galerie Elisabeth & Klaus Thoman Innsbruck/ Wien, Foto: © Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

Von: GFDK - Herwig Nowak

Man mag zwar grundsätzlich der Meinung sein, dass es an Kunstmessen bereits genug gibt: nach Köln, Basel, Karlsruhe, auch Brüssel und weitere andere im In -und Ausland. Dennoch: wer wollte der alten Kaiserstadt Wien ernsthaft bestreiten, in diesem Frühjahr erstmals der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst mit einer eigenen, also "jungen" Messe Referenz zu erweisen?

Niemand: und das Debüt war wohlgelungen. In engen Räumen und Gängen des Leopold Museums fanden mehr als 30 meist österreichische Galerien - nur 6 Ausländer waren zu zählen - ihre Präsenz und ihre Resonanz bei einem zahlreich erschienenen Publikum, das seine Kennerschaft und sein Kunst-und Kaufinteresse nicht zu verleugnen vermochte.

Kunstmesse in Wien

Nun bezieht sich das Adjektiv "prickelnd" nicht nur auf die Besucher. Sondern es kann durchaus auf die Exponate der neuen Messe ausgedehnt werden. Sicherlich war der Anteil der Klassischen Moderne höher als bei vergleichbaren Veranstaltungen, und das ist nicht untypisch für den Veranstaltungsort. Aber die dadurch notwendige Auseinandersetzung des Besuchers mit dem, was einmal modern war, und dem was sich heute modern nennt, war wohltuend und wurde ergänzt durch jenes absolut Neue.

Zwei Galerien verdienen aus der Sicht des Rezensenten hinsichtlich des Neuen besonders hervorgehoben zu werden. Da ist zum einen die Galerie Robert Drees mit dem bei ihr ausgestellten Markus Dräger als Beispiel für hervorragende Personifizierungen und zum anderen die Galerie Frey, die mit gegenständlichen Situationsdarstellungen, gefertigt von K.Winter mit Autolacken auf Aluminiumuntergrund, für Aufsehen sorgten.

Für Freunde der Künste

Es war eine "wienerische" Veranstaltung. Nun mag man sich wohl fragen, was das Spezifische einer "wienerischen" Veranstaltung wohl ist. Aber abgesehen von vielfältig - gängigen Klischees, die hier nicht gemeint sind, ist das selbstbewußt Stolze mit dem Geschichtsbewustsein Verbundene ein Merkmal, das dem Land an der "schönen blauen Donau" zu eigen ist und die "neue, prickelnde" Messe zu einer wienerischen formt.

Herwig Nowak

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