11.03.2014 12:20 Moritz Gathmann ist freier Journalist in Moskau

Hexenjagd - Zeit-Online feuert Moritz Gathmann wegen unerwünschter Berichterstattung

Moritz Gathmann, der aktuell auch viel direkt aus der Ukraine berichtet wurde gefeuert.

Moritz Gathmann, der aktuell auch viel direkt aus der Ukraine berichtet wurde gefeuert. Foto: (c) blog.ostpol.de

Von: GFDK - Gemma Pörzgen

Ich möchte mit diesem Eintrag für kollegiale Unterstützung für unseren Kollegen Moritz Gathmann werben. Er berichtet als engagierter, freier Journalist seit Monaten für deutschsprachige Medien aus der Ukraine. Zuvor hat er mehrere Jahre in Moskau als freier Korrespondent gearbeitet und ist ein ausgezeichneter Osteuropa-Kenner, der mit großem Engagement und guter Schreibe ein großer Gewinn für die Berichterstattung vieler deutscher Medien ist.

In den letzten Tagen gab es eine böswillige Kampagne von Kollegen gegen ihn, die unter anderem per Twitter und Facebook lief, weil er auch für die Verlagsbeilage der SZ "Russland Heute" tätig war. Das ist eine zweifelhafte PR-Publikation, die monatlich der SZ beiliegt und für die viele junge Kollegen arbeiten, weil sie gut zahlen und weil man dort viele Russlandthemen unterbringt, die in anderen Medien keinen Platz mehr finden.

Mediale Polarisierung der Ukraine-Krise

Es war immer einer von Moritz Gathmanns Kunden und es war jederzeit auf seiner Website nachzulesen. Er hat dort Texte redigiert und einige Artikel geschrieben, die inhaltlich völlig in Ordnung sind. Dass deutsche Kollegen ihm deshalb nun vorwerfen, er betreibe Kremlpropaganda ist nicht nur unfair, sondern ein gezielter Versuch einen Journalisten zu verleumden, dessen Darstellung einem nicht passt.

Zeit-Online hat nun die Zusammenarbeit mit Moritz Gathmann aufgekündigt, obwohl er noch in der Ukraine ist. Ich finde das im Umgang mit einem freien Kollegen indiskutabel und für ein Medium wie die "Zeit" unverzeihlich. Da berichtet einer gerade aus einer schwierigen Krisenregion und hält als freier Kollege für das Medium den Kopf hin.

Kölner Journalistik-Professor Überall kritisiert Zeit Online

Der Kölner Journalistik-Professor Frank Überall kann die Reaktion der „Zeit-Online“-Redaktion nicht verstehen.

Gegenüber Newsroom.de sagt Prof. Überall: „Ich erwarte, dass man sich in solchen Fällen konkret mit den Texten und Inhalten beschäftigt und nicht pauschal einen Journalisten in eine missliebige Ecke stellt".

Statt sich hinter den Kollegen zu stellen, das Gespräch mit ihm nach seiner Rückkehr zu suchen und ihn vor einer solchen Hexenjagd zu schützen, distanziert sich Zeit-Online in einem Eintrag unter seinem Artikel von ihm und beendet die Zusammenarbeit. Ich finde das für "Zeit"-Online ebenso beschämend wie für die selbstgerechten Anstifter, die diese Mobbing-Aktion vorangetrieben haben. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass deutsche Kollegen zu so einer Niedertracht fähig sind.

Das schreibt unser Kollege Sergej Sumlenny sehr richtig:

Zum Fall Moritz Gathmann. Natürlich hat jede Redaktion ihr Recht, Zusammenarbeit mit jedem freien Autor zu beenden. Eine rasche Beendigung der Zusammenarbeit ist aber erst dann verständlich, wenn ein schwerer Vorfall vorliegt, der solchen schnellen Abbruch rechtfertigt. Eine Zusammenarbeit von Moritz Gathmann mit Russland Heute war langfristig und intensiv, und keinesfalls für die ZEIT unbekannt.

Eine Information, dass die ZEIT Redaktion Herrn Gathmann vor dem Wahl gestellt hat, entweder für RH weiter zu arbeiten, oder für die ZEIT zu schreiben, liegt mir nicht vor. Deswegen kann ich die Entscheidung von die ZEIT nur bedauern. Einen freien Journalisten wegzuschmeißen in der Zeit, wenn dieser sich im Krisen- (wenn nicht Kriegsregion!) befindet, verletzt alle Vorstellungen von einem kollegialen Verhalten.

Das kann ich nicht verstehen. Die Einschätzungen von Herrn Gathmann konnte ich nicht immer teilen, aber das war monatelang der Redaktion von die ZEIT kein Grund, mit ihm weiter nicht mehr zu arbeiten. Die Schnelligkeit dieser Entscheidung ist traurig.

Das Verhalten von der Redaktion die ZEIT, die erst ihr Moskau-Büro schließt und dann einen freien Kollege aus politischen Gründen kurzzeitig entlässt verschärft nur die traurige Situation auf dem deutschen Printmedienmarkt. Nicht umsonst verlassen immer mehr Journalisten das schwierige Mediengelände und starten ihr neues Arbeitsleben als PR-Berater, Analysten etc. Ich wünsche dem Herrn Kollege Gathmann alles gute.


Moritz Gathmann arbeitet als freier Journalist in Moskau. Geboren 1980 in Göppingen, beliefert er Titel wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, den „Spiegel“ oder „Das Magazin“ mit Berichten und Hintergrundstücken aus Russland. Seit 2008 ist er ebenfalls Mitglied im angesehenen Korrespondenten-Netzwerk n-ost.

Berlin: Die frühere Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne) hat Verständnis für das russische Vorgehen in der Ukraine-Krise geäußert. „Ich habe immer gewusst, dass wir für den Bruch des Völkerrechts im Kosovo-Krieg irgendwann von Russland oder China die Rechnung vorgelegt bekommen“, sagte Vollmer der „Berliner Zeitung“.

ZAPP-Bericht im NDR enthüllt die Manipulation der deutschen Bevölkerung durch die hiesigen Medien im Ukraine-Konflikt. Aufwachen! Es geht schon lange nicht mehr um neutrale Berichterstattung. Deutsche Medien beteiligen sich nachweislich an Propaganda zum Nutzen der deutschen Bundesregierung.

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11.03.2014 16:38
Heinz sagt:
high danke für euer vertrauen, aber das ist mir angesichts meiner eigenen probleme zuviel des guten alles zu lesen. ich hatte während meiner ruhephase am see mit einem freund ein handygespräch über all diese scheiße. ganz trocken meinte er, wenn die das wollen egal wer, werden wir einfach gefressen, egal was es kostet und egal wieviel dabei drauf gehen. ich kann nur sagen er hat recht, also. wer ist die zeit, wer ist wer, no respekt, respekt yourself!!! die merkel ernährt meine kinder nicht und der "hoeness auch" nicht, also. es hat sich nicht wirklich was geändert, es hat sich alles verlagert und scheint am ursprung zurück zu kehren. zu den waffen "IHR AFFEN!". oder immer der schleimspur entlang, bis es anfängt zu stinken.
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12.03.2014 16:21
Uwe sagt:
Ich frage mich nur noch, worin der Unterschied zwischen heutigen Zeitungen, wie zb. dem FOCUS Online und der DIE WELT, zu den Propagandazeitungen Hitlers, wie dem "Völkischen Beobachter" und dem "Stürmer" sind. Unter dem Pseudopressefreiheitstum agierende private und faschistisch ausgerichtete Propagandamaschinen des Staates, um die Staatsdoktrin dem Menschen ins Hirn zu hämmern. Da habe ich schon die schlimmsten, die öffentlich/rechtlichen, wie ARD und ZDF, denen ich schon längst den Genozid an der freien Meinungsentwicklung vorwerfe noch nicht erwähnt. Unsere Pressekultur geht total den Bach herunter, wenn diese ihr Recht auf Meinungsfreiheit nicht ausschöpfen und sich unterwürfig als Spielball der hohen Politik outen.
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12.03.2014 22:25
Rene sagt:
Der russische Präsident Putin hat unlängst vor der russischen Volksduma eine Rede gehalten, die Rückgrat beweist.

"Lebe/ Lebt in Russland wie Russen! Jede Minderheit, gleichgültig, woher sie kommt, sollte, wenn sie in Russland leben will, dort arbeiten und essen, Russisch sprechen und das russische Gesetz respektieren. Wenn sie das Gesetz der Scharia bevorzugen und das Leben von Muslimen führen wollen, dann raten wir ihnen, dorthin /an solche Orte zu gehen, wo das Staatsgesetz ist.

Russland braucht keine muslimischen Minderheiten. Die Minderheiten brauchen Russland, und wir werden ihnen keine besonderen Privilegien gewähren oder unsere Gesetze zu ändern versuchen, um ihre Wünsche zu erfüllen, egal, wie

laut sie „Diskriminierung“ schreien/rufen. Wir werden keine Missachtung unserer russischen Kultur dulden. Wir sollten besser aus dem Selbstmord von Amerika, England, Holland und Frankreich eine Lehre ziehen, wenn wir als Nation überleben wollen. Die Muslime erobern/übernehmen diese Länder (gerade)/sind dabei, diese Länder zu übernehmen. Die russische Lebensart und Tradition ist nicht vereinbar mit dem Kulturmangel oder dem primitiven

Wesen des Gesetzes der Scharia und der Muslime. Wenn diese (unsere) ehrenwerte gesetzgebende Körperschaft in Erwägung zieht, neue Gesetze zu schaffen, sollte sie zu allererst das Interesse der russischen Nation im Auge haben, in Anbetracht der Tatsache, dass muslimische Minderheiten keine Russen sind."

Die Politiker der Duma gaben Putin eine f
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14.03.2014 11:50
Obi Wan sagt:
Um das beurteilen zu können, wären ein paar Links zu den Texten von Gathmann hilfreich.
Kollegen eine "böswillige Kampagne" zu unterstellen, ist schon ein ziemlich harter Vorwurf, der belegt werden muss. Zu schreiben dass Gathmanns Texte "inhaltlich völlig in Ordnung" seien, ist daher viel zu wenig.
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11.04.2014 17:27
Martin Bott sagt:
Die BRD ist ein totalitärer Unrechtsstaat. Das Grundgesetz ist das was beim Verfassungsschutz aufs Klopapier gedruckt ist.
Hats noch keiner bemerkt daß sich die Verwaltung der BRD prinzipiell nicht daran hält? Z.B. gibts laut Grundgesetz und weiterführender Gesetze, trotz der ganzen Propaganda der Spitzel, selbstverständlich kein Gewaltmonopol des Staates. Wer das behauptet ist ein Verfassungssfeind.
Die Allierten haben 1945 eine Demokratisierung verlangt und der Deutsche Staat hat das denen halt vorgespielt um Ruhe zu haben.
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