09.05.2016 08:13 Der deutsche Michel grillt am 1. Mai

Hat der DGB bereits mit dem Bundesverband der Arbeitgeber - Verbände fusioniert?

Das Inserat des DGB ist Hohn und Spott

Das Inserat des DGB ist wohl aus dem letzten Jahrhundert? Es ist eine Verhöhnung der Menschen.

Von: GFDK - Rainer Kahni

Ein Kommentar von Rainer Kahni zum Tag der Arbeit 2016. Welche Überraschung! Den DGB gibt es noch. Pünktlich zum 1. Mai hat der Dachverband der deutschen Gewerkschaften ein bisschen Geld locker gemacht, um ein Inserat zu bestellen. Auch war der DGB-Vositzende auf einer Kundgebung und spach. 0b er die Rede vom letzen Jahr wiederholt hat? Das ganze Jahr hört man nichts vom deutschen Gewerkschaftsbund.

Hohn und Spott für die Arbeitnehmer

Ich war der Meinung, dass der DGB bereits mit dem Bundesverband der Arbeitgeber - Verbände fusioniert hat. Nicht anders ist es zu erklären, dass angesichts von Billiglöhnern, Zeitarbeitern, 1 - Euro - Jobs, verheerenden Zuständen in den Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Altersheimen, kein Aufschrei und kein Streikaufruf der Gewerkschaften durch die Medien ergeht.

Die Hartz - Empfänger befinden sich im offenen Vollzug

Es ist den Gewerkschaften offensichtlich auch entgangen, dass der deutsche Arbeiter seit 1992 einen Kaufkraftschwund von mehr als 21 % hinnehmen musste. Es scheint den Gewerkschaften auch entgangen zu sein, dass sich Hunderttausende von Alten und Kranken an den Suppenküchen der Wohlfahrtsverbände erniedrigen müssen.

Der deutsche Michel grillt am 1. Mai und die Gewerkschaftsherren sitzen beim Tee im Kanzleramt

Wir haben in Frankreich bis zu einer Million Menschen nach einem Aufruf der Gewerkschaften auf den Plätzen der Städte versammelt. Während dessen die deutschen Gewerkschaftsherren weiter beim Tee im Kanzleramt sitzen? Die Franzosen sind auf den Barrikaden, der deutsche Michel grillt am 1. Mai. Das Inserat des DGB ist wohl aus dem letzten Jahrhundert? Es ist eine Verhöhnung der Menschen.

Frankreich ist im Ausnahmezustand. Zu den Protesten hatten Gewerkschaften, Studenten- und Schülerorganisationen aufgerufen. Landesweit nahmen hunderttausende Menschen teil: Die Behörden sprachen von 170.000 Demonstranten, die Gewerkschaften von 600.000. Allein in Paris gingen nach Angaben der Organisatoren 60.000 Menschen auf die Straße. Insgesamt habe es im ganzen Land mehr als 200 Demonstrationszüge gegeben. Die deutschen Medien berichten nichts darüber. Vive la France!

Nachdem mich der Moderator der Tagesthemen heute Nacht ein letztes mal gelangweilt hat mit Meldungen über Geschäftsordnungsanträge der AFD, dem Versagen von Bayern München, dem Hausverbot der Fans der Frankfurter Eintracht und dem mehr als bekannten Elefantensterben in Afrika, kam das Aufregendste der Tagesthemen: das Wetter. Es sollte regnen am 1. Mai. Das Wort zum Sonntag hat mich auch nicht gerade versöhnt.

Über die Unruhen in unserem Nachbarland Frankreich kein Wort. Dass der französische Gewerkschaftsbund CGT nach den Prügelorgien der verbeamteten Berufsschläger der Polizei heute darüber berät, zum Generalstreik aufzurufen, ist den deutschen Medien vollkommen entgangen. Millionen von Menschen sind in Frankreich seit Tagen auf den Strassen, doch die deutschen Medien berichten über unzufriedene Arbeiter in Argentinien. Ist das Absicht oder Dummheit?
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Heute nacht diskutiert der Generalsekretär der CGT mit "nuit debout" über den kommenden Kampf gegen das Notstandsregime...

Gelenkte Nachrichten

Dazu paßt auch diese Meldung vom 2. Mai - "Das Misstrauen in Medien ist groß: Nur gut ein Drittel der Deutschen hält die Berichterstattung der Nachrichtenmedien für wirklich unabhängig, zeigt eine Umfrage. Die Mehrzahl der Menschen in Deutschland hält Nachrichtenmedien laut einer Studie für gelenkt, zu einseitig berichtend und zu wenig lösungsorientiert. Sechs von zehn Befragten sind sicher, dass auf Nachrichtenmedien Einfluss genommen werde, worüber oder auf welche Art sie berichten sollen." Genau, über das was in Frankreich gerade passiert soll wohl nicht berichtet werden.

Die Partei der Arbeitnehmer kommt nicht mehr gut an

Die SPD scheint am Ende zu sein. Auf der Mai Kundgebung in Zwickau wurde der Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) aus der Stadt gejagt. Er flüchtete mit quietschenden Reifen vom Zwickauer Markt vor hunderten wütenden Bürgern. Der Protest war zwar sehr lautstark, die Polizei musste aber zu keiner Zeit einschreiten.

Maas hatte sichtbar mit der Fassung zu kämpfen, und bezeichnete Teile der Demonstranten sogar als „lächerlich“. Unter lauten „Volksverräter“- und „Wir sind das Volk“-Sprechchören rettete sich Mass flüchtend im Laufschritt mit seinem Tross in zwei bereitgestellten Limousinen.

 

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Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

 

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