03.10.2016 07:48 für parisbesucher

Feuerball an Farben und Formen: Daniel Buren veredelt das Musee de la Fondation Louis Vuitton

Daniel Buren veredelt das Musee de la Fondation Louis Vuitton

Es wurden 4884 Felder der Glaskuppeln des Gebäudes mit PVC-Folien in den verschiedensten Farben beklebt, Fotos (c) Nowak Herwig

Daniel Buren - Kunstprojekt im Bois de Bologne
Von: GFDK - Nowak Herwig

Wer in diesen spätsommerlichen Wochen den Bois de Boulogne durchschreitet, in dem die Bäume noch immer das tiefe Grün des Sommers tragen, steht plötzlich vor einem "Feuerball" an Farben und Formen mit einer kolorativen Vielfalt, die die herbstliche bunte Einfärbung der Bäume geradezu vorwegzunehmen scheint.

Gemeint ist das Musee de la Fondation Louis Vuitton, wie es sich als"L`observatoire  de la lumiere" in der Gestaltung von Daniel Buren derzeit darbietet.

Christo und Buren

Es scheint ja so etwas wie eine Mode zu sein, fertige, "wertvolle" Architektur,  sich nach einer Zeit nochmals vorzunehmen, sie anders zu gestalten, sie zu "amelorieren". Christo tut das letztlich mit seinen Verhüllungen und Buren tut Vergleichbares.

Vielleicht kann man ja sagen, dass das bisherige Gebäude etwas kalt, starr war, nicht jeden ansprach mit seinen aufregenden, für den Besucher nur schwer nachvollziehbaren Formen, Stahl-und Holzkonstruktionen. Aber zutiefst aufregend war es schon immer.

Nun also treten zu den konstruktiven Anregungen die farblichen hinzu. Es wurden 4884 Felder der Glaskuppeln des Gebäudes mit PVC-Folien in den verschiedensten Farben beklebt und damit wurde ein überwältigender Eindruck geschaffen. Da gibt es ein tiefes Blau, ein sattes Grün, ein Rot in mehreren Tönungen neben dem bisherigen Weiss, das glatt oder geriffelt aufgetragen wird.

Manche Felder werden doppelt mit Folien bestückt. Die dadurch aussen wie innen erzielten Wirkungen sind sensationell. Nach aussen entsteht der bereits erwähnte "Feuerball" in einem ansonsten monoton grünen Wald.

Und nach innen entstehen farbliche Schattierungen von überraschenden Wirkungen, unterschieden übrigens auch nach dem Untergrund, auf dem die jeweilige Schattierung stattfindet. Jedenfalls verleihen sie dem Ganzen etwas Grossartiges.

Dass bei alledem nach aussen wie nach innen kein buntes Zirkuszelt entstanden ist, ist dem hohen architektonischen und konzeptionellen Können der beteiligten Künstler geschuldet.

Mag man vielleicht noch anfügen, dass man sich Vergleichbares auch gerne unter Beteiligung junger Künstler wünschen würde. Aber das ist ein anderes Thema.

Herwig Nowak


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