20.01.2015 09:33 tiefpunkt

Essen hat sich verzockt - Schweizer Franken zieht die Schlinge zu

Ausstellungshalle im Museum Folkwang

Sind die Kunstwerke des Folkwang Museums gegebenenfalls nicht nur falsch bei der Stadt bilanziert, sondern sind sie bereits als Sicherheit bei den Schulden berücksichtigt? (c) wikipedia/Julius1990

Von: GFDK - Lothar Pues

Liebe Freunde der Künste, allein Essen verliert durch die Aufwertung der Franken Miliionen. Laut des Stadtkämmerers Lars Martin Klieve hat die Stadt Essen Kredite in Höhe von 450 Millionen Schweizer Franken in den Büchern. Die Kredite waren bei der Kreditaufnahme 290 Millionen Euro wert und müssten Sie heute zurückgezahlt werden, müsste die Stadt Essen dafür ungefähr 450 Millionen Euro zahlen. 

Die Schulden der Stadt Essen sind  tragisch genug, aber ist es wirklich glaubwürdig,  dass sowohl Herr Lars Martin Klieve (siehe Artikel unten) und der Oberbürgermeister Herr Paas, als auch Herr Achim Middelschulte und Herr Ulrich Blank, zwei Vorstandsmitglieder des Museumsverein  regelmäßig betonen, es sei alles sicher, man hätte einen Vertrag aus dem Jahre 1922 und dadurch sei alles in Ordnung. Höflich ausgedrückt: Dies ist naiv. Überall wo in einer Bilanz und dies gilt auch für eine Kommune eine Schuld dem Vermögen gegenübersteht, ist der Vermögensgegenstand gefährdet, da er für die Tilgung der Schuld herangezogen werden kann. Wir alle erleben die Diskussion um den Verkauf der Kunstsammlung des Rechtsnachfolgers der ehemaligen WestLB. Auch hier steht den Kunstwerken eine Schuld gegenüber. Wesentlich tragischer im Fall des Folkwangmuseum ist, dass die Kunstwerke durch die Tradition des bürgerschaftlichen Engagement  in unser Museum gekommen sind.

Was ist zu tun?  Hierzu hat man 1922 den Vertrag formuliert.Wir sollten somit zunächst einmal Transparenz schaffen und feststellen, inwiefern nicht  bereits der Vertrag von 1922 in seinen Bestandteilen nicht beachtet worden ist. Sind die Kunstwerke gegebenenfalls nicht nur falsch bei der Stadt  bilanziert, sondern sind sie  bereits als Sicherheit bei den Schulden berücksichtigt, müssen die Konsequenzen hieraus überprüft werden. Auskünfte könnten hierzu der Stadtkämmerer geben, aber auch die Banken, die die Kredite an die Stadt vergeben haben.

Um die Schwierigkeiten, die sich in den nächsten Jahren für das Museum und der Sammlung ergeben, sollten wir zunächst einmal die Vorgänge transparent machen. Erst dann kann an einer nachhaltigen Lösung gearbeitet werden. Wir sollten dies mit Mut und Weitsicht tun. Zum Schluss einige Polemiken aus dem Artinvestor -Handbuch für Kunst und Investment Hrsg von Rissa, Edgar Quadt und Lothar Pues zwei Zitaten aus dem Geleitwort von dem leider verstorbenen Otto Piene im Geleitwort - Eine Polemik: "Die käufliche Kunstwerke verdünnen das Volksvermögen und sind nicht nur sozial irrelevant, sondern auch schädlich. Sie verhindern den Bau von Altersheimen und Krankenhäuser." und "Die  potentielle Gewinnmarge beim Erwerb von Kunstwerken ist grösser als an der Börse. Bilder sind sinnlicher und interessanter als Zahlen im Glücksspiel. Spielkarten sind ärmliche Bilder.

Lothar Pues