10.06.2017 07:41 herrschaftlicher Glanz

Eine Reise wert: Russen retten Bäderstadt Karlsbad

Russen erwecken Karlsbad zu neuem Glanz

Die alte Bäderstadt Karlsbad wurde schon vom Zaren, Peter dem Grossen, gefördert und bereist, Bildquelle: Herwig Nowak

Von: GFDK - Herwig Nowak

Private Initiativen - was denn sonst - sind es, die die alte Kur -und Bäderstadt Karlsbad in den letzten Jahren zu neuem städtischen Leben und herrschaftlichem Glanz erweckt haben.

Bald nach dem Ende der kommunistischen  Ära und dem Niedergang der städtischen Infrastruktur setzte in der Stadt eine massgeblich von russischen Geldgebern gesteuerte Investitionswelle ein, die dafür sorgte, dass die Häuser der Stadt und ihre Fassaden im Stil des 19ten Jahrhunderts nach Form und Farbe sorgfältig restauriert wurden und die Stadt als ganzes wieder aufblühte.

Denn die Russen zeichnet eine besondere Liebe zu Karlsbad aus. Heute ist die Stadt am Zusammenfluss von Eder und Tepla wieder ein seltenes Schmuckstück, das jeden Besuch lohnt.

Die traditionsbezogene Nutzung all`dieser Pracht ist heute dem Münchener Eventmanager Oron Michael Kalkert und einem Kommitee zu danken, der jedes Jahr zu einem "Karlsbader Wochenende" einlädt. In diesem Jahr am Wochenende des 27./28.April. Seine Klientel ist massgeblich "adelsgeprägt" und stellt damit eine bruchlose Anknüpfung an die Bade-und Kurereignisse des 19ten Jahrhunderts sicher, als man sich hier in den Sommermonaten dem "savoir vivre" hingab.

Im Mittelpunkt des Ereignisses steht der "Grand Bal Bohemien" im traditionsbeladenen Hotel Pupp und seinem überaus "bestuckten" grossen Ballsaal aus dem 19ten Jahrhundert, wo ein hoteleigenes Orchester der Musik der Strauss Dynastie eine ganzen Abend lang zur grossen Freude der Ballgäste alle Ehre erweist. "K und K "für Augen und Ohren. Man kommt ins Schwärmen.

Der Ball wird umrankt von einem Kranz anderer Veranstaltungen: einem Pferderennen, einem feierlichen Gottesdienst, einem Brunch vor den Toren der Stadt, zu dem man sich in feierlicher Formation mit tschechischer Blasmusik quer durch die Stadt begibt und schliesslich einem Kostümball als Abschlussball.

Besonderer Erwähnung bedarf die Messe, bei der die As-Dur-Messe von Franz Schubert in dem herrlichen barocken Rahmen der Karlsbader Maria-Magdalenen-Kirche zur Aufführung kam. Die ernst-heitere Predigt hielt Pfarrer Josef Nörz.

Alles in allem ein wunderbares Revival einer wunderbaren Stadt. Dabeisein ist alles.