24.02.2015 14:00 Das war immer so und das bleibt auch so

Die Verächter des Volkes – die Kaste aus Politikern, Institutionen, der Finanzbranche, der Industrie und einiger Medienzaren

Rainer Kahni, die Kaste

Rainer Kahni, die Kaste - Die Totengraeber der Demokratie

Von: GFDK - Rainer Kahni

Nicht erst seit gestern beschleicht uns alle der leise Verdacht, dass ein tiefer Riss durch Deutschland geht. Dass es eine Kaste aus Politikern, Institutionen, der Finanzbranche, der Industrie und einiger Medienzaren gibt, denen das deutsche Volk eher lästig ist.

Das deutsche Volk soll diesen Leuten, die den Laden schon managen, gefälligst nicht auf die Nerven gehen mit ihrem ewigen Gezeter wegen Hartz IV, Kita – Plätzen, Mindestlöhnen, Aufstocker, Ein – Euro – Jobs, Billiglöhnern, Kinderarmut und Krankenkassenterror. „Herrgott, wenn das Geld nicht reicht, dann sollen doch diese Jammerlappen an die Suppenküchen der Wohlfahrtsverbände, es muss doch niemand hungern in Deutschland,“ wird sich diese Kaste denken, „ aber sie sollen uns nicht mit ihrem ewigen Gemecker auf den Geist gehen!“

Es ist ja auch wahr. Diese Kaste will doch gar nichts mit dem Volk zu tun haben. Es genügt doch, um den Beweis zu erbringen, dass Deutschland so etwas ähnliches wie eine Demokratie ist, dass alle vier Jahre der „Urnenpöbel“ sein dummes Kreuz auf eine dumme Landesliste setzt.

Die Kaste sucht sich doch die Politiker schon selbst aus, die sie im Bundestag haben will. Nach unserem Wahlsystem hocken doch ohnehin schon 150 Abgeordnete in dieser Quatschbude, die eigentlich auch niemand braucht und die in ihren Wahlkreisen abgewählt wurden. Was solls, dafür wurde vorgesorgt. Sie wurden auf Landeslisten abgesichert.

Die Kaste sorgt schon dafür, dass die richtigen ins Parlament kommen, die alle Gesetze schweigend und ahnungslos abnicken, die die Kaste dem Stimmvieh im Bundestag vorlegt. Durch das grundgesetzwidrige Wahlrecht hat die CDU sogar noch eine satte Mehrheit geschenkt bekommen. 24 Überhangmandate fielen ihr zu, mit denen kein Mensch gerechnet hat. Na also. Geht doch.

Die Kaste hat wahrlich andere Sorgen als das teilweise dämliche und oft in sein Schicksal ergebenes deutsches Volk. Nun gut, es mault hier und da, dafür gab man ihm fünf Talkshows, das facebook, Internetforen, wo die Leute sich auskotzen können, ohne den Arsch vom Sessel heben zu müssen. Auf die Strasse gehen ohnehin nur wenige dieser Dauerstänkerer, hat der Deutsche noch nie gemacht.

Das war immer so und das bleibt auch so

Im schlimmsten Fall hat die Kaste dafür einen schlagkräftigen Repressionsapparat. Kinder vermöbeln? Den Bürgern mit Wasserwerfern die Augen ausschiessen, was solls, die von der Kaste reglementierte Justiz und Polizei werden es schon richten. Nich umsonst ist Deutschland neben Österreich eine der letzten Staaten mit einer weisungsabhängigen Justiz. Das war immer so und das bleibt auch so. Das hat Hitler schon vor so manchem Unbill bewahrt, warum sollte diesen Umstand nicht auch der Kaste nutzen?

Ausserdem was heist hier Verfassung? Und dann noch vom Volk beschlossen? Na so weit kommts noch. Die meinen wohl, die könnten der Kaste ihre Priviligien wegnehmen? Das Volk will Bürgerentscheide? Ja, so blau, wie sollen dann die Bauaufträge, die Waffendeals und die Bankenrettungsschirme zustande kommen? Etwa durch dieses Volk? Im ganzen Leben nicht. “Das gute alte Grundgesetz muss bleiben, wir haben es uns darin sehr bequem gemacht,” denkt sich die Kaste.

Die Kaste lässt sich doch von solchen Gewissens – Heulsusen nicht aufhalten. Die Konjunktur geht baden, die Billiglöhne müssen gesenkt werden, Hartz IV muss weiter ausgehölt werden, die Subventionen für die Unternehmer müssen aufgestockt werden, die Banken brauchen frisches Geld, sonst bricht der DAX ein.

Das sind die Probleme der Kaste, das hat doch alles nichts mit dem Bürger zu tun. Er will auswandern? 700.000 im Jahr? Gut so, sind wir wieder ein paar Defaitisten los, denkt sich die Kaste. Wenn das aber so weitergeht, die Bürger weg sind oder sich dieser Kaste verweigert, was dann? Ja dann muss sich die Kaste ein anderes Volk suchen.

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

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