20.04.2014 09:50 botschafter der kunst

Die Art Cologne war frisch, frech und jugendlich - hin zu den jungen Galerien, zu den jungen Künstlern

Herwig Nowak mit der Kuenstlerin Gila Abutalebi in Sharjah

Herwig Nowak mit der Künstlerin Gila Abutalebi in Sharjah auf dem 16. ISLAMIC ART FESTIVAL 2013, Quelle: Herwig Nowak

Von: GFDK - Herwig Nowak

Liebe Freunde der Künste, zuletzt hat Herwig Nowak für uns von der art Karlsruhe und der art Dubai berichtet. Mit der Künstlerin Gila Abutalebi war er Anfang des Jahres in Sharjah auf dem 16 Islamic Art Festival. Nun hat er für uns die Art Cologne besucht.

Nun stand sie also 2014 im 48. Jahr ihres Bestehens, die Art Cologne- und war frisch und frech und jugendlich, wie eigentlich nicht selbstverständlich. Kein Zeichen von Ermüdung oder gar Zukunftsangst.

Um eine solche Messe gilt es nicht, sich Sorge zu machen. Der kritische Besucher denkt zurück an Tage der Freude und des Sichwohlfühlens und er denkt sich, bezogen auf die anderen Kunstmessen, “na ja, die gibt’s eben auch“.

Aber was führt zu einem solch` positiven Urteil? Vielleicht sind es drei Kriterien, drei Axiome, in die die Messe gewissermassen „eingehängt „ ist, die sie zu dem machen, was sie ist. Zunächst natürlich ist es das, was gezeigt wird. Dann ist es aber auch das Konzeptionelle der Ausstellung, ja und es sind natürlich die Menschen, die zählen, also die Sammler, und das „viel Volk“, die Schauleute.

Frische und Jugendlichkeit begegnen uns in Vielzahl auf der Ausstellung. Beginnen wir eine auf wenige Beispiele, also keineswegs umfassende und noch dazu subjektive Darstellung von Exponaten mit den geradezu klassischen Gemälden ,so verdient Susanne Kühn mit “Smash it“, dargeboten bei Beck und Eggelin, Erwähnung als eine besonders frische Darstellung in hoher farblicher Intensität.

Viel feiner, filigraner, “federhafter“ sind die Gebilde von Claire Morgan und Georgia Russell, die Carsten Greve auf seinem Stand anbot. Es tut gut, beide Komponenten künstlerischer Äusserung, das Gemäldehafte und das geradezu Grafische, derart qualitativ hochwertig nahe beieinander präsentiert zu bekommen.

Aber kehren wir nochmals zu den bildhaften Darstellungen zurück, so konnten Gerd und Uwe Tobias mit Art, Farbigkeit, Anzahl und Grösse ihrer Holzschnitte auf Leinwand viel Aufmerksamkeit für sich für sich verbuchen (angeboten von Contemporary Fine Arts).

Das Ironische in der Kunst war Gegenstand von Exponaten auf dem Stand von Hollybush Gardens. Hier wurden Werke der gerade erst vergangenen Minimal Art zum Objekt der Verfremdung gemacht, indem einzelne -oft kleine aber sehr witzige- Zusätze, Ergänzungen die Werke kasualisierten. Abschliessend soll hier auch das Exponat von Daniel Jackson „He,Who should not be named“ in der Galerie PSM Erwähnung finden

Im Ausstellungskonzeptionellen besticht die konsequente Hinwendung zum Jungen, zu den jungen Galerien, zu den jungen Künstlern und –wenn man will- auch zu den jungen Sammlern. Schon bewährt, ist die Zusammenfassung junger Galerien die ausnahmslos 2033 oder später gegründet wurden, in den „New Contemporaries 2014“.

Sie präsentieren sich mit ihrem Oeuvre inmitten von gestandenen Galerien. Und der beste der Stände wird von einer Jury prämiert und darf sich im kommenden Jahr kostenfrei als Stand präsentieren.

Ähnlich das Konzept ,künstlerbezogen .Jungen, aussergewöhnlichen Künstlern aus dem In-und Ausland werden im Rahmen eines Förderprogramms „New Positions“ eingeräumt, d.h. sie präsentieren sich neben den Ständen ihrer Galeristen in eigenen, nur ihnen vorbehaltenen

Förderkojen. Und auch für sie ist ein Preis ausgelobt

Nochmals zurück zu den Galerien: erstmals fördert die Art ihre Zusammenarbeit .In den “Collaborations“ zeigen Galerien Konzepte gemeinschaftlicher Arbeit jedweder Art. Ob mehrere Galerien nun auf einem Stand einen Künstler präsentieren oder zwei Galerien ein gemeinsames Programm offerieren: alles das ist erlaubt und der Gestaltungsvielfalt sind fast keine Grenzen gesetzt

Einzig vielleicht die Sorge um den jungen ,möglicherweise weniger betuchten Sammler bleibt etwas zurück. Aber warum soll das nicht noch etwas werden? Die Zukunft liegt vor der Art Cologne.

Ausstellungsgut und Ausstellungstechnik bleiben zurück hinter dem Faktor “Mensch“. Die Art Cologne, im Herzen des Rheinlands und seines vornehmlich westlichen Einzugsgebiets gelegen, stellt sich in einer der grossen europäischen Sammlerregionen vor .

Dabei ist es nicht so sehr der schnell entschlossene, unter Umständen nicht durch allzu tiefe Kunstkenntnis getrübte Käufer, wie wir ihn von anderen, möglicherweise aussereuropäischen Messen kennen, der hier zählt, sondern es ist eher der „Connaisseur“, der bedächtig betrachtet, wiederkommt und dann wohl auch wählt. Das ist dann aber auch ein echter “Botschafter der Kunst“, kenntnisreich und treu. Deutsch eben.